Mit traditionellen Werten den Arbeitgebermarkt erobern

Der Wettbewerb um Fachkräfte wird stärker. Familienunternehmen haben dabei Vorteile, doch diese müssen sie besser herausstellen, um im War for Talents zu gewinnen.

Top-Nachwuchskräfte schätzen Familienunternehmen. Aber nur in einigen Punkten schneiden die familiengeführten Firmen besser ab als Publikumsgesellschaften: High Potentials schätzen die Arbeitsatmosphäre, den Teamgeist, die Chancen zum eigenverantwortlichen Arbeiten und die flacheren Hierarchien. Aber bei den Bewertungen von Reputation, Attraktivität der Vergütung, Internationalität sowie Attraktivität des Standortes schneiden Konzerne besser ab. Das zeigen Ergebnisse einer Umfrage der Stiftung Familienunternehmen.

Führungskräfte haben längst erkannt, dass der Kampf um Fachkräfte kriegsentscheidend ist. Der Fachkräftemangel ist Realität und wird größer werden. Aus den Studienergebnissen ergeben sich wertvolle Empfehlungen für Änderungen des Schlachtplanes: So sollte die Kommunikation mit potenziellen Bewerbern verbessert werden.

Personalmanager von Familienunternehmen könnten selbstbewusst kommunizieren, dass sie genau das anbieten, was junge Berufsstarter suchen: schnelle Übernahme von Verantwortung, gute Aufstiegschancen, engagierte Teams, weniger Bürokratie oder direkteren Kontakt zu erfahrenen Top-Managern. Das Problem ist, dass sie mit ihren Qualitäten nicht offensiv werben. Familienunternehmer sind aus guten Gründen verschwiegen – sich aufs Geschäft zu konzentrieren hat Tradition und großen Erfolg.

Aber die Hidden Champions verlieren den War for Talents, wenn sie sich nicht für den Arbeitgebermarkt aufhübschen. Sie müssen nicht ständig in den Top Ten der beliebtesten Arbeitgeber auftauchen. Aber sie können ihre traditionellen Werte und Eigenschaften, die sie auf Weltmärkten erfolgreich gemacht hat, offensiver kommunizieren. Sicherlich wird es nicht reichen, bunte Fähnchen zu verteilen. Aber die Kommunikationschefs und Personalmanager werden einen Weg finden, ebenso innovativ an ihrer Außendarstellung zu feilen, wie sie es bei ihren Exportschlagern erfolgreich vormachen.

Christoph Morisse

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