Lagarde fordert ein „Ja“ von Griechenland

Heute wird das griechische Parlament über die Zukunft des Landes entscheiden. Stimmen die Abgeordneten mit einem mehrheitlichen "Ja" zu den Sparmaßnahmen, ist die weitere Finanzierung gesichert. Stimmen die Abgeordneten dagegen, werden Europa turbulente Tage bevorstehen.

Die neue IWF-Präsidentin Christine Lagarde forderte das griechische Parlament auf, heute mit „Ja“ zum geplanten Sparprogramm der Regierung zu stimmen. Sollten sich die Abgeordneten dagegen entscheiden, wird das bisherige Hilfspaket von EU und IWF nicht weiter ausgezahlt. Vor dem Parlament in Athen kam es Dienstag zu heftigen Protesten gegen das Sparprogramm, Gewerkschaften riefen zu einem zweitägigen Streik auf.

Wenn in Griechenland nicht massiv gespart wird, muss sich der IWF aus den Helferreihen zurückziehen. Die EU oder einzelne EU-Länder könnten Griechenland allerdings weiterhin helfen, auch China hat den Kauf von Staatsanleihen angekündigt. Wie gravierend die Auswirkungen für die europäischen Wirtschaft sein werden, wenn Griechenland Pleite anmelden muss, kann noch niemand voraussagen. Es könnte eine Schockwelle durch die Finanzmärkte gehen und den Euro einbrechen lassen.

Bis zum Jahr 2015 muss Griechenland 78 Milliarden Euro einsparen. Die größte Hoffnung der Griechen ruht auf dem Staatsbesitz, dessen Privatisierung die Geberorganisationen fordern. So könnte etwa die Wasserversorgung von Athen und Thessaloniki in die Hände privater Betreiber fallen. Auch Häfen, Flughäfen, Straßen und die Bahn könnten unter den Hammer kommen.

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