„Womit will Griechenland als Volkswirtschaft in Zukunft Geld verdienen?“

Lasten aus der Vergangenheit, keine Perspektiven für die Zukunft: Die Rettung Griechenlands scheint unmöglich. Im Gegenteil: Solange es Rettungspakete gibt, wird Griechenland seinen Haushalt nie in den Griff bekommen, sagt ein Beobachter.

Keine Industrie, massive Staatsverschuldung, Verlust von Glaubwürdigkeit – die Lage in Griechenland spitzt sich zu, erste Züge der Resignation sind zu erkennen. Denn welches Maßnahme auch ergriffen wird, die Lage ist kaum zu retten: Für Eurobonds ist es zu spät, ein Austritt aus der Eurozone wäre fatal und ein Konzept, wie in Zukunft Geld erwirtschaftet werden kann, gibt es auch nicht.

Die ersten Prüfungen bezüglich des griechischen Sanierungsprogramms sind alles andere als befriedigend ausgefallen und in Brüssel überlegt man bereits, die neuen Hilfspakete mit einem Pfand zu belegen. Griechenland scheint sich von der jahrelangen Verschwendung nicht erholen zu können. Die Auswirkungen der Krise spüren auch die Mitgliedsunternehmen der DIHK mit Sitz in Griechenland. Laut einer Umfrage der Griechischen Industrie- und Handelskammer von Februar 2011, die laut dem Leiter des Referats Grundsatzfragen der Außenwirtschaft und Außenwirtschaftsförderung der DIHK, Ilja Nothnagel, noch immer aktuell ist, geben 79,3 Prozent dieser Unternehmen an, dass die Finanzierung durch die Banken nicht mehr ausreicht.

Das größte Problem neben den immensen Schulden sieht Professor Dirk Schiereck von der TU Darmstadt darin, „wirklich zu klären, womit Griechenland als Volkswirtschaft in Zukunft Geld verdienen will“. Ähnlich wie Ilja Nothnagel (DIHK) sieht auch Dr. Dirk Schiereck die mögliche wirtschaftliche Zukunft Griechenlands im Tourismus, hebt jedoch hervor, dass vor allem die Stromgewinnung aus erneuerbaren Energien das Land in Zukunft wirtschaftlich stützen könnte.

Die finanzielle Hilfe, die Griechenland zugesagt wurde, scheint nur auf den ersten Blick geeignet, Griechenland wirklich zu helfen: „Die These ist nicht gewagt, dass, solange es Rettungspakete gibt, Griechenland seinen Haushalt nie in den Griff bekommen wird“, sagt Serge Ragotzky, Head of Corporate Finance Germany der Kepler Capital Markets. Selbst Eurobonds halten die Experten für das falsche Signal. Sie würden nur bei einer gemeinsamen Wirtschaftsregierung helfen können und auch dann würden sie die falschen Anreize setzen.

Der jüngst geforderte Austritt Griechenlands aus der Eurozone könnte laut Dr. Serge Ragotzky mehr Flexibilität geben und die darauf folgende Abwertung der Währung die Warenexporte und den Tourismus beflügeln. Zsolt Darvas von Bruegel, einem europäischen Think Tank, hält die Folgen eines solchen Ausstritts jedoch für katastrophal. Griechenland würde wieder so etwas wie einen Drachmen einführen, um ihn zunächst einmal massiv abzuwerten. Allerdings würden in diesem Fall alle Bürger und Unternehmen ihre Geldanlagen abheben und versuchen, sie ins Ausland zu bringen. Die Banken und somit auch das Finanzsystem würden kollabieren. Auch Professor Schiereck von der TU Darmstadt sieht die Kreditversorgung der gesamten griechischen Wirtschaft für nachhaltig so stark geschädigt, dass „Griechenland sich sicherlich 10 bis 20 Jahre nicht davon erholen könnte.

Zudem wäre für europäische Banken, die griechische Anleihen oder Beteiligungen an griechischen Banken halten, nach einem Austritt Griechenlands aus der Eurozone der Abschreibungsbedarf laut Serge Ragotzky in Einzelfällen dramatisch hoch. „Außerdem würde die Wirtschaft in Bulgarien, Rumanien und Serbien, wo griechische Banken und Unternehmen stark präsent sind, ebenfalls darunter leiden, wenn griechische Muttergesellschaften in Schwierigkeiten gerieten“, fügt Zsolt Darvas von Bruegel hinzu.

Hinsichtlich der griechischen Banken war in den vergangenen Tagen vor allem die Fusion der Alpha Bank mit der EFG Eurobank ein Thema. Zsolt Darvas beurteilt vor allem die Beteiligung des Emirats Katar als gutes Zeichen, das mehr Glaubwürdigkeit erzeugt und zur Stabilisierung beitragen könnte. Allein die Größe der neuen Bank wäre nach Einschätzung von Dirk Schiereck ein Stabilisierungsfaktor. Diese sei in diesem Fall systemrelevant und die Wahrscheinlichkeit, dass das Bankinstitut bankrottgehen kann, werde dadurch minimiert. Ob diese Neuigkeit jedoch tatsächlich irgendeine Relevanz für Griechenland haben wird, bleibt abzuwarten.

Neben den Lasten der Vergangenheit trübt also auch der Mangel an wirklichen Zukunftsperspektiven die Situation in Griechenland. Daran können zum jetzigen Zeitpunkt weder Eurobonds, Bankenfusion noch ein Austritt aus der Eurozone etwas ändern. Auch die geplanten Korrekturen für das Euro-Rettungspaket ESFS werden an der düsteren Prognose nichts ändern.

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Kommentare

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  1. FRIBA sagt:

    Als normaler Bürger sieht man die Sache so:
    Die griechische Regierung hat unter dem Einfluss wessen auch immer auf die Finanzierung ihrer Staatsaufgaben aus den ihr zugänglichen Quellen zugunsten einer Klientelschicht weitestgehen verzichtet und das Geld bei denen zum Verbrauch belassen, die es in Form von Steuern hätten zahlen müssen. Das Geld hat man sich einfachheitshalber auch mit der Erkenntnis geborgt, dass man es nicht zurückzahlen wird. Unter normalen Leuten nennt man das Betrug. Ich kenne die Äußerungen unserer Regierung nur über denFilter der sogenannten Medien. Es scheint Absicht zu sein, klare Tatsachen mit einem Nebel von anangeblich hochkomplizierten Zusammenhängen zu verdecken. Ist da etwas zu verbergen?

  2. schlaumeister sagt:

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    lassen, nur so werden sie sich selbst neu organisieren und Eseltransporte installieren.
    Alternativ denken muß dann einsetzen, Abschwung und jahrelanges Elend inklusive.
    Da müssen sie eben durch, wir demnächst auch, wenn unser Abschwung Fahrt
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  6. niks sagt:

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