Eichelburg: „Der Goldpreis hat seinen Anlauf erst begonnen“

In Krisenzeiten steigt die Nachfrage nach dem guten, alten Gold. Der Goldpreis erklimmt immer neue Höhen. Ein Trend – oder eine Blase? Der Gold-Experte Walter K. Eichelburg zum Höhenflug des Goldes und zur Frage, was hinter der spektakulären Rückholaktion der staatlichen Goldreserven von Venezuela durch Hugo Chávez wirklich steckt.

Deutsche Mittelstands Nachrichten: Alle Experten fragen sich: Geht der Goldpreis noch weiter nach oben, oder ist die Spitze erreicht?

Eichelburg: Der Goldpreis hat seinen Anlauf erst begonnen. Was wird derzeit sehen, ist eine weltweite Flucht aus dem Papiergeldsystem, primär in Gold. Daher gibt es nach oben kein Limit. Je nachdem was die Zentralbanken machen, können wir mit einem Goldpreis von $50’000/oz aufwärts rechnen. Das kann auch in die Milliarden gehen, so wie in Deutschland 1923.

Venezuela holt sein Gold aus Europa zurück. Kann es sein, dass andere Staaten ähnliche Schritte planen?

Chavez in Venezuela holt Devisenreserven und Gold deswegen zurück, weil er die Goldminen im Land verstaatlichen will. Er fürchtet Beschlagnahmen aus diesem Grund im Westen.

Warum würde das im Ausland deponierte Gold beschlagnahmt, wenn er die Goldminen verstaatlicht? Unter welchem Rechtstitel könnte der Westen das machen?

Der Chavez wirft das Geld im eigenen Land mit vollen Händen raus. Die Firmen verstaatlicht er, um Managementposten für seine Günstlinge zu schaffen. So vermutlich auch bei den Goldminen. Dann kommen diese Betriebe runter. Wenn etwa eine Minenfirma, die in Kanada sitzt, von Chavez enteignet wird, kann sie überall in der westlichen Welt einen Exekutionstitel gegen venezolanisches Eigentum erwirken. So geschehen vor einigen Monaten in Deutschland. Das Flugzeug des thailändischen Kronprinzen wurde beschlagnahmt, weil Thailand eine Rechnung einer deutschen Baufirma nicht bezahlte. Gold ist da sicher begehrter als ein Flugzeug, da leichter verwertbar.

Die neuesten Zahlen zeigen, dass in Indien und China die meisten Goldkäufer sitzen. Steckt da eine staatliche Strategie dahinter?

Für Indien stimmt es, weil dort Gold eine lange Tradition hat, für China nicht. In beiden Staaten ist die Inflation noch viel höher als bei uns. Daher die Flucht in das Gold. Aber auch im Westen gibt es diese Flucht: in Deutschland stärker, sonst weniger.

Auch in der Türkei ist Gold beliebt wie nie. Zufall – oder spüren die Leute auch hier, dass Gold krisenfest ist?

In der Türkei bricht gerade die Währung Lira zusammen. Die brauchen Gold zur Absicherung.

Welche Entwicklung müsste eintreten, damit der Goldpreis wieder sinkt?

Gute Frage: die Zentralbanken müssten mit dem Gelddrucken aufhören, die Politiker mit dem Geldausgeben. Beides wird so schnell nicht passieren.

Silber kann mit der Gold-Entwicklung nicht mithalten. Warum?

Silber hatte seinen großen Anstieg in der ersten Jahreshälfte schon, jetzt ist Gold dran, auch weil Gold „geldiger“ ist als Silber. Aber Silber wird mächtig aufholen, wenn die Masse sich auch zu retten versucht, aber Gold für sie zu teuer wird.

Kann es sein, dass der hohe Goldpreis und eine entsprechende Marktverknappung zu einem Run auf andere Edelmetalle führen?

Nur Gold und Silber sind Geldmetalle, alle anderen nicht. Am ehesten kommt noch ein Run in Platin, wenn es kein Gold und Silber mehr gibt.

Welches Potenzial hat Platin?

Platin ist in erster Linie ein Industriemetall. Daher wird es weniger stark als Gold/Silber steigen, wenn die Währungen zusammenbrechen und die Wirtschaft schrumpft. Platin ist nur etwas für wirkliche Experten.

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Kommentare

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  1. Klarer Fall von Alterssenilität sagt:

    Wie war das mit 50000 Dollar pro Feinunze? Oder meinte der alte Zausel pro Kilo?

    • Definitiv senil der Alte! sagt:

      Walter von Eichelfurz erinnert sehr stark an diesen Geistesgestörten aus den USA, der von Zeit zu Zeit den Weltuntergang „vorhersagt“!

  2. Jan van Eichelfurz sagt:

    Der Goldpreis hat seinen Anlauf erst begonnen – in Richtung 800 USD …

  3. Jan van Eichelfurz sagt:

    „Je nachdem was die Zentralbanken machen, können wir mit einem Goldpreis von $50’000/oz aufwärts rechnen.“

    Gibt es Irgendjemanden auf dieser Welt, der solche Aussagen in irgendeiner Form ernstnehmen würde?

    • Broadarrow sagt:

      Bevor Du das im Forum fragst, schau mal auf http://www.gidf.de/.

      Solltest Du da nicht augenblicklich fündig werden, dann probiers mit einem Beispiel aus der Geschichte http://de.wikipedia.org/wiki/Goldpreis, wenn Du den Text nach „Anlageklassen versus Inflation“ absuchst.

    • Vanfan sagt:

      Ja, ich. 1923 kostete die Unze Gold 63 Trillionen Reichsmark. Da staunste Eichelfurz!

    • Ernst Reibach sagt:

      Ich nehme solche Prognosen durchaus ernst.
      Man muss nur aus der deutschen zu Geschichte lernen bereit sein.
      Beispiel Wirtschaftskrise:
      1921 Kostete 1 Unze Gold (bzw. 1 Krügerrand) 2.000 Reichsmark.
      1923 waren es schon 270 Millionen Reichsmark. (Zuletzt 87 Trilliarden)
      Eine Prognose dieser Art wäre damals genauso für unmöglich erklärt worden wie die heute von W.E.
      Kommt alles wieder. Damals bluteten die Steuerzahler für Versailles, – heute bluten wir für die Euro-Rettung.

      • Robert Craven sagt:

        Nichts ist unmöglich.

        Nur: Glaubt ihr mit eurem Gold etwas zu erreichen, wenn es zu einer Hyperinflation und dem darauf folgenden Chaos Jahre kommt? In der Theorie ist das vielleicht möglich, in der Praxis jedoch völlig wirkungslos. In der dann folgenden Anarchie gibt es keine Gesetze mehr.

        Ich als Sportschütze empfehle euch lieber eine Pistole zu kaufen, damit bekommt man in diesem Szenario sowieso allles…

        MFG

        • FrauSonstwer sagt:

          Ein Sportschütze mit einer Pistole. Jeppa. Das ist genau so wirkungsvoll wie eine Fliegenklatsche gegen einen Schwarm aus 5000 Wespen.
          Wer eine Waffe zieht, geht damit automatisch in die höchste Eskalationsstufe, in der es nur noch ums Überleben geht. Das macht man einmal… vielleicht noch ein zweites mal, danach ist aber vorbei.
          Wir leben nicht in in Hollywood, sondern in der realen Welt. Und die ist um einiges Boshafter. Und von Glück hält sie nicht viel.

  4. sebastian sagt:

    Gold-Rallye 2011
    Die großen multiplen Zuwächse kommen erst noch

    http://www.biallo.at/artikel/Geldanlage/gold-rallye-2011-die-grossen-multiplen-zuwaechse-kommen-erst-noch.php

    18.08.2011 Von Erwin J. Frasl
    „Nur wer den ganzen Zyklus drinbleibt, wird am Ende richtig verdienen.“ Der Investor und Betreiber von hartgeld.com Walter K. Eichelburg über