Eichelburg: „Bald kommt die große Preisexplosion beim Gold“

Der Gold-Experte Walter Eichelburg erklärt die Entwicklung des Gold-Preises: Er sieht eine „brutale Drückung“ des Goldpreises durch die Banken. Für viele Spekulanten dürfte dies eine „grausame“ Woche gewesen sein.

Deutsche Mittelstands Nachrichten: Wie erklären Sie sich den plötzlichen Absturz des Goldpreises?

Walter Eichelburg: Das war kein Absturz, sondern eine brutale Drückung des Goldpreises durch Großbanken und Zentralbanken. Man hat dazu über 100 Tonnen Gold auf den Markt geworfen. Der Goldpreis war mit $1900/oz offenbar schon zu kritisch für das Finanzsystem. Eine Panikflucht in Gold hätte jederzeit einsetzen können. Das wäre das Systemende gewesen. Es handelte sich nur mehr um Tage.

Haben einfach Spekulanten ihre Gewinne mitgenommen oder sehen wir da gezielte Interventionen?

Klarerweise haben in der Endphase des Anstiegs auch Spekulanten Gewinne mitgenommen. Nicht nur mit Papier, auch mit Gold-Metall wurde es gemacht. Aber die meisten Spekulanten, besonders jene auf Kredit oder in Futures dürfte es grausamst erwischt haben.

Eine These sagt: Erst wenn Gold physisch gekauft wird, ist der Goldpreis nicht mehr aufzuhalten. Sind wir schon so weit?

Wir waren eigentlich schon so weit, aber Panik war noch keine da. Sobald nur wenige Prozent der Papiervermögen in der Welt versuchen, in Gold zu kommen, explodiert der Goldpreis – Systemende per Hyperinflation.

Glauben Sie, dass es kurzfristig noch weiter abwärts geht?

Man versucht gerade wieder auf der US-Warenterminbörse über Anhebung der Margins (die Anzahlungen) Spekulanten fernzuhalten. Das hat man im Mai beim Silber auch gemacht. Möglicherweise bringt man so den Goldpreis noch auf $1600/oz runter. Aber wahrscheinlich haben wir heute schon den Tiefpunkt bei $1703 gesehen. Aber die System-Situation ist sehr kritisch. Bankensystem und Euro sind im Untergang. Bald wird es trotzdem die große Preisexplosion beim Gold geben.

Was ist Ihr mittelfristiges Ziel für Gold bis Ende des Jahres?

Sagen wir $25000/oz in heutigen Dollars. Vermutlich ist dann der Crash schon geschehen und es gibt neue Währungen.

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Kommentare

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  1. Rolf Ernst sagt:

    zum Thema „extreme Meinung“ möchte ich mal grundsätzlich feststellen, dass bei allen Expertisen die Frage zu stellen ist, wessen Interessenvertreter denn der Experte sein könnte. Den staatlich gesteuerten GEZ-bezahlten Meinungsmachern glaube ich kein Wort, ganz zu schweigen von Bankmanagern, die noch nicht mal wissen, ob sie mit 55,5 Milliarden im Soll oder Haben stehen. Welches persönliche Interesse sollte Eichelburg denn daran haben, hier Panik zu verbreiten ? Dem ist es doch total egal, ob ich mir morgen Gold, Silber oder ein paar neue Schuhe kaufe.