Air Berlin: Hunold geht, was hat er falsch gemacht?

Eine Airline ist kaum als mittelständischer Betrieb zu führen. Dazu sind die „Großen“ viel zu brutal. Im Fall von Air Berlin ist das besonders schade.

Joachim Hunold hat aus der amerikanischen Air Berlin eine Fluglinie gemacht, die man gerne fliegt. Air Berlin atmet den Geist des Gründers. Sie wirkt auf wie einzige mittelständische First Class: Nüchtern, rauh, aber herzlich. Süss oder salzig, Tomatensaft gratis. Vor allem aber: Meist mit guten Preisen und fast immer pünktlich.

Nun hat der Gründer Joachim Hunold das Handtuch geworfen, Insider sprechen davon, dass ihn der Aufsichtsrat abserviert hat. Tatsächlich war die Airline in den vergangene drei Jahren nicht aus den roten Zahlen gekommen. Dem energischen Rheinländer Hunold wurde vorgeworfen, dass er die Komplexität des Geschäfts nicht mehr verstanden habe. Mag sein: Denn die großen internationalen Airlines sind gnadenlose Platzhirschen, die ihre Marktmacht ausnutzen. Ihre Arroganz, mit der sie einst das Aufkommen der Billigflieger übersehen haben, ist längt einer knallharten Verdrängungspolitik gewichen. Wenn nötig wird eben auch mal schnell eine Billigfluglinie gegründet, wie Lufthansa es mit Germanwings vorgemacht hat.

Trotzdem ist es schade um Hunold. Die Qualität eines Service-Unternehmens lebt immer vom Chef. „Kann“ er Dienstleistungen, dann geht’s den Kunden gut.

Kann er es nicht und geht es den Aktionären schlecht, dann hilft die freundlichste Airline nichts. Dann kommt Hartmut Mehdorn. Was er unter Service versteht, hat er bei der Deutschen Bahn unter Beweis gestellt. Fasten your seat belts!

Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar zum Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.