Das Elektroauto: Die Vision nimmt konkrete Formen an

Eine Million Elektrofahrzeuge bis 2020 will die die Bundesregierung auf Deutschlands Straßen sehen. Die Produktion in den deutschen Unternehmen läuft auf Hochtouren. Nachhaltigkeit wird so zum Wirtschaftsmotor.

Bereits im Regierungsprogramm „Elektromobilität“ vom 18. Mai 2011 spricht die Bundesregierung von der Forderung, Deutschland zu einem Leitmarkt und Leitanbieter Elektromobilität werden zu lassen. Fahrzeughersteller und kleine mittelständische Unternehmen (KMU) sollen in der Forschung mit Förderungen durch das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) und die Industrielle Gemeinschaftsforschung (IGF) unterstützt werden. 500 Millionen Euro aus dem Konjunkturprogramm II wurden dafür unter anderem zur Verfügung gestellt.

Ein Schritt, der bei der Industrie Früchte zu tragen scheint. Gab es im Jahr 2008 nur neun Anmeldungen beim ZIM für Forschungsprojekte sind es 2010 bereits 114 gewesen. Die treibende Kraft in der Weiterentwicklung der Forschungen sieht das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) in ihrem Monatbericht 08/2011 vor allem bei den KMUs. Laut dem Monatsbericht zeichnen die sich in besonderem Maße durch spezifisches Know-How sowie Schnelligkeit und Effizienz in der Entwicklung und Umsetzung bis hin zur Serienreife aus.

Die Firma Weinert Engineering GmbH hat bereits die ersten Erfolge vorzuweisen. Sie hat ein System zur Betankung von Elektroautos in Verbindung mit einem Abrechnugs- und Buchungssystem entwickelt. Ausschlaggebend für die Entscheidung, dieses Produkt zu entwickeln, war nach Auskunft des Unternehmens die Nachfrage aus dem Markt. Das System hat die Prototypphase hinter sich und wird nun bereits von einem Kunden, der Firma Mennekes, erfolgreich vermarket.

Die Alia Technik GmbH wiederum entwickelt ein Ladegerät für Hochspannungsbatterien und testet bereits den ersten Prototyp. In der Forschungsgruppe IKT für Elektromobilität sind über 15 KMUs an der Entwicklung von Informations- und Kommunikationstechnologien beteiligt, die zwischen den Elektrofahrzeugen und dem Verkehr sowie den Energieversorgen vermitteln sollen. Und eine Kooperation von Bauer Kunststofftechnik GmbH & Co. KG mit der Hymer IDC GmbH & Co beschäftigt sich mit Leichtbau in der Innenausstattung. Zusätzlich dazu wird demnächst ein neues Energieforschungsprogramm verabschiedet, das sich der Batterieentwicklung, der Forschung an Komponenten für ein Brennstoffzellenfahrzeug und der Frage nach Speicherung nachhaltiger Energie widmet.

Die Förderung und Favorisierung der Elektromobilität wird von der Industrie gut angenommen und entspricht der grundsätzlichen Forderung der Konsumenten nach mehr Nachhaltigkeit und Klimaschutz. Nur scheinen gerade auf Seiten der Nachfrage momentan vor allem der Preis und die noch nicht ganz ausgereiften Technologien den Kauf zu bremsen. So lag der Anteil von neu zugelassenen Elektro- und Hybridautos im Jahr 2010 nur bei einem Prozent. Hier zeigt sich unabhängig von der Forderung, Leitmarkt und Leitanbieter in der Elektromobilität zu sein, wie nötig weitere Forschungen durch Fahrzeughersteller und KMUs sind.

In Zeiten internationalen Märkte und der stark wachsenden Wirtschaftsmacht China muss Deutschland auf diesen Zug aufspringen, um neben den hehren Zielen des Klimaschutzes und im Angesicht der Ressourcenknappheit, weiterhin einen starken Export aufweisen zu können.

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