Die Deutschen sehen sich als Märtyrer

Romano Prodi, ehemaliger Präsident der EU-Kommission und früherer Premierminister Italiens, fordert in einem Interview mit dem österreichischen Nachrichtenmagazin Profil mehr europäische und weniger nationale Politik.

Die Deutschen würden übersehen, dass gerade sie vom Euro profitiert haben, meint Romano Prodi. Angela Merkel müsse sich daher vielmehr für die europäischen Interessen einsetzen. Länder wie Deutschland oder Österreich profitieren von der Währungsunion, weil es die schwachen Volkswirtschaften daran hindert, ihre Währungen abzuwerten. Dadurch können sie kaum konkurrenzfähig werden.

Regeln der EU müssen geändert werden

Eine stärke Koordinierung in der Wirtschaftpolitik müsse die Konsequenz der jetzigen Krise sein. Teil einer starken Währungsunion müsse aber auch eine gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik sein. In der EU müsse das Prinzip der Einstimmigkeit aufgegeben werden.

Italien sitzt auf der Ersatzbank

Prodi kritisiert auch Frankreich und Italien. Die Franzosen würden sich nur noch symbolisch für Europa einsetzen. Italien habe schon lange damit aufgehört, in Europa eine bedeutende Rolle zu spielen. Italien habe sich selbst aus dem Spiel genommen und sitze nur auf der Ersatzbank.

Zum Interview auf Profil.at

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