Euro-Banken: Forderungen von 203 Milliarden Dollar gegen Griechenland

Griechenland steht bei den Banken der Euro-Länder mit 203 Milliarden US-Dollar in der Kreide. Die deutschen Banken sind mit 25 Milliarden Euro dabei. Besorgniserregend: Nach Informationen der Deutschen Mittelstands Nachrichten werden diese Forderungen trotz Rettungsschirm kaum weniger.

Es geht schon lange nicht mehr um die europäische Solidarität mit Griechenland in der Schuldenkrise: Es geht um das eigene Hemd – zumindest, was die Banken und ihre Engagements betrifft. Und da muss man sich fragen: Wo sind eigentlich die ganzen EU-Rettungsmilliarden hin? Die Forderungen der europäischen Banken gegenüber Griechenland sind enorm. Die aktuelle Entwicklung – Steuerboykott, tiefere Rezession, Mindereinnahmen – hat die Möglichkeit einer griechischen Staatspleite mit Schuldenschnitt wieder in das Interesse der Öffentlichkeit gerückt.

Nach Informationen der Deutschen Mittelstands Nachrichten verharren die offenen Forderungen auf einem nahezu unverändert hohen Niveau. Das bedeutet: Es gibt keine Tilgung der aufgelaufenen Schulden: Die Banken der Euro-Staaten haben gegen Griechenland insgesamt 202,9 Milliarden Dollar an Forderungen. Das ergibt die Summe der Berichtsbanken bei der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ).

Die Zahlen der Deutschen Bundesbank vom Mai 2011, bezogen auf Auslandsforderungen deutscher Banken einschließlich ihrer Auslandsfilialen und –töchter, zeigen wenig Erfreuliches: etwas mehr als 24 Milliarden Euro. Magnus Mäkelä von der Deutschen Bundesbank sagte den Deutschen Mittelstands Nachrichten, dass sich an den Zahlen bis zum jetzigen Zeitpunkt (Ende August) nichts geändert habe. Von diesen 24 Milliarden Euro entfallen rund 1,4 Milliarden Euro auf griechische Banken, 5 Milliarden auf griechische Unternehmen und fast 18 Milliarden auf öffentliche Haushalte Griechenlands. Im Januar 2011 lagen die Auslandsforderungen deutscher Banken gegenüber Griechenland mit knapp über 25 Milliarden Euro in einer ähnlichen Höhe. Viel für ein Land, das vor dem Staatsbankrott steht und dessen Regierung offiziell für das BIP einen Rückgang von 3,9 Prozent angekündigt hat. Beobachter gehen indes von einer viel tieferen Rezession aus (mehr hier)

Die Summen sind enorm – selbst wenn man berücksichtigt, dass in den Auslandsforderungen deutscher Banken die von der KfW ausgereichten bundesverbürgten Kredite des im Mai 2010 von der Euro-Mitgliedsstaaten aufgelegten Hilfsprogramms für Griechenland mit eingerechnet sind.

Folgerichtig hält sich die Bereitschaft zu einer freiwilligen Beteiligung des privaten Sektors zur Schließung der griechischen Finanzierungslücke im Rahmen der Schuldenkrise in engen Grenzen. Schon jetzt verschwenden die Banken keinen Gedanken an Griechenland. So lag beispielsweise nach Aussagen von Commerzbank-Sprecher Reiner Rossmann das Engagement der Commerzbank im Juni 2011 bei 2,2 Milliarden Euro abzüglich bereits getätigter Tilgungszahlungen. Insgesamt wollen sich private Gläubiger nun 3,2 Milliarden Euro in neue griechische Staatsanleihen investieren. „Mit den jüngsten Beschlüssen werden umfangreiche zusätzliche Risiken auf die Hilfe leistenden Länder und deren Steuerzahler verlagert“ äußert sich die Deutsche Bundesbank in ihrem Monatsbericht vom August 2011 und gibt zu Bedenken, dass damit die Gefahr bestehe, „dass die Verschuldungsneigung der EWU-Staaten eher noch zunimmt und die gemeinsame Geldpolitik verstärktem Druck zu einer lockeren Ausrichtung ausgesetzt wird.“

Mehr zum Thema:

Irland schuldet Deutschland 78 Milliarden Euro

Schuldenkrise wird zur Bankenkrise

Max Otte im Interview zur Unbelehrbarkeit der Banken

Kommentare

Dieser Artikel hat 4 Kommentare. Wie lautet Ihrer?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

  1. Reinhard Jacob sagt:

    Das alles kann ich nur verstehen , wenn ich in den üblichen Kategorien denkender Mittelständler oder darüber stehender Ständler wäre und dann bekäme ich große Angst vor irgendwelchen Verlusten
    Ich habe aber mit solchem Denken und Handeln aufgehört, welches sich hauptsächlich um Haben und den Neid auf Habende dreht.
    Ich bin davon überzeugt, wenn viele Griechen ebenso denken würden und danach handelten, gäbe es diese Kriese gar nicht.
    Und mit wirklicher, gegenseitiger Hilfe hat das Ganze überhaupt nichts mehr zu tun.

  2. Reinhard Jacob sagt:

    Das alles kann ich nur verstehen , wenn ich in den üblichen Kategorien denkender Mittelständler oder darüber stehender Ständler wäre und dann bekäme ich große Angst vor irgendwelchen Verlusten
    Ich habe aber mit solchem Denken und Handeln aufgehört, welches sich hauptsächlich um Haben und den Neid auf Habende dreht.
    Ich bin davon überzeugt, wenn viele Griechen ebenso denken würden und danach handelten, gäbe es diese Kriese gar nicht.
    Und mit wirklicher, gegenseitiger Hilfe hat das Ganze überhaupt nichts mehr zu tun.

  3. Reinhard Jacob sagt:

    Das alles kann ich nur verstehen , wenn ich in den üblichen Kategorien denkender Mittelständler oder darüber stehender Ständler wäre und dann bekäme ich große Angst vor irgendwelchen Verlusten
    Ich habe aber mit solchem Denken und Handeln aufgehört, welches sich hauptsächlich um Haben und den Neid auf Habende dreht.
    Ich bin davon überzeugt, wenn viele Griechen ebenso denken würden und danach handelten, gäbe es diese Kriese gar nicht.
    Und mit wirklicher, gegenseitiger Hilfe hat das Ganze überhaupt nichts mehr zu tun.

  4. Reinhard Jacob sagt:

    Das alles kann ich nur verstehen , wenn ich in den üblichen Kategorien denkender Mittelständler oder darüber stehender Ständler wäre und dann bekäme ich große Angst vor irgendwelchen Verlusten
    Ich habe aber mit solchem Denken und Handeln aufgehört, welches sich hauptsächlich um Haben und den Neid auf Habende dreht.
    Ich bin davon überzeugt, wenn viele Griechen ebenso denken würden und danach handelten, gäbe es diese Kriese gar nicht.
    Und mit wirklicher, gegenseitiger Hilfe hat das Ganze überhaupt nichts mehr zu tun.