EZB-Chef Trichet: Euro ist stabiler als es die D-Mark jemals war

Bei seiner letzten Pressekonferenz in Frankfurt explodierte der sonst eher beherrschte EZB-Chef Jean-Claude Trichet: Er erhob seine Stimme und rief seinen deutschen Kritikern zu, dass nichts so stabil sei wie der Euro. Unterdessen verlässt der deutsche Chefvolkswirt Jürgen Stark das EZB-Diektorium.

Eklat in Frankfurt: Bei seinem letzten Auftritt in der Bankenmetropole als EZB-Chef wandte sich Jean Claude Trichet ausdrücklich an seine Kritiker aus Deutschland. Diese hatten ihm Abweichung von der zentralen Aufgabe der Sicherung der Preisstabilität und den Aufkauf von Staatsanleihen, die sonst keiner mehr haben wolle, vorgeworfen. Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel hatte die EZB mehrfach als „Bad Bank“ bezeichnet, und Bundespräsident Wulff hält den massiven Aufkauf von Anleihen einzelner Staaten durch die EZB für „politisch und rechtlich bedenklich“.

Beobachter, die Trichet schon lange kennen, sagten, dass sie ihn noch selten so aufgeregt gesehen hätten. Trichet richtete sich in Beantwortung einer Journalistenfrage zum Erstaunen der anwesenden Berichterstatter direkt an seine Kritiker in Deutschland. Trichet wörtlich: „Diesen Leuten sage ich: Unsere Aufgabe ist es, die Preisstabilität in den 17 Euro-Ländern zu gewährleisten. Und diese Stabilität haben wir in den Jahren seit der Euro-Einführung einwandfrei abgeliefert“, betonte der Chef der Europäischen Zentralbank (EZB) Jean-Claude Trichet gestern mit erhobener Stimme bei seiner vorletzten Pressekonferenz.

Die Kritik traf bei Trichet Beobachtern der Pressekonferenz zufolge auf einen empfindlichen Nerv. Trichet sagte, der Euro habe „seine Stabilität besser gehalten, als die DM in den 50 Jahren vor dem Euro“. Außerdem hätten gerade Deutschland, Frankreich und Italien in den Jahren 2004 und 2005 gefordert, den Maastrichter Stabilitätspakt aufzuweichen. Die Verletzung der Kriterien durch zahlreiche Länder sei der Grund, warum die EZB nun Staatsanleihen aufkaufen müsse. „Wir haben ein Mandat“, erklärte Trichet, „und wir liefern.“

Trichet verwies darauf, dass die EZB die Inflation trotz der größten Krise seit dem zweiten Weltkrieg im Griff habe. Sie verfolge ihre straffe Geldpolitik weiter, obwohl sich einige Regierungen strikt dagegen ausgesprochen hätten. „Wir haben das so geplant – auch gegen die Wünsche von Regierungen“, sagte er. „Ich würde gerne einmal Glückwünsche aus Deutschland hören.“

Die gab es allerdings nicht – sondern die nächste Ohrfeige aus Deutschland: Am Freitag nach Börsenschluss gab der deutsche Notenbanker Jürgen Stark seinen Rücktritt als Chefvolkswirt der EZB zum Jahresende bekannt. Stark war in der Vergangenheit als heftiger Kritiker des Aufkaufs von Schrottpapieren durch die EZB aufgefallen. Stark hatte sich gelegentlich mit den Worten vorgestellt: „Mein Name ist Stark, stark wie die Deutsche Mark.“ Nun folgt ihm vermutlich der Staatssekretär Asmussen, der schon die graue Eminenz hinter Peer Steinbrück war. Er kommt aus dem politischen Lager und dürfte im Hinblick auf die politische Rolle der EZB eine weichere Linie vertreten als Stark. Beobachter interpretieren den Abgang Starks als eine Entwicklung, mit der die EZB sich endgültig vom Geist der Deutschen Bundesbank verabschiede.

Die Sitzung des EZB-Rates am Donnerstag war von den Märkten mit Spannung erwartet worden: Gerade aus den Südländern der Eurozone und von zahlreichen Experten wie dem Träger des Wirtschaftsnobelpreises Josef Stiglitz war zur Verhinderung eines weiteren Konjunkturabsturzes gefordert worden, den Leitzins zu senken. Trichet, der die EZB Ende Oktober verlässt, beließ den Leitzins allerdings bei 1,5%. Und unterbrach damit eine Zinserhöhungsphase, die die EZB erst im April angesichts zunehmender Inflationsgefahr eingeleitet hatte. Experten gehen davon aus, dass der Kurs der EZB damit mittelfristig abgesteckt ist und weitere Erhöhungen in nächster Zeit nicht zu erwarten sind.

Im Herbst wird der Italiener Draghi das Steuer in der EZB übernehmen.

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Kommentare

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  1. Rudolf Scheidecker sagt:

    Herr Trichet muss Drogen nehmen … Anders kann Ich mir das nicht erklären, so bösartige Unterstellungen in den Raum zu stellen …. Hoffe Frau Merkel kommt zur vernunft und unternimmt endlich was gegen diesen Wahnsinn …

  2. Rudolf Scheidecker sagt:

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  3. Rudolf Scheidecker sagt:

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