Hochpunkt der Konjunktur bereits überschritten

Trotz neuer Rekordwerte bei der Einschätzung der wirtschaftlichen Lage, könnte der Hochpunkt der Konjunktur schon hinter uns liegen. Beschäftigungs- und Absatzpreiserwartungen im Mittelstand weisen darauf hin.

Der Mittelstand schätz seine Lage als so gut ein, wie noch nie. Im aktuellen Mittelstandsbarometer verbesserte sich die Lageeinschätzung um 2,7 Prozent und erreichte damit einen neuen Höchstwert von 40,1 Saldenpunkten. Diese positive Entwicklung wirkte sich auch auf das Geschäftsklima aus, das auch im Juni leicht anstieg.

„Trotz der erfreulichen Rekordwerte bei den Lageurteilen von Mittelständlern und Großunternehmen dürfte der Hochpunkt der konjunkturellen Entwicklung in Deutschland bereits überschritten sein.“, schätzt der Chefvolkswirt der KfW, Norbert Irsch, die Zahlen ein. Seine Einschätzung begründet Irsch mit den anhaltenden Rückgängen bei den Geschäftserwartungen. Diese nahmen im Juni um 1,8 Punkte ab. Seit Februar nehmen die Geschäftserwartungen kontinuierlich ab.

Erwartungen gehen zurück

Ein weiterer Hinweis auf ein Nachlassen der Konjunktur sind die Rückgänge bei den Beschäftigungs- und Absatzpreiserwartungen im Mittelstand. Sie verloren o,7 und 1,8 Prozent. Insgesamt soll sich die Konjunkturentwicklung aber nur leicht anpassen, meint der Chefvolkswirt der KfW. Er rechnet mit einem Gesamtwachstum der deutschen Wirtschaft für dieses Jahr von 3,5 Prozent. Trotz Gefahren, wie einer Ausweitung der Eurokrise auf weitere Länder, hält Irsch auch positive Überraschungen nicht für ausgeschlossen. Die Binnenwirtschaft und besonders der Konsum könnten einen unerwarteten kräftigen Impuls für das Wachstum in Deutschland geben. Dann wäre auch ein Wachstum von bis zu vier Prozent möglich.

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