Droht den USA die Pleite?

Finden die US-Politiker nicht bald einen gemeinsamen Kompromiss, um die Zahlungsfähigkeit aufrecht zu erhalten, droht ein weltweiter Schock, der die turbulente Eurozone hart treffen könnte.

Die USA erreichen wahrscheinlich noch in diesem Sommer, spätesten im Herbst, die selbstauferlegte Schuldenobergrenze von 14,3 Billionen US-Dollar. Ist diese Marke erreicht, kann die US-Regierung keine weiteren Kredite mehr aufnehmen und muss Insolvenz anmelden. Was das genau bedeuten würde, darüber kann man nur mutmaßen. Dass die Zahlungsunfähigkeit der weltgrößten Wirtschaftsmacht einen Schock und möglicherweise die nächste Krise auslösen wird, ist unausweichlich.

Nachdem die beiden Ratingagenturen Standard & Poor’s und Moody’s die Bonitätsaussichten der USA negativ eingefärbt haben, folgt nun auch die dritte große Agentur Fitch. Noch haben die USA ihr Triple-A-Rating und können das ausufernde Defizit mit günstigen Kreditkonditionen finanzieren. Werden die Kreditzinsen allerdings weiter steigen, verwandeln sich die Staatsschulden in einen Klotz am Bein der US-Wirtschaft. Die zusätzliche Last würde die angeschlagene Supermacht weiter bremsen und vielleicht auch in die Tiefe reißen.

Getrieben durch die hohen US-Militärausgaben in der letzten Dekade, ist die Verschuldung auf knapp hundert Prozent des BIP angewachsen. Die Prognosen für die US-Wirtschaft sind düster, das Wachstum wird im marginalen Bereich bleiben, die Arbeitslosenquote liegt weiterhin knapp unter zehn Prozent und Ausgaben sind bedeutend höher als die Einnahmen. Diese drei negativen Indikatoren sind in ihrem Zusammenspiel besorgniserregend. Kommen nun auch noch höhere Kreditzinsen hinzu, wird die Lage explosiv.

Die Ratingagenturen kritisieren die Scharmützel, welche sich Republikaner und Demokraten im Repräsentantenhaus liefern. Anstatt einer Erhöhung der Schuldenobergrenze zuzustimmen und Zahlungsunfähigkeit abzuwenden, stimmen sich die Republikaner lieber schon auf den nächsten Wahlkampf ein. Ohne Unterstützung der Republikaner, die sich derzeit in Fundamentalopposition befinden, kann die Obama-Regierung nur bei den Ausgaben sparen. Dass nun die republikanischen Kriegs- und Kostentreiber das Sparen erzwingen, ist typisch für die zunehmend fundamentalistische Partei. Sparen könnte aber tatsächlich der richtige Ansatz sein.

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