Ganztagsbetreuung könnte 460.000 Arbeitskräfte bringen

Die Ganztagsbetreuung von Schulkindern würde qualifizierten Frauen den Berufseinstieg ermöglichen. So könnten Nettofamilieneinkommen gehoben und der Fachkräftemangel gelindert werden.

Durch einen Ausbau der Mittags- und Nachmittagsbetreuung könnten an die 260.000 Frauen, die noch keine Kinderbetreuung nutzen, zu arbeiten beginnen. Dies hat eine Studie des Instituts der Zukunft der Arbeit in Zusammenarbeit mit der Hamburger Helmut Schmidt Universität ergeben. Werden auch jene Frauen berücksichtigt, die bereits eine externe Kinderbetreuung in Anspruch nehmen, würde eine flächendeckende Ganztagsbetreuung bis zu 460.000 neue Arbeitskräfte ermöglichen.

Dies würde vor allem qualifizierte Frauen betreffen. Die Studie geht davon aus, dass damit auch der Fachkräftemangel gelindert werden könnte. Der positive Effekt der Ganztagsbetreuung würde besonders in Westdeutschland eintreten. Im Osten des Landes sind bereits jetzt ausreichend Betreuungsplätze vorhanden. Der größte Teil dieser neuen Arbeitskräfte würde laut Studie wohl in die Teilzeit- und Halbtagsarbeit gehen.

Finanzierung der Ganztagsbetreuung

Der Ausbau der Ganztagsbetreuung würde besonders Familien mit einem niedrigen Nettoeinkommen im Haushalt, Alleinerziehenden, Müttern mit Migrationshintergrund und Familien mit mehreren Kindern zu einem höheren Nettoeinkommen verhelfen. Durch Abgaben würden die neuen Arbeitskräfte in etwa eine Milliarde Euro mehr in öffentliche Kassen bringen. Dies würde auch ungefähr den Kosten entsprechen, welche die Ganztagsbetreuung von Kindern unter zwölf Jahren verursachen würde. Dazu würden noch 1,9 Milliarden Euro für die Betreuung von Kindern bis 15Jahren kommen. Als einmalige Investition wären 3,5 Milliarden Euro nötig.

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