Investoren stellen sich auf Staatspleite in Griechenland ein

Das Scheitern der Gespräche Griechenlands mit dem IWF, der EU-Kommission und der EZB führte am Freitag zu einem rapiden Wertverlust griechischer Staatsanleihen. Beobachter deuten den Niedergang als Vorwegnahme der Staatspleite. Auch Italien und Spanien geraten dadurch unter Druck.

Möglicherweise braucht Angela Merkel ihre Koalition gar nicht mehr mit weiteren Griechenland-Hilfen zu belasten. Am Freitag scheiterten die Gespräche der Troika aus IWF. EU-Kommission und EZB mit den Griechen über das nächste Rettungspaket. Darauf stiegen die Zinsen für einjährige Staatsanleihen auf über 70%, die der zweijährigen auf knapp 50%. Investoren betrachten demnach einen baldigen Zusammenbruch der griechischen Volkswirtschaft (default) als „nahezu sicher“.

Ein IWF-Volkswirt, der mit dem Fortgang der Entwicklungen vertraut ist, sagte dem Wall Street Journal: „Ich erwarte die Pleite (hard default) definitiv vor März, vielleicht schon in diesem Jahr. Und sie könnte eintreten, wenn wir jetzt das neue Programm bewerten. Die Chancen für ein zweites Hilfspaket sind sehr gering.“

Der Grund für das Scheitern der Gespräche ist fundamentaler Natur: Die Griechen behaupten, die neuen Haushaltslöcher seien durch die Rezession bedingt; die Troika dagegen sieht den Grund für das aktuelle Desaster in Versäumnissen der griechischen Regierung, wirklich ernsthaft zu sparen. So habe es seitens der Troika erhebliche Verärgerung gegeben, weil Griechenland nicht einmal die einfachsten Einsparungen im Beamtenapparat vorgenommen habe. Weil die Griechen ihre Versprechungen nicht eingehalten haben, müsse nun noch mehr eingespart werden, um die gewachsenen Löcher zu stopfen.

Der griechische Finanzminister Evangelos Venizelos sagte, Griechenland könne nicht mehr sparen, weil die Rezession das Land weiter in Bedrängnis gebracht habe. Er widersprach damit direkt der Einschätzung durch das Euro-Rettungsteam.

Noch beunruhigender für die Regierungen in der Eurozone: Auch die Zinsen für italienische und spanische Staatsanleihen stiegen erheblich. Die Märkte glauben demnach den „Sparbemühungen“ von Silvio Belusconi nicht. Sie fürchten, dass es nach der hastigen Rücknahme der Reichensteuer nun noch weitere Verwässerungen geben werde.

Sollte die Pleite Griechenlands tatsächlich Italien und Spanien mit in den Strudel reißen, hätte das verheerende Auswirkungen für die Euro-Wirtschaftszone.

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Kommentare

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  1. Klaus Müller sagt:

    Meine Frau und ich verfolgen das Desaster um die sogenannte Griechenlandhilfe schon seit Monaten. Wir wünschen uns ein baldiges Ende der EU, ein Abtreten von Barroso und Co. Und Bitte, nehmt die Merkel mit Ihren Politclowns gleich mit.

    Familie Klaus Müller

  2. Klaus Müller sagt:

    Meine Frau und ich verfolgen das Desaster um die sogenannte Griechenlandhilfe schon seit Monaten. Wir wünschen uns ein baldiges Ende der EU, ein Abtreten von Barroso und Co. Und Bitte, nehmt die Merkel mit Ihren Politclowns gleich mit.

    Familie Klaus Müller