Vermögensbildung: Wie sicher ist das Sparbuch?

Das Sparbuch ist die beliebteste Form der Geldanlage in Deutschland. Es ist jedoch nur auf den ersten Blick eine sichere Bank – und vermehrt in Inflationszeiten das Ersparte gar nicht.

Im ersten Quartal 2011 betrug das Geldvermögen der Privathaushalte bei 4,825 Billionen Euro. Die deutsche Sparquote liegt derzeit bei stolzen 11 Prozent. Am liebsten setzen deutsche Haushalte dabei auf das altbewährte Sparbuch. „Die Anlegermentalität der deutschen Bevölkerung war schon immer geprägt von einer überdurchschnittlichen Sicherheitspräferenz“, erklärt Markus C. Zschaber, Geschäftsführer der V.M.Z. Vermögensverwaltung. Während die Deutschen Einlagen wie Sparbücher und Tagesgelder bevorzugen, sei es in den USA völlig gewöhnlich, das Ersparte in Aktien zu investieren.

Die Inflation von 2,5 Prozent im August 2011 und die je nach Laufzeit niedrigen Zinsen von 1 bis 2,9 Prozent zeigen, dass bei Sparbüchern und Tagesgeldkonten reale Einkommensverluste entstehen. Dennoch empfiehlt Ralf Scherfling von der Verbraucherzentrale NRW für das Ansparen größerer Geldbeträge eher Tagesgeldkonten als Sparbücher, befürwortet sogar, das Vermögen über verschiedene Anlageklassen zu streuen.

Doch was wären Alternativen? Immobilien? Neben dem Investitionsaufwand sieht Zschaber auch ein Problem darin, dass man auch Zeit investieren muss, um die richtige Immobilie auszuwählen und nicht später eine böse Überraschung zu erleben. Jan Philip Weber, Referent der Abteilung Volkswirtschaft beim Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) betrachtet die Geldanlage in Form einer Immobilie ebenfalls eher negativ. Die Immobilienpreise seien seit Mitte der Neunziger Jahre real kontinuierlich zurückgegangen und der gut funktionierende Mietmarkt in Deutschland senke eher die Nachfrage.

Die Euro-Krise lässt nun die Sparer immer wieder zweifeln, wie sicher ihre Geldanlage im Falle einer erneuten Bankenkrise ist. Das wirkliche Problem liegt bei diesem möglichen Szenario einerseits bei der Unsicherheit der Anleger und andererseits bei der womöglich falschen Auswahl der Anlage. Große Teile des Vermögens der Anleger liegen bei den Banken als Sichteinlagen, also als Einlage auf einem Giro- oder Tagesgelkonto. „Fakt ist, dass alle Banken weltweit nur einen Bruchteil der an sie herangetragenen Sichteinlagen wirklich liquide bereit hält“, so Zschaber. Sollten die Anleger aus Angst vor einem Bankrott ihrer Bank plötzlich ihr gesamtes Geld abheben wollen, wäre dies gar nicht möglich.

Für die eigene Sicherheit ist es demnach wichtig, die richtige Geldanlage gewählt zu haben. Man erinnere sich an Bundeskanzlerin Merkels Äußerung von 2008 „Wir sagen den Sparerinnen und Sparern, dass ihre Einlagen sicher sind. Auch dafür steht die Bundesregierung ein“ – ein Versprechen, das bis heute nicht zurückgenommen wurde. Allerdings rechnet Zschaber vor, „dass die Sichteinlagen ein Volumen von 4825 Milliarden ausmachen, was mehr als doppelt so hoch ist, wie der aktuelle Schuldenstand des deutschen Staates“. Eine gewisse Verunsicherung im Ernstfall ist so leicht verständlich.

Außerdem war die Garantie keine große Leistung von Angela Merkel war. Denn es gilt in Deutschland die gesetzliche Einlagensicherung, die auch schon vor 2008 bestand.

Zurzeit sind knapp 40 Prozent des gesamten Geldvermögens der Deutschen in Bankeinlagen und um die 30 Prozent in Versicherungen und Wertpapieren angelegt, sagt Weber. Das Ersparte in so genannten Einlagen, also Girokonten, Sparbüchern, Tagesgeld, Festgeld oder auch Sparbriefe sind dadurch gesichert, es sei denn, der Staat ginge Bankrott. Lag die Höhe Einlagensicherung im vergangenen Jahr noch bei von 50.000 Euro pro Person und Bank, so stieg der Grenzwert in diesem Jahr auf 100.000 Euro pro Person und Bank. Alle Einlagensummen, die darüber hinausgehen, also bei 120.000 Euro die restlichen 20.000 Euro.

Alle Einlagen, die nicht in Euro oder einer anderen EU-Währung, oder bei Banken, die nicht ihren Hauptsitz in Deutschland haben, angelegt wurden, sind davon jedoch ausgenommen. Achtung ist demnach auch bei Geldanlagen geboten, die nicht unter die gesetzliche Einlagensicherung fallen wie beispielsweise Aktien, Zertifikate oder Anleihen. Hier ist im schlimmsten Fall das Geld verloren, es sei denn die Bank verfügt über eine private Einlagensicherung, die diese Produkte abdeckt. Das sollte man allerdings gerade in Zeiten der Schuldenkrise rechtzeitig in Erfahrung bringen, bevor man sich für diese Anlageformen entscheidet.

Kommentare

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  1. Norbert Baur sagt:

    Natürlich sind die Sparvermögen (bis 100.000,– €/Person/Bank) sicher. Daran habe ich gar keine Zweifel. Ein Papierfetzen mit der Zahl „100.000 EURO“ ist schnell gedruckt – und wenn Sie Glück haben, können sich die Sparer davon noch eine Mahlzeit kaufen.

    Ich selbst besitzte noch mehrere Millarden Reichsmark. Damals war es wertloses Papier.

    Selbst, wenn es nicht zu einer Hyperinflation kommt (das weiß niemand), bleibt vom angesparten Vermögen bei 10 – 15 % Inflation über mehrere Jahre hinweg nicht mehr viel übrig.

    Da die Staatsverschulung irgendwie weg muss – und das muss sie – müssen diese Schulden entweder durch Rückzahlungen getilgt werden (wir sind ja schon froh, wenn die Z u n a h m e der Neuverschuldung verlangsamt wird – das nennt unsere Regierung dann sparen – von Reduzierung kann keine Rede sein), oder die Inflation frißt die Schulden (und natürlich im Gegenzug auch die Geldvermögen) schneller oder langsamer auf.

    „Interessant“ wird es, wenn die Sparer auch in Deutschland merken und verstehen, dass die vermeintlich sicheren deutschen Staatsanleihen nichts anderes sind, als leere Versprechen. Dann, erst dann, werden die Deutschen realisieren, was eine Staatsschuldenkrise ist.

    Niemand kann sagen, ob es so kommen wir – für mich ist es sehr wahrscheinlich. Ebenso wenig kann jemand sagen, dass es so definitiv nicht kommen wird. Aber genau das passiert täglich durch die Regierenden und andere „Experten“.

    für mich gilt immer noch: Gold – werthaltige Aktien – schweizer Franken – kein Euro

  2. Norbert Baur sagt:

    Natürlich sind die Sparvermögen (bis 100.000,– €/Person/Bank) sicher. Daran habe ich gar keine Zweifel. Ein Papierfetzen mit der Zahl „100.000 EURO“ ist schnell gedruckt – und wenn Sie Glück haben, können sich die Sparer davon noch eine Mahlzeit kaufen.

    Ich selbst besitzte noch mehrere Millarden Reichsmark. Damals war es wertloses Papier.

    Selbst, wenn es nicht zu einer Hyperinflation kommt (das weiß niemand), bleibt vom angesparten Vermögen bei 10 – 15 % Inflation über mehrere Jahre hinweg nicht mehr viel übrig.

    Da die Staatsverschulung irgendwie weg muss – und das muss sie – müssen diese Schulden entweder durch Rückzahlungen getilgt werden (wir sind ja schon froh, wenn die Z u n a h m e der Neuverschuldung verlangsamt wird – das nennt unsere Regierung dann sparen – von Reduzierung kann keine Rede sein), oder die Inflation frißt die Schulden (und natürlich im Gegenzug auch die Geldvermögen) schneller oder langsamer auf.

    „Interessant“ wird es, wenn die Sparer auch in Deutschland merken und verstehen, dass die vermeintlich sicheren deutschen Staatsanleihen nichts anderes sind, als leere Versprechen. Dann, erst dann, werden die Deutschen realisieren, was eine Staatsschuldenkrise ist.

    Niemand kann sagen, ob es so kommen wir – für mich ist es sehr wahrscheinlich. Ebenso wenig kann jemand sagen, dass es so definitiv nicht kommen wird. Aber genau das passiert täglich durch die Regierenden und andere „Experten“.

    für mich gilt immer noch: Gold – werthaltige Aktien – schweizer Franken – kein Euro

  3. Norbert Baur sagt:

    Natürlich sind die Sparvermögen (bis 100.000,– €/Person/Bank) sicher. Daran habe ich gar keine Zweifel. Ein Papierfetzen mit der Zahl „100.000 EURO“ ist schnell gedruckt – und wenn Sie Glück haben, können sich die Sparer davon noch eine Mahlzeit kaufen.

    Ich selbst besitzte noch mehrere Millarden Reichsmark. Damals war es wertloses Papier.

    Selbst, wenn es nicht zu einer Hyperinflation kommt (das weiß niemand), bleibt vom angesparten Vermögen bei 10 – 15 % Inflation über mehrere Jahre hinweg nicht mehr viel übrig.

    Da die Staatsverschulung irgendwie weg muss – und das muss sie – müssen diese Schulden entweder durch Rückzahlungen getilgt werden (wir sind ja schon froh, wenn die Z u n a h m e der Neuverschuldung verlangsamt wird – das nennt unsere Regierung dann sparen – von Reduzierung kann keine Rede sein), oder die Inflation frißt die Schulden (und natürlich im Gegenzug auch die Geldvermögen) schneller oder langsamer auf.

    „Interessant“ wird es, wenn die Sparer auch in Deutschland merken und verstehen, dass die vermeintlich sicheren deutschen Staatsanleihen nichts anderes sind, als leere Versprechen. Dann, erst dann, werden die Deutschen realisieren, was eine Staatsschuldenkrise ist.

    Niemand kann sagen, ob es so kommen wir – für mich ist es sehr wahrscheinlich. Ebenso wenig kann jemand sagen, dass es so definitiv nicht kommen wird. Aber genau das passiert täglich durch die Regierenden und andere „Experten“.

    für mich gilt immer noch: Gold – werthaltige Aktien – schweizer Franken – kein Euro

  4. Norbert Baur sagt:

    Natürlich sind die Sparvermögen (bis 100.000,– €/Person/Bank) sicher. Daran habe ich gar keine Zweifel. Ein Papierfetzen mit der Zahl „100.000 EURO“ ist schnell gedruckt – und wenn Sie Glück haben, können sich die Sparer davon noch eine Mahlzeit kaufen.

    Ich selbst besitzte noch mehrere Millarden Reichsmark. Damals war es wertloses Papier.

    Selbst, wenn es nicht zu einer Hyperinflation kommt (das weiß niemand), bleibt vom angesparten Vermögen bei 10 – 15 % Inflation über mehrere Jahre hinweg nicht mehr viel übrig.

    Da die Staatsverschulung irgendwie weg muss – und das muss sie – müssen diese Schulden entweder durch Rückzahlungen getilgt werden (wir sind ja schon froh, wenn die Z u n a h m e der Neuverschuldung verlangsamt wird – das nennt unsere Regierung dann sparen – von Reduzierung kann keine Rede sein), oder die Inflation frißt die Schulden (und natürlich im Gegenzug auch die Geldvermögen) schneller oder langsamer auf.

    „Interessant“ wird es, wenn die Sparer auch in Deutschland merken und verstehen, dass die vermeintlich sicheren deutschen Staatsanleihen nichts anderes sind, als leere Versprechen. Dann, erst dann, werden die Deutschen realisieren, was eine Staatsschuldenkrise ist.

    Niemand kann sagen, ob es so kommen wir – für mich ist es sehr wahrscheinlich. Ebenso wenig kann jemand sagen, dass es so definitiv nicht kommen wird. Aber genau das passiert täglich durch die Regierenden und andere „Experten“.

    für mich gilt immer noch: Gold – werthaltige Aktien – schweizer Franken – kein Euro