US-Bonität: Welche konkrete Folge das schlechtere Rating hat

Ein Crash an den Börsen ist möglich. Nachhaltiger als die Reaktion auf den Aktienmärkten wird das Verhalten der Institutionellen Anleger sein. Viele von ihnen sind formal verpflichtet, nur in Triple A Papiere zu investieren.

Natürlich werden die Börsen am Montag auf die Herabstufung der US-Bonität durch Standard&Poor’s reagieren.

Wichtiger als ein möglicher Crash an den Aktienmärkten ist jedoch eine nachhaltig konkrete Auswirkung, die das schlechtere Rating der USA haben wird: Viele institutionelle Anleger haben die formale Vorgabe, das Geld ihrer Anleger nur bei Staaten mit Triple A zu investieren. Selbst wenn die Herabstufung der USA durch S&P vorwiegend politisch begündet wurde: Die schlechtere Bonität wird große Anleger wie zum Beispiel Pensionsfonds zwingen, ihr Geld aus US-Anleihen abzuziehen.

Dadurch wird der Wert dieser Papiere weiter sinken. Selbst wenn China aus Eigeninteresse vorerst auf den großem Exit verzichtet, dürfte sich die Lage für die Amerikaner verschlechtern.

Diese Entwicklung in der Schuldenkrise ist natürlich auch eine Chance für Top-Staaten wie Deutschland: Die heimischen Anleihen werden wertvoller. Gepaart mit dem schwachen Euro kann sich die Situation also als durchaus günstig für den deutschen Mittelstand erweisen – allerdings nur bis zu dem Punkt, wo es zu einem gewaltigen Börsen-Crash kommt. Dann nämlich wird der ganze Handel irrational, und die Optionen für alle Marktteilnehmer schwer auszumachen.

Die Politik spielt in diesem Zusammenhang nur eine Nebenrolle. Das Desaster, das sie verursacht hat, kann sie nicht mehr aus eigenem in den Griff bkommen.

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