Börse: Haben Merkel und Sarkozy den Crash ausgelöst?

Der schwarze Donnerstag brachte an den Börsen vor allem die Bankaktien zu Fall. Die Politik gerät nun unter enormen Zeitdruck: Selbst besonnene Beobachter sprechen von der Möglichkeit des „politischen und wirtschaftlichen Chaos“.

Die Entwicklungen der Bankaktien an den Märkten sprach am Donnerstag eine klare Sprache. Der Markt hat das Vertrauen in die Banken verloren. Damit jedoch setzt sich eine gefährliche Spirale in Gang. Die Banken leihen untereinander kein Geld mehr, sondern müssen sich ihre Liquidität bei der Europäischen Zentralbank (EZB) holen. Oder aber direkt bei ihren Regierungen. Damit scheint die nächste Finanzkrise vor der Tür: Die amerikanische Notenbank Fed bereitet sich offenbar schon auf den „worst case“ vor. Sie will, dass europäische Banken in den USA nur noch als streng getrennte, ihre Finanzierung selbst sicherstellende Units operieren dürfen. Für den deutschen Mittelstand, der meist von Kreditfinanzierung abhängig ist, hätte eine derartige Verschärfung der Bankenkrise einschneidende Folgen.

Das „Wall Street Journal“ spricht in ungewohnt drastischen Worten von der Möglichkeit, dass die „gemeinsame Währung kollabieren und den Kontinent in politisches und wirtschaftliches Chaos stürzen könnte“. Daher hätte Deutschland und Frankreich keine Wahl als die wirtschaftliche Integration Europas mit höchster Beschleunigung voranzutreiben.

Und auch in Europa selbst beginnt angesichts der Dramatik der Lage der Egoismus um sich zu greifen: Finnland und Österreich steigen „heimlich“ aus dem Rettungspaket aus, indem sie Bürgschaften für ihre Beiträge zur Griechenland-Hilfe fordern. Das nennt man ganz einfach Entsolidarisierung.

Wie ist es zu dieser Beschleunigung der Krise gekommen? Entscheidenden Anteil hatte das im Rückblick surreal anmutende Gipfeltreffen von Angela Merkel und Nicolas Sarkozy in Paris am Dienstag. Ihre Vorschläge – Wirtschaftsregierung, Schuldenbremse in allen Ländern, europäische Transaktionssteuer – sind entweder abgehoben und weltfremd oder nicht durchsetzbar. Merkel und Sarkozy simulierten Führungsstärke, indem sie versuchten, dem Markt eine „Vision“ zu verkaufen, an die sie im Grunde selbst nicht mehr glauben.

Der Markt reagierte unbarmherzig: Er will die einzige, kurzfristig mögliche Maßnahme erzwingen: Die Euro-Bonds. Damit aber wird es eng für Angela Merkel: Angesichts der kategorischen Ablehnung durch die FDP und die CSU kann Merkel Euro-Bonds eigentlich nur ohne demokratische Legitimation durchboxen. Damit aber riskiert Merkel ihren Machtverlust. Es ist schwer vorstellbar, dass sich die gesamte politische Elite entmündigen lässt.

Das ganze Drama spielt unter Aufsicht der Märkte ab. Morgan Stanley hat bereits die Prognose für die Eurozone für 2011 und 2012 nach unten korrigiert.

Für Europa sind nun drei Dinge unerlässlich: Es muss verhindert werden, dass die EZB weiter Staatsanleihen von Bankrottstaaten auf dem Sekundärmarkt erwirbt. Die wankenden Länder müssen Zugang zu Krediten erhalten. Es muss verhindert werden, dass die Schwachen in Europa die Starken in den Abgrund reißen. Das gilt auch für die innerdeutsche Diskussion: Maßnahmen, die am Ende auch die vielen mittelständischen Unternehmen mit ins Chaos reißen, würden den Virus der staatlichen Schuldenkrise endgültig in die Realwirtschaft übertragen.

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Kommentare

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  1. Albert Albern sagt:

    Tja, wer hat wohl den Crash ausgelöst??? Ist die „freie Marktwirtschaft“ wirklich von Merkel und Sarkozy so sehr abhängig, so dass die beiden nicht einmal laut husten dürfen?

    Auf den Börsen herrscht zweifelsfrei die freie Marktwirtschaft. Dort haben Merkel und Sarkozy nicht viel zu sagen.

    Witzig – Aktien rutschen ab, obwohl die reale Wirtschaft immer noch die gleiche ist wie vorher. Die Fabriken sind nicht abgestürzt und die Verkäufer von Bratwürsten haben nicht zugemacht.

    Nur die Träume und die Illusionen sind wirklich frei. Und beides kann man auch gut verkaufen. So funktioniert an vielen Stellen die freie Marktwirtschaft – besonders gut an den Börsen…

  2. Albert Albern sagt:

    Tja, wer hat wohl den Crash ausgelöst??? Ist die „freie Marktwirtschaft“ wirklich von Merkel und Sarkozy so sehr abhängig, so dass die beiden nicht einmal laut husten dürfen?

    Auf den Börsen herrscht zweifelsfrei die freie Marktwirtschaft. Dort haben Merkel und Sarkozy nicht viel zu sagen.

    Witzig – Aktien rutschen ab, obwohl die reale Wirtschaft immer noch die gleiche ist wie vorher. Die Fabriken sind nicht abgestürzt und die Verkäufer von Bratwürsten haben nicht zugemacht.

    Nur die Träume und die Illusionen sind wirklich frei. Und beides kann man auch gut verkaufen. So funktioniert an vielen Stellen die freie Marktwirtschaft – besonders gut an den Börsen…

  3. Albert Albern sagt:

    Tja, wer hat wohl den Crash ausgelöst??? Ist die „freie Marktwirtschaft“ wirklich von Merkel und Sarkozy so sehr abhängig, so dass die beiden nicht einmal laut husten dürfen?

    Auf den Börsen herrscht zweifelsfrei die freie Marktwirtschaft. Dort haben Merkel und Sarkozy nicht viel zu sagen.

    Witzig – Aktien rutschen ab, obwohl die reale Wirtschaft immer noch die gleiche ist wie vorher. Die Fabriken sind nicht abgestürzt und die Verkäufer von Bratwürsten haben nicht zugemacht.

    Nur die Träume und die Illusionen sind wirklich frei. Und beides kann man auch gut verkaufen. So funktioniert an vielen Stellen die freie Marktwirtschaft – besonders gut an den Börsen…

  4. Albert Albern sagt:

    Tja, wer hat wohl den Crash ausgelöst??? Ist die „freie Marktwirtschaft“ wirklich von Merkel und Sarkozy so sehr abhängig, so dass die beiden nicht einmal laut husten dürfen?

    Auf den Börsen herrscht zweifelsfrei die freie Marktwirtschaft. Dort haben Merkel und Sarkozy nicht viel zu sagen.

    Witzig – Aktien rutschen ab, obwohl die reale Wirtschaft immer noch die gleiche ist wie vorher. Die Fabriken sind nicht abgestürzt und die Verkäufer von Bratwürsten haben nicht zugemacht.

    Nur die Träume und die Illusionen sind wirklich frei. Und beides kann man auch gut verkaufen. So funktioniert an vielen Stellen die freie Marktwirtschaft – besonders gut an den Börsen…