Kommt schon bald der Rettungsschirm für Banken?

Langsam wird das Geld knapp: Die Europäische Bankenaufsicht (EBA) fordert, dass die EU direkt bei angeschlagenen Banken einsteigen sollten, um diese vor dem Zusammenbruch zu retten. Pikant: Die EBA hatte gerade erst vor dem Sommer den meisten Banken einen Persilschein in Form des Stresstests ausgestellt.

Der Auftritt von Christine Lagarde in Jackson Hole hatte es in sich: Bei dem wichtigen Treffen von Finanzentscheidern sprach die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF) Klartext. Die europäischen Banken seien in besorgniserregender Weise unterkapitalisiert. Die europäischen Regierungen sollten darauf dringen, dass die Eigenkapitalausstattung der Banken zwangsweise erhöht werde – notfalls mit dem direkten Einstieg eines Staates durch Steuergelder. Dies könnte notfalls über den Europäischen Rettungsschirm European Financial Stability Facility (EFSF) geschehen. Diese Idee soll nun nach Medienberichten auch vom Chef der Europäischen Bankenaufsicht (EBA), Andrea Enria, unterstützt werden. Die Konsequenz wäre, dass die EU durch eine solche Maßnahme einzelne Banken direkt retten könnte. Bisher waren Gelder des EFSF nur an Staaten zu vergeben, die die Mittel dann freilich auch gern an die Banken weitergereicht haben.

Lagarde und Enria appellieren in dramatischen Worten an die Politik: Wenn die Kapitalausstattung der europäischen Banken nicht verbessert werde, dann drohe eine tiefgreifende Krise, die auch jene Staaten erfassen werde, die bisher noch vom Schlimmsten verschont blieben. Grund für die einschneidenen Vorschläge von IWF und EBA: Viele europäische Banken haben noch massenweise griechischen Staatsanleihen in ihren Bilanzen.

Dass gerade von der EBA der Alarmruf kommt, verheisst nichts Gutes: Genau diese Behörde war nämlich zuständig für den sogenannten Stresstest. Alle europäischen Banken waren in diesem Test auf ihre Krisenfestigkeit hin abgeklopft worden. Nur acht Banken entsprachen nicht den Vorstellungen, und selbst bei diesen konnte die EBA das Fehlen von nur 2,5 Milliarden Euro orten. Beobachter fragen sich nun, was sich denn in den wenigen Monaten so dramatisch geändert haben solle. Nicht wenige kommen zu dem Ergebnis, dass sich die Banken erst jetzt ernsthaft mit der Idee befassen, das eine oder andere europäischen Land könne komplett ausfallen – und damit auch die Möglichkeit neuer Steuergelder zur Rettung aus der Misere mit hochspekulativen Staatsanleihen.

Christine Lagrade verschonte aber auch die USA nicht mit Kritik: Es müssen Regeln gefunden werden, damit die Zwangsversteigerungen von US-Immobilien beendet werden können. So schlägt Lagarde vor, die Tilgungen für Schuldner zu erleichtern und nicht gleich zum Äußersten, nämlich der Zwangsversteigerung zu greifen.

Diese hilft am Ende nämlich auch den Banken nicht: So ist die Bank of Amerika massiv unter Druck geraten, weil sie auf zwangsversteigerten Immobilien sitzenbleibt. MarketWatch berichtet, dass im zweiten Quartal bereits knapp ein Drittel aller Immobilienverkäufe in den USA aus Zwangsversteigerungen stammen. Der Preis einer durchschnittlichen Zwangsversteigerung liegt jedoch ein Drittel unter dem Preis, der bei einem normalen Verkauf erlöst werden kann. Die Bank of America hatte sich durch den Kauf von Countrywide Financial knapp vor dem Platzen der Immobilienblase 2008 knapp 4 Milliarden problematischer Immobilienkredite in die Bilanz geholt. Außerdem stehen Immobilienwerte in der Höhe von 20 Milliarden Dollar zur Zwangsversteigerung an – 200% mehr als noch im Jahr 2009.

Der Hilferuf von Christine Lagarde ist unter diesen Umständen mehr als begründet. Ob die angeschlagenen Banken dies- und jenseits des Atlantik jedoch zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit gerettet werden sollen, weiss vermutlich auch die IWF-Chefin nicht.

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Kommentare

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  1. Sitty sagt:

    Der Glass Steagall Act muß wieder eingeführt und damit eine effektive Trennung zwischen Geschäfts- und Handelsbanken und Investmentbanken wieder hergestellt werden. Es wäre Aufgabe der Staatsanwaltschaft, die Rechtmäßigkeit der Ansprüche zu prüfen, die bisher ohne Nachfragen durch Gelder oder Garantien des Staates gerettet worden sind.

    Beim „hedging“ geht es ja schon lange nicht mehr um Kreditausfallabsicherung, sondern um reine Spekulation. Wer spekuliert und verliert, hat selbst den Schaden. Wir riskieren hier sonst, die Gesellschaft in den absoluten Ruin zu treiben. Franklin Roosevelt hat das ganz klar erkannt und es gilt heute wie damals.

  2. Sitty sagt:

    Der Glass Steagall Act muß wieder eingeführt und damit eine effektive Trennung zwischen Geschäfts- und Handelsbanken und Investmentbanken wieder hergestellt werden. Es wäre Aufgabe der Staatsanwaltschaft, die Rechtmäßigkeit der Ansprüche zu prüfen, die bisher ohne Nachfragen durch Gelder oder Garantien des Staates gerettet worden sind.

    Beim „hedging“ geht es ja schon lange nicht mehr um Kreditausfallabsicherung, sondern um reine Spekulation. Wer spekuliert und verliert, hat selbst den Schaden. Wir riskieren hier sonst, die Gesellschaft in den absoluten Ruin zu treiben. Franklin Roosevelt hat das ganz klar erkannt und es gilt heute wie damals.

  3. Sitty sagt:

    Der Glass Steagall Act muß wieder eingeführt und damit eine effektive Trennung zwischen Geschäfts- und Handelsbanken und Investmentbanken wieder hergestellt werden. Es wäre Aufgabe der Staatsanwaltschaft, die Rechtmäßigkeit der Ansprüche zu prüfen, die bisher ohne Nachfragen durch Gelder oder Garantien des Staates gerettet worden sind.

    Beim „hedging“ geht es ja schon lange nicht mehr um Kreditausfallabsicherung, sondern um reine Spekulation. Wer spekuliert und verliert, hat selbst den Schaden. Wir riskieren hier sonst, die Gesellschaft in den absoluten Ruin zu treiben. Franklin Roosevelt hat das ganz klar erkannt und es gilt heute wie damals.

  4. Sitty sagt:

    Der Glass Steagall Act muß wieder eingeführt und damit eine effektive Trennung zwischen Geschäfts- und Handelsbanken und Investmentbanken wieder hergestellt werden. Es wäre Aufgabe der Staatsanwaltschaft, die Rechtmäßigkeit der Ansprüche zu prüfen, die bisher ohne Nachfragen durch Gelder oder Garantien des Staates gerettet worden sind.

    Beim „hedging“ geht es ja schon lange nicht mehr um Kreditausfallabsicherung, sondern um reine Spekulation. Wer spekuliert und verliert, hat selbst den Schaden. Wir riskieren hier sonst, die Gesellschaft in den absoluten Ruin zu treiben. Franklin Roosevelt hat das ganz klar erkannt und es gilt heute wie damals.

  5. Franz Hoffmann sagt:

    Man sollte marode Banken einfach fallen lassen. Langsam reicht es wirklich. Die Banken sollte man in die Insolvenz fallen lassen und die Vorstände in Handschellen abführen. Wer nicht gut wirtschaftet, verschwindet vom Markt. An diese Regel müsen sich auch kleine und mittelständische Unternehmen halten. Wenn dort die Finanzen nicht stimmen, heißt es einfach „pech gehabt“. Das Argument, dass die Banken „systemrelevant“ sind, ist vollständiger Schwachsinn. Demnach müsste jedes Unternehmen systemrelevant sein.

    Man lässt marode Banken fallen und gibt denen nicht einen Cent von Steuergeldern. Anonsten ist es Zeit für einen Volksaufstand.

  6. Franz Hoffmann sagt:

    Man sollte marode Banken einfach fallen lassen. Langsam reicht es wirklich. Die Banken sollte man in die Insolvenz fallen lassen und die Vorstände in Handschellen abführen. Wer nicht gut wirtschaftet, verschwindet vom Markt. An diese Regel müsen sich auch kleine und mittelständische Unternehmen halten. Wenn dort die Finanzen nicht stimmen, heißt es einfach „pech gehabt“. Das Argument, dass die Banken „systemrelevant“ sind, ist vollständiger Schwachsinn. Demnach müsste jedes Unternehmen systemrelevant sein.

    Man lässt marode Banken fallen und gibt denen nicht einen Cent von Steuergeldern. Anonsten ist es Zeit für einen Volksaufstand.

  7. Franz Hoffmann sagt:

    Man sollte marode Banken einfach fallen lassen. Langsam reicht es wirklich. Die Banken sollte man in die Insolvenz fallen lassen und die Vorstände in Handschellen abführen. Wer nicht gut wirtschaftet, verschwindet vom Markt. An diese Regel müsen sich auch kleine und mittelständische Unternehmen halten. Wenn dort die Finanzen nicht stimmen, heißt es einfach „pech gehabt“. Das Argument, dass die Banken „systemrelevant“ sind, ist vollständiger Schwachsinn. Demnach müsste jedes Unternehmen systemrelevant sein.

    Man lässt marode Banken fallen und gibt denen nicht einen Cent von Steuergeldern. Anonsten ist es Zeit für einen Volksaufstand.

  8. Franz Hoffmann sagt:

    Man sollte marode Banken einfach fallen lassen. Langsam reicht es wirklich. Die Banken sollte man in die Insolvenz fallen lassen und die Vorstände in Handschellen abführen. Wer nicht gut wirtschaftet, verschwindet vom Markt. An diese Regel müsen sich auch kleine und mittelständische Unternehmen halten. Wenn dort die Finanzen nicht stimmen, heißt es einfach „pech gehabt“. Das Argument, dass die Banken „systemrelevant“ sind, ist vollständiger Schwachsinn. Demnach müsste jedes Unternehmen systemrelevant sein.

    Man lässt marode Banken fallen und gibt denen nicht einen Cent von Steuergeldern. Anonsten ist es Zeit für einen Volksaufstand.