Wie Deutschland von Eurobonds sogar profitieren könnte

Die Forderung nach Eurobonds wird lauter. Die These: Wer Euro sagt muss auch Eurobonds sagen. Darin besteht auch eine Chance für Deutschland.

„Wir wären nicht da, wo wir jetzt sind, wenn wir Euro-Bonds gehabt hätten“, sagte Italiens Finanzminister Giulio Tremonti am Samstag im Hinblick auf Griechenland. Tremonti hofft nun auf Einsicht in Berlin und Paris. Viel hänge davon ab, was nun über und für Europa beschlossen werde, sagte Tremonti in Anspielung auf das geplante Treffen von Angela Merkel und Nicolas Sarkozy am kommenden Dienstag.

Neben der Ablehnung der Eurobonds durch die Minister Schäuble und Rösler gibt es Zustimmung von SPD-Chef Sigmar Gabriel. Am Sonntag erschien ein Medienbericht, der den Eindruck erweckte, als begänne auch in der Regierung bereits ein Nachdenkprozess. Alle sind gespannt, wo Angela Merkel in diesem Prozess steht.

Tatsache ist: So wie es ist kann es nicht weitergehen. Immer neue, quasi mit Notverordnungen durchgesetzte Rettungsschirme kann es nicht geben. Vor allem dann nicht, wenn Italien die aktute Pleite droht und sich herausstellt, dass Frankreich als Retter ausfällt und Deutschland 100 Milliarden mehr in den schon bestehenden Fonds einzahlen müsste. Dies haben Experten errechnet (mehr hier).

George Soros hat in der Financial Times drei Schritte genannt, die den Euro retten könnten: Eine Reform des Bankenwesens, Eurobonds und ein geordneter Austritts-Mechanismus für unbelehrbare Schuldner. (Text hier)

Soros bringt seine Kritik an Deutschland auf den Punkt. Sie deckt sich im wesentlichen mit dem, was Analysten der UBS bereits vor einem Jahr prophezeit hatten: Der deutsche Exportüberschuss schaffe ein strukturelles Ungleichgewicht. Wichtigster Importeur deutscher Waren ist immer noch die Eurozone. Die Kritiker Deutschlands sagen: Auf Dauer kann es nicht funktionieren, dass ein Land einen Überschuss erwirtschaftet und andere ohne Defizit auskommen. Deutschland muss einen Preis für seine wirtschaftliche Dominanz bezahlen. Früher war das die harte D-Mark, künftig müsse es eine gemeinsame Bewertung der Schulden und Überschüsse aller Euro-Staaten geben. Dies wäre am besten durch die Eurobonds zu erreichen.

Es ist davon auszugehen, dass diese Argumentation in den kommenden Tagen bei vielen europäischen Staaten durchsetzen wird. Die Forderung Tremontis wird zum Leitmotiv werden. Es wird für Deutschland sehr schwer werden, sich einfach zu widersetzen.

Und es ist auch fraglich, ob es klug wäre, die Eurobonds pauschal abzulehnen. Denn Deutschland profitiert enorm vom gemeinsamen Markt. Das zeigt der Exportüberschuss. Ein Zerfallen der Euro-Zone würde der deutschen Wirtschaft, insbesonder dem Mittelstand, am Ende enorm schaden. Eine vom Nationalstolz getragene politische Ablehnung bringt keinen Cent an realem Wirtschaftswachstum. Ein weiter funktionierender Markt dagegen bringt jede Menge.

Daher sollte sich Deutschland überlegen, an welche Bedingungen es die Zustimmung zu Eurobonds knüpfen kann. Die Vorschläge von Soros sind als Vorlage geeignet.

Eine Neuorganisation des europäischen Bankensystems ist im Interesse Deutschlands. Vermutlich müssten die Eigenkapitalquote für Banken drastisch erhöht werden. Eine gemeinsame Bankenaufsicht bringt mit Sicherheit mehr Stabilität.
Sollten Eurobonds begeben, geschähe dies unter der Aufsicht der Europäischen Finanzminister. Das verantwortliche Board sollte nach der wirtschaftlichen Potenz der Staaten besetzt werden und nicht nach dem Prinzip Ein Staat-Eine Stimme. Damit gäbe es ein Gegengewicht zur Europäischen Zentralbank (EZB), die sich auf die Geldpolitik konzentrieren könnte. Es gäbe auch ein Gegengewicht zum Internationalen Währungsfonds (IMF): Deutschland müsste bei einem solchen Gremium eine führende Rolle spielen. Die Regeln, die es zu definieren gilt, sollten hart und transparent sein. Eine Schuldenbremse nach deutschen Vorbild kann ein Element sein.

Schließlich fährt Deutschland auch besser, wenn es einen geordneten Austrittsprozess gibt. Die Politik würde in einem solchen System bestimmen können, wer wann rausfliegt. Sie würde sich damit von den Spekulanten befreien – die im Moment als einzige diese Prognosen treffen und bekanntermaßen nicht berechnenbar agieren.

Unterm Strich liegt es mehr in Deutschlands Interesse, dass der gemeinsame Markt weiter besteht. Ein Markt aber lebt vom Vertrauen. Wenn sich die nicht unerhebliche Gruppe derjenigen, die heute deutsche Produkte im großen Stil importieren, in die Ecke gedrängt fühlen bricht der Markt zusammen. Die Folgen wären Protektionismus, neue Handelsschranken und eine steinharte Währung jener Länder, die dann noch mit Deutschland im Verbund verbleiben.

Europa braucht keine deutsche Vorherrschaft (mehr hier). Aber das Vertrauen der Regierungen untereinander muss wieder hergestellt werden. Deutschland wird dazu, nolens volens, beitragen müssen.

Kommentare

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  1. v. Faltin sagt:

    Wie Deutschland von Eurobonds sogar profitieren könnte.
    Das soll wohl ein Witz sein. Eurobonds sind nichts wert. Man sollte dem Redakteur sein Gehalt in Zukunft in Euro-Bonds auszahlen. Also mit einem Zettel, wo drauf steht, daß der Zettel 2000,– Euro wert ist. Wenn er davon dann leben kann, darf er recht behalten.
    Nein, Euro-Bonds sind Wechselreiterei, Betrug und eine kriminelle Handlung der Politiker. Der Euro ist tod, man versucht ihn aber künstlich am Leben zu erhalten.
    Auf Teufel komm raus! Das wird teuer. Die nächste Revolution wird wahrscheinlich dann nicht mehr friedlichlich in Deutschland. Artikel 20 GG.

  2. v. Faltin sagt:

    Wie Deutschland von Eurobonds sogar profitieren könnte.
    Das soll wohl ein Witz sein. Eurobonds sind nichts wert. Man sollte dem Redakteur sein Gehalt in Zukunft in Euro-Bonds auszahlen. Also mit einem Zettel, wo drauf steht, daß der Zettel 2000,– Euro wert ist. Wenn er davon dann leben kann, darf er recht behalten.
    Nein, Euro-Bonds sind Wechselreiterei, Betrug und eine kriminelle Handlung der Politiker. Der Euro ist tod, man versucht ihn aber künstlich am Leben zu erhalten.
    Auf Teufel komm raus! Das wird teuer. Die nächste Revolution wird wahrscheinlich dann nicht mehr friedlichlich in Deutschland. Artikel 20 GG.

  3. v. Faltin sagt:

    Wie Deutschland von Eurobonds sogar profitieren könnte.
    Das soll wohl ein Witz sein. Eurobonds sind nichts wert. Man sollte dem Redakteur sein Gehalt in Zukunft in Euro-Bonds auszahlen. Also mit einem Zettel, wo drauf steht, daß der Zettel 2000,– Euro wert ist. Wenn er davon dann leben kann, darf er recht behalten.
    Nein, Euro-Bonds sind Wechselreiterei, Betrug und eine kriminelle Handlung der Politiker. Der Euro ist tod, man versucht ihn aber künstlich am Leben zu erhalten.
    Auf Teufel komm raus! Das wird teuer. Die nächste Revolution wird wahrscheinlich dann nicht mehr friedlichlich in Deutschland. Artikel 20 GG.

  4. v. Faltin sagt:

    Wie Deutschland von Eurobonds sogar profitieren könnte.
    Das soll wohl ein Witz sein. Eurobonds sind nichts wert. Man sollte dem Redakteur sein Gehalt in Zukunft in Euro-Bonds auszahlen. Also mit einem Zettel, wo drauf steht, daß der Zettel 2000,– Euro wert ist. Wenn er davon dann leben kann, darf er recht behalten.
    Nein, Euro-Bonds sind Wechselreiterei, Betrug und eine kriminelle Handlung der Politiker. Der Euro ist tod, man versucht ihn aber künstlich am Leben zu erhalten.
    Auf Teufel komm raus! Das wird teuer. Die nächste Revolution wird wahrscheinlich dann nicht mehr friedlichlich in Deutschland. Artikel 20 GG.

  5. Das Leben zwischen Mahlsteinen sagt:

    Tremonti hat doch sinngemäß gesagt: Hätten wir Eurobonds bräuchten wir das Sparpaket nicht.
    So gesehen ist der Eurobond die Einladung zum Leben auf Kosten anderer. Was nützt es Geld zu geben, damit diese Produkte kaufen können, vielleicht auch welche aus Deutschland, was sie aber nicht täten wenn Deutschland zum Haßobjekt würde wovon auszugehen ist, wenn Deutschland anfängt den anderen Geschäfts-und Gesellschaftsmodellregeln nahezulegen um die Alimentierung einzugrenzen.
    Eurobonds verzerren letztlich die Marktwirklichkeit und führen zu „bösem Blut“ auf beiden Seiten. Daran kann keinem gelegen sein.

  6. Das Leben zwischen Mahlsteinen sagt:

    Tremonti hat doch sinngemäß gesagt: Hätten wir Eurobonds bräuchten wir das Sparpaket nicht.
    So gesehen ist der Eurobond die Einladung zum Leben auf Kosten anderer. Was nützt es Geld zu geben, damit diese Produkte kaufen können, vielleicht auch welche aus Deutschland, was sie aber nicht täten wenn Deutschland zum Haßobjekt würde wovon auszugehen ist, wenn Deutschland anfängt den anderen Geschäfts-und Gesellschaftsmodellregeln nahezulegen um die Alimentierung einzugrenzen.
    Eurobonds verzerren letztlich die Marktwirklichkeit und führen zu „bösem Blut“ auf beiden Seiten. Daran kann keinem gelegen sein.

  7. Das Leben zwischen Mahlsteinen sagt:

    Tremonti hat doch sinngemäß gesagt: Hätten wir Eurobonds bräuchten wir das Sparpaket nicht.
    So gesehen ist der Eurobond die Einladung zum Leben auf Kosten anderer. Was nützt es Geld zu geben, damit diese Produkte kaufen können, vielleicht auch welche aus Deutschland, was sie aber nicht täten wenn Deutschland zum Haßobjekt würde wovon auszugehen ist, wenn Deutschland anfängt den anderen Geschäfts-und Gesellschaftsmodellregeln nahezulegen um die Alimentierung einzugrenzen.
    Eurobonds verzerren letztlich die Marktwirklichkeit und führen zu „bösem Blut“ auf beiden Seiten. Daran kann keinem gelegen sein.

  8. Das Leben zwischen Mahlsteinen sagt:

    Tremonti hat doch sinngemäß gesagt: Hätten wir Eurobonds bräuchten wir das Sparpaket nicht.
    So gesehen ist der Eurobond die Einladung zum Leben auf Kosten anderer. Was nützt es Geld zu geben, damit diese Produkte kaufen können, vielleicht auch welche aus Deutschland, was sie aber nicht täten wenn Deutschland zum Haßobjekt würde wovon auszugehen ist, wenn Deutschland anfängt den anderen Geschäfts-und Gesellschaftsmodellregeln nahezulegen um die Alimentierung einzugrenzen.
    Eurobonds verzerren letztlich die Marktwirklichkeit und führen zu „bösem Blut“ auf beiden Seiten. Daran kann keinem gelegen sein.