Ratingagenturen haben nach Griechenland auch Portugal im Visier

Die Bonität der Euro-Länder Griechenland und Portugal sinkt stetig und das macht eine mögliche Finanzierung der Krisenländer auf dem Kapitalmarkt immer schwieriger. Die Schulden würden mit rasantem Tempo anwachsen.

Die Griechen müssten derzeit mehr als 16 Prozent Zinsen für zehnjährige Staatsanleihen zahlen, berichtet Tradeweb. Die Portugiesen müssten fast zwölf Prozent Zinsen zahlen, um die Finanzierung ihres Landes aufrecht zu erhalten. Im Vergleich dazu muss Deutschland für sein Defizit weniger als drei Prozent Zinsen einkalkulieren.

In der Realität bedeutet das, dass die griechischen Schulden in sechs Jahren auf mehr als das Doppelte anwachsen würden. Müsste Griechenland also sein Defizit derzeit auf dem Finanzmarkt neufinanzieren, würde bis zum Jahr 2017 die Staatsverschuldung auf 300 Prozent des BIP anwachsen. Sofern Griechenland jetzt nicht in den Strudel einer Rezession gerät, der durch die massiven Sparmaßnahmen bevorstehen könnte. Dann würde das Defizit noch deutlicher ausfallen.

Portugal hat durch die niedrigere Schuldenquote bessere Karten im Kampf gegen das Defizit. Aber auch in Portugal würden sich die Schulden durch einen Zinssatz von derzeit knapp zwölf Prozent innerhalb von 8,5 Jahren verdoppeln. Deutschland hat mit weniger als drei Prozent Zinsen auf zehnjährige Staatsanleihen einen Zeitraum von 35 Jahren, bevor sich die Schuldenlast verdoppelt.

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