Economist: Griechenland spart am falschen Ende

Die Griechen werden durch die aktuellen Sparmaßnahmen weiter in eine Rezession fallen und ihr Staatsdefizit nur mit Hilfsgeld finanzieren können. Laut Economist liegt das griechische Reformpotenzial an anderen Stelle.

Die griechische Eisenbahn hat im Jahr 2009 insgesamt 174 Millionen Euro eingenommen, im selben Jahr jedoch 1,1 Milliarden Euro ausgegeben. An diesem Beispiel zeigt der „Economist“ was in diesem Land wirklich schief läuft und warum alles Sparen nicht helfen wird.

Griechenland will in den nächsten fünf Jahren 14 Milliarden bei seinen Bürgern sparen, doch dadurch wird die Binnennachfrage belastet und die Wirtschaft weiter schrumpfen. Dadurch entsteht ein Teufelskreis, der die Steuerquote erhöht, dem griechischen Staat aber keine positiven Impulse oder wirkliche Mehreinnahmen bringt.

Geplante Privatisierungen werden überschätzt

Insgesamt sollen im selben Zeitraum 50 Milliarden Euro durch Privatisierungen eingenommen werden, laut Economist ist das an Wunschdenken. Die Vermögenswerte würden in dieser Rechnung überschätzt, in der griechischen Situation, die einem Notverkauf gleichkommt, ist mit sehr viel niedrigeren Preisen zu rechnen.

Bei Privatisierungen besteht außerdem die Gefahr, dass die neuen Eigentümer politische Entscheidungen gegen das Interesse des Volkes durchsetzen. Kritisch ist etwa der geplante Verkauf der Wasserversorgung der zwei größten Städte: Athen und Thessaloniki. Auch andere öffentliche Infrastruktur, zum Beispiel Straßen, stehen zum Verkauf.

Falscher Ansatz für Reformen in Griechenland

Die Vetternwirtschaft dagegen bleibt vom Reformwillen unberührt. Noch immer werden Entscheidungen und öffentliche Postenvergaben durch Beziehungen zu Politikern beeinflusst, anstatt auf der Grundlage transparenter Regeln.

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