Aktien: Tabak, Alkohol und Lotto sind Hits in der Krise

Wenn an den Börsen weltweit Milliarden vernichtet werden, suchen Investoren Trost bei Gold – oder den sogenannten „sündigen“ Aktien wie Tabak, Alkohol oder Glücksspiel.

Eine der Gewinner der vergangenen turbulenten Börsenmonate ist das skandinavische Unternehmen Swedish Match AB. Die Schweden sind der Weltmarktführer bei Schnupftabak. Während der OMX an der Stockholmer Börse in diesem Jahr um 22% gefallen ist, stieg der Unternehmenswert von Swedish Match um 17%.

In Krisenzeiten profitieren oft jene Branchen, die unter normalen Umständen eher belächelt werden. Aber wenn die Menschen weniger Geld zur Verfügung haben oder in eine ungewisse Zukunft schauen, dann boomen Suchtmittel und andere Laster. Wenn man schon seinen Lebensstil einschränken, ein kleineres Auto oder einen bescheidenen Urlaub wählen muss – dann möchte man sich wenigstens den Konsum von Genussmitteln nicht vermiesen lassen. „Auch wenn die ganze Wirtschaft zerfällt benützen die Leute weiter Schnupftabak“, sagte ein schwedischer Analyst dem Wall Street Journal: „Tabak ist von einer Rezession nicht betroffen.“

Daher profitieren auch andere Tabakhersteller wie die britischen Unternehmen British American Tobacco und Imperial Tobacco von der tristen Wirtschaftslage: Sie haben um 12% und 6% zugelegt – natürlich auch dank einer guten Entwicklung in den Schwellenländern, aber trotz des in Krisenzeiten bekannten Phänomens der Abwanderung des Kunden zu billigeren Produkten.

Im Alkoholsegment haben die Bierbrauereien zu kämpfen. Heineken und Carlsberg müssen Verluste hinnehmen. Ein vor allem auf die Arbeiter ausgerichtetes Produkt spürt notgedrungen auch die Krise. Premiumgetränke boomen: Pernod Ricard SA, der französische Hersteller des Edelcognacs Martell, prognostiziert einen Gewinnsprung von 10% in diesem Jahr.

Aber es steht mehr als nur Fatalismus hinter dem Investmentverhalten: Die Anleger suchen Werte, die von öffentlichen Sparprogrammen nicht betroffen sein werden. Bei früheren Krisen galten öffentliche Unternehmen als „safe haven“ – das hat sich geändert, und Investoren suchen eher defensive Anlagemöglichkeiten bei privaten Unternehmen.

Von einer gewissen Weltuntergangsstimmung profitieren auch Gambling-Unternehmen. Sie verzeichnen Gewinne von bis zu 30%. Gut schlägt sich auch ein Unternehmen aus Italien: Lottomatica SpA konnte 14% zulegen. Die Italiener folgen offenbar dem Motto des italienischen Dichters Cesare Pavese, der gesagt hat: In schweren Zeiten bieten die Lotterien die einzig realistische Möglichkeit, reich zu werden.

Die es sich leisten können kaufen allerdings noch immer Gold: Der Wert näherte sich am Montag wieder der Rekordmarke von 1.900$ pro Unze.

Mehr zum Thema:

Goldman Sachs empfiehlt Wetten gegen Europa
Italien denkt nichts ans Sparen
Die Griechen zahlen keine Steuern mehr

Kommentare

Dieser Artikel hat 4 Kommentare. Wie lautet Ihrer?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

  1. M.Dagobert sagt:

    So ein Quatsch: „Geld vernichtet“ – ich habe noch nicht gesehen, dass Geldscheine verbrannt worden sind in der Börsenkrise.

    Es ist doch ganz einfach: Geld (Ja: GELD) ist aufgewertet worden, und Aktien sind tatsächlich billiger geworden.

    Ein weiterer Schritt in die bevorstehende Deflation…

  2. M.Dagobert sagt:

    So ein Quatsch: „Geld vernichtet“ – ich habe noch nicht gesehen, dass Geldscheine verbrannt worden sind in der Börsenkrise.

    Es ist doch ganz einfach: Geld (Ja: GELD) ist aufgewertet worden, und Aktien sind tatsächlich billiger geworden.

    Ein weiterer Schritt in die bevorstehende Deflation…

  3. M.Dagobert sagt:

    So ein Quatsch: „Geld vernichtet“ – ich habe noch nicht gesehen, dass Geldscheine verbrannt worden sind in der Börsenkrise.

    Es ist doch ganz einfach: Geld (Ja: GELD) ist aufgewertet worden, und Aktien sind tatsächlich billiger geworden.

    Ein weiterer Schritt in die bevorstehende Deflation…

  4. M.Dagobert sagt:

    So ein Quatsch: „Geld vernichtet“ – ich habe noch nicht gesehen, dass Geldscheine verbrannt worden sind in der Börsenkrise.

    Es ist doch ganz einfach: Geld (Ja: GELD) ist aufgewertet worden, und Aktien sind tatsächlich billiger geworden.

    Ein weiterer Schritt in die bevorstehende Deflation…