Euro-Rettung: Wer muss bluten?

Wahrscheinlich müssen die Geldgeber Griechlands gleichermaßen auf ihre Forderungen verzichten. Der Wirtschaftsweise Wolfgang Franz bezeichnet die Wahlmöglichkeiten für die Eurozone als Wahl zwischen Pest und Cholera.

Die wahrscheinlichste Lösung  für Griechenland wäre ein Teilerlass der Schulden. Die Geldgeber Griechenlands könnten die Staatsanleihen bei der Europäischen Zentralbank (EZB) umtauschen und sichere Papiere mit geringerem Wert zurückbekommen. Dadurch würden die Staatsschulden von 160 Prozent auf 110 Prozent sinken.

Wirtschaftsweiser: Pest oder Cholera

Diese Lösung wäre mit der Cholera gleichzusetzen, sagt der Vorsitzende des Rats der deutschen Wirtschaftsweisen Wolfgang Franz in einem ORF-Interview. Allerdings sei das die besser Wahl, wenn man nur zwischen Pest und Cholera wählen könne.

Diese Lösung könnte von den Rating-Agenturen allerdings als Zahlungsausfall gewertet werden. Dann würde Griechenland noch eine Stufe nach unten gesetzt werden und als Default gewertet werden. Das ist die schlechteste mögliche Wertung.

Wem schuldet Griechenland Geld?

Vom Teilerlass der Schulden wären alle Schuldner Griechenlands gleich betroffen. Der größte Schuldner Griechenlands ist ohnehin die EZB, sie hält Staatsanleichen im Wert vn 50 Milliarden Euro. Ähnlich viel halten die griechischen Banken, ihnen schuldet der griechische Staat 48 Milliarden Euro. Diese würden von dieser Lösung am härtesten getroffen, da sie ohnehin angeschlagen sind. Zwei von ihnen bestanden den Banken-Stresstest nicht.

Deutsche und französische Banken und Versicherungen gleichermaßen betroffen

Deutsche und französische Banken und Versicherungen halten jeweils 19 Milliarden Euro der griechischen Schulden. Die Staaten der Eurozone halten insgesamt 38 Milliarden Euro der Schulden, acht Milliarden davon Deutschland. Damit kommt Deutschland auf einen Anteil von 27 Milliarden Euro, ohne die deutsche Beteiligung an internationalen Organisationen.

Staaten außerhalb Europas sitzen auf griechischen Staatsanleihen mit einem nominalen Wert von 25 Milliarden Euro. Der Internationale Währungsfonds (IWF) und die öffentliche Hand Griechenlands (hauptsächlich Renten- und Sozialkassen) halten jeweils 30 Milliarden Euro.

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