Die größte Gefahr für Deutschland: Inflation!

Unter angelsächsischen Wirtschaftsexperten mehren sich die Stimmen, die sagen: Europa kann nur mit einer bewusst herbeigeführten Inflation oder dem Austritt Deutschlands aus dem Euro gerettet werden. Beide Szenarien bedeuten für Deutschland nichts Gutes.

Der „Daily Telegraph“ brachte vor einigen Tagen eine Karikatur aus dem Jahr 1923. Darauf ist ein Mann zu sehen, der wertloses Geld wie Heu in einer Schubkarre vor sich herschiebt. Der Text dazu: „Deutschlands Hyperinflation von 1923 – wir brauchen eine (kleine) Dosis davon“.

Viele Kommentatoren aus den USA und Großbritannien haben bereits den Schuldigen für die Finanzkrise gefunden. Es ist nicht Silvio Berlusconi, der das schöne Italien mit Mutwillen und krimineller Energie an die Wand gefahren hat. Auch nicht Nicolas Sarkozy, der sich als Weltmeister des Protektionismus und der verstaatlichten Wirtschaft profiliert hat. Und auch sonst niemand – außer den Deutschen!

Die Anklage beginnt meist mit einem Lob: Ihr habt zu gut gewirtschaftet. Alle Kritiker betonen, dass der deutsche Mittelstand hervorragende Produkte erstellt hat; dass die deutschen Unternehmen im globalen Vergleich eine enorme Wettbewerbsfähigkeit zeigen. Es bleibt aber eben nicht beim Lob: Die Europäische Zentralbank agiere wie die Deutsche Bundesbank – ausschließlich im Interesse Deutschlands. Und Angela Merkel halte die Zügel straff, damit die Deutschen weiter von einer schwachen Währung profitieren, die sie eigentlich nur dem Süden Europas und seiner mageren Wirtschaftsleistung verdanken.
Die Analyse mag zutreffend sein, weil Deutschland ohne den Euro heute in einer noch misslicheren Lage als die Schweiz mit dem stahlharten Euro wäre.
Die zwei Rezepte, die die Angelsachsen vorschlagen, laufen indes auf eine politische Spaltung Europas auf Kosten Deutschlands hinaus. Die Briten fordern, dass die EZB mit einer zünftigen Inflation die Schulden der südlichen Staaten Europas einfach „hinwegfluten“ sollte.
Die Wirkungen auf Deutschland wären verheerend. Der Export käme zum Erliegen, und die Panik, die es aufgrund der immer noch extrem hohen Sparquote in Deutschland gäbe, kann man sich leicht ausmalen.
Die britischen Analysten zeigen Verständnis, dass eine Inflation keine gute Idee für Deutschland wäre. Aber damit alle einen angemessenen Beitrag zur Lösung der Schuldenkrise leisten, hätte Deutschland die Option, aus dem Euro auszutreten. Es ist müßig zu sagen, dass ein Austritt dieselbe Wirkung hätte wie eine Inflation. Als die Experten der Schweizer UBS vor etwa genau einem Jahr genau das forderten – nämlich den Austritt Deutschlands aus dem Euro – ernteten sie noch Spott und Hohn.
Heute sehen dies immer mehr Beobachter ähnlich. Deutschland soll den Deutschen gehören, sie sollen die Binnennachfrage ankurbeln. Die Exporte würden dann diejenigen übernehmen, die bisher nicht durch besonders viele exportfähige Produkte aufgefallen sind – Griechen, Italiener, Zyprioten. Und die Briten natürlich, die mit ihrer Idee der „splendid isolation for Germany“ schon einen ersten Exportschlager vorweisen können.

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Kommentare

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  1. Manfred sagt:

    Ein Austritt Deutschlands aus der Euro-Zone wäre nicht das schlechteste. Und vergessen wir nicht: schon zu DM-Zeiten war Deutschland Export-Weltmeister. Seit dem Euro sind wir „abgerutscht“…. von wegen also „Deutschland profitiert am meisten von Euro“. Das stimmt so allgemein einfach nicht, auch wenn es hundertmal wiederholt wird.

  2. Manfred sagt:

    Ein Austritt Deutschlands aus der Euro-Zone wäre nicht das schlechteste. Und vergessen wir nicht: schon zu DM-Zeiten war Deutschland Export-Weltmeister. Seit dem Euro sind wir „abgerutscht“…. von wegen also „Deutschland profitiert am meisten von Euro“. Das stimmt so allgemein einfach nicht, auch wenn es hundertmal wiederholt wird.

  3. Manfred sagt:

    Ein Austritt Deutschlands aus der Euro-Zone wäre nicht das schlechteste. Und vergessen wir nicht: schon zu DM-Zeiten war Deutschland Export-Weltmeister. Seit dem Euro sind wir „abgerutscht“…. von wegen also „Deutschland profitiert am meisten von Euro“. Das stimmt so allgemein einfach nicht, auch wenn es hundertmal wiederholt wird.

  4. Manfred sagt:

    Ein Austritt Deutschlands aus der Euro-Zone wäre nicht das schlechteste. Und vergessen wir nicht: schon zu DM-Zeiten war Deutschland Export-Weltmeister. Seit dem Euro sind wir „abgerutscht“…. von wegen also „Deutschland profitiert am meisten von Euro“. Das stimmt so allgemein einfach nicht, auch wenn es hundertmal wiederholt wird.