Papandreou: Griechenland muss im Euro bleiben

Ministerpräsident Georgios Papandreou sagte in einer Rede am Samstag, dass das Land an einer existentiellen Wende stehe. Er nannte jedoch keine Details über weitere Sparmaßnahmen. Er machte jedoch klar: Ohne weitere Gelder aus Europa geht es nicht weiter.

Etwa 20.000 Demonstranten protestierten am Samstag gegen geplante, weitere Sparmaßnahmen. Vor allem in Thessaloniki kam es zu schweren Ausschreitungen. Im Laufe des Abends beruhigte sich die Lage jedoch wieder.

Auch in Athen gab es Protestkundgebungen. Vor allem Studenten und Taxifahrer waren unter den Protestierenden. Auch einige Anarchisten und Fußball-Fans sollen sich unter die Protestierenden gemischt haben. Einige der Demonstranten trugen ein großen Schild, auf dem zu lesen stand: „Wir schulden nichts, wir zahlen nichts, wir verkaufen nichts, wir fürchten nichts.“

Für die kommende Woche sind weitere Kundgebungen geplant. So wollen unter anderem Finanzbeamte und Ärzte gegen die Sparpläne der Regierung protestieren.

Ministerpräsident Georgios Papandreou sagte in seiner Rede bei einer Handels-Messe, dass das Land vor einer existentiellen Entscheidung stehe: Entweder man spare nun radikal, oder aber man lasse sich auf die nur scheinbar leichtere Lösung – das Ende von Griechenland als Euroland – ein. Man habe nicht das Recht, auf halben Weg aufzugeben – dann wären auch die bisher gebrachten Opfer vergeblich.

Man werde nun jene Maßnahmen ergreifen, die für das Land notwendig seien – und deren Durchsetzung seit Jahre verhindert wurde. Papandreou: „Wir haben uns entschlossen, diesen Kampf für das griechische Volk zu führen, um im Euro zu bleiben.“ Jede Verzögerung oder Verspätung sei „gefährlich“ für Griechenland. Es wird erwartet, dass Papandreou weitere Schritte in den nächsten Tagen ankündigen wird. So soll es auch Massenentlassungen im öffentlichen Dienst geben.

Die Rede machte jedoch klar: Ohne die EU-Gelder ist Griechenland nicht überlebensfähig. Die tiefe Rezession, mit der das Land noch mehrere Jahre kämpfen wird, lässt es indessen unwahrscheinlich erscheinen, dass Wachstumsprognosen eintreten. Griechenland dürfe demnach auch nach neuen Zahlungen weitere Transferzahlungen von anderen EU-Ländern in Anspruch nehmen.

Finanzminister Evangelos Venizelos sagte in einem Interview mit der Sonntagsausgabe der Zeitung Kathimerini: Sollte es nötig sein, Maßnahmen zu ergreifen, die sich unmittelbar auf den griechischen Haushalt auswirken, werde man dies „innerhalb eines gerechten Steuersystems” tun.

Die größte Herausforderung für die griechische Regierung liegt in der Tatsache, dass die meisten Griechen bereits auf die eine oder andere Weise von öffentlichen Geldern leben. Die regierende PASOK-Partei gerät in diesem Zusammenhang immer stärker unter den Druck der Gewerkschaften, die sich bereits gegen die Sparpläne ausgesprochen haben und ihren Kampf dagegen angekündigt haben.

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Kommentare

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  1. Rudolph Rene sagt:

    Den selben Quatsch hat der doch schon vor 12 Monaten erzählt.

  2. Rudolph Rene sagt:

    Den selben Quatsch hat der doch schon vor 12 Monaten erzählt.

  3. Rudolph Rene sagt:

    Den selben Quatsch hat der doch schon vor 12 Monaten erzählt.

  4. Rudolph Rene sagt:

    Den selben Quatsch hat der doch schon vor 12 Monaten erzählt.