Banken in Frankreich: 65 Milliarden Euro wackeln

Das Engagement der französischen Banken in Griechenland könnte sich bitter rächen. Die erwartete Herabstufung durch die Ratingagentur Moody’s ist die Konsequenz eines riskanten Spiels.

Die Schuldenkrise schwappt nun auch auf Frankreich über – im speziellen die Banken des Landes. Nach Auskunft der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich sind es 65 Milliarden Euro, die französische Banken aus Geschäften mit Griechenland in ihren Büchern stehen haben.

Davon entfallen auf die drei größten privaten Banken 6 Milliarden, allein 4 Milliarden bei BNP Parisbas, welche diese Institute in Form von Staatsanleihen halten.

Zusätzlich sind die zweit- und drittgrößte französischen Bank – Société Générale und Crédit Agricole – direkte Eigentümer von griechischen Banken. Der Credit Agricole gehört die Emporiki Bank, mit einem Wert von 26,4 Milliarden Euro, die Société Générale ist Mutter der Geniki Bank, einem vergleichsweise kleinen Institut, mit einem Wert von 4 Milliarden Euro.

Damit wird es auch mit dem geplanten Notverkaufs- und Sparprogramm sehr eng für die Société Générale.

Zwar betonte das Unternehmen am Montag, dass man trotz der jüngsten Turbulenzen an den internationalen Kapitalmärkten, über ein gesundes finanzielles Fundament verfüge. Das Exposure an Staatanleihen bei ins Schlingern geratenen Euro-Ländern wie Griechenland liege derzeit lediglich bei 4,3 Milliarden Euro. Dies sei „unproblematisch“.

Dennoch will die Großbank bis 2013 Geschäftsbereiche veräußern, um etwa 4 Milliarden Euro einzunehmen. Außerdem kündigte das Unternehmen einen massiven Personalabbau an.

Ob das die Märkte beruhigen wird, ist mehr als fraglich: Denn wer sollte in einem derart turbulenten Umfeld französische Bank-Assets kaufen? Und selbst wenn – es ist sehr unwahrscheinlich, dass die Société Générale auch nur annähernd den Preis erhält, den sie dafür in ihren Büchern stehen hat.

Geoffroy Perreira von Investment Stategy sagte dem Wall Street Journal: „Die französischen Banken war nicht so vorsichtig wie andere europäische Banken – daher sind die Investoren nun besonders nervös.“

Eine griechische Staatspleite hätte verheerende Folgen für die französischen Banken. Beobachter sind daher erstaunt, dass es in Paris bisher keinerlei Anzeichen zu einer Rettungsaktion der Banken gibt. Noch am Wochenende beteuerten französische Offizielle, dass die französischen Banken in Ordnung seien. In Deutschland arbeitet das Finanzministerium dagegen angeblich bereits an einem Rettungsplan für die Banken.

Mehr zum Thema:
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Kommentare

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  1. Gargelkark sagt:

    Ergänzung zu meinem Kommentar:

    Deutschland will Banken retten
    http://www.mmnews.de/index.php/wirtschaft/8627-deutschland-will-banken-retten

  2. Gargelkark sagt:

    Ergänzung zu meinem Kommentar:

    Deutschland will Banken retten
    http://www.mmnews.de/index.php/wirtschaft/8627-deutschland-will-banken-retten

  3. Gargelkark sagt:

    Ergänzung zu meinem Kommentar:

    Deutschland will Banken retten
    http://www.mmnews.de/index.php/wirtschaft/8627-deutschland-will-banken-retten

  4. Gargelkark sagt:

    Ergänzung zu meinem Kommentar:

    Deutschland will Banken retten
    http://www.mmnews.de/index.php/wirtschaft/8627-deutschland-will-banken-retten

  5. Gargelkark sagt:

    „Beobachter sind daher erstaunt, dass es in Paris bisher keinerlei Anzeichen zu einer Rettungsaktion der Banken gibt. Noch am Wochenende beteuerten französische Offizielle, dass die französischen Banken in Ordnung seien. In Deutschland arbeitet das Finanzministerium dagegen angeblich bereits an einem Rettungsplan für die Banken.“

    – Die Antwort steht doch im letzten Satz, in Deutschland arbeitet man ja (angeblich) an einem Rettungsplan für die Banken. Daher ist davon auszugehen, das Deutschland (deutsche Steuerzahler) auch französiche Banken retten wird, da sonst der französiche Staat „gefährdet“ wäre. Alternativlos!

  6. Gargelkark sagt:

    „Beobachter sind daher erstaunt, dass es in Paris bisher keinerlei Anzeichen zu einer Rettungsaktion der Banken gibt. Noch am Wochenende beteuerten französische Offizielle, dass die französischen Banken in Ordnung seien. In Deutschland arbeitet das Finanzministerium dagegen angeblich bereits an einem Rettungsplan für die Banken.“

    – Die Antwort steht doch im letzten Satz, in Deutschland arbeitet man ja (angeblich) an einem Rettungsplan für die Banken. Daher ist davon auszugehen, das Deutschland (deutsche Steuerzahler) auch französiche Banken retten wird, da sonst der französiche Staat „gefährdet“ wäre. Alternativlos!

  7. Gargelkark sagt:

    „Beobachter sind daher erstaunt, dass es in Paris bisher keinerlei Anzeichen zu einer Rettungsaktion der Banken gibt. Noch am Wochenende beteuerten französische Offizielle, dass die französischen Banken in Ordnung seien. In Deutschland arbeitet das Finanzministerium dagegen angeblich bereits an einem Rettungsplan für die Banken.“

    – Die Antwort steht doch im letzten Satz, in Deutschland arbeitet man ja (angeblich) an einem Rettungsplan für die Banken. Daher ist davon auszugehen, das Deutschland (deutsche Steuerzahler) auch französiche Banken retten wird, da sonst der französiche Staat „gefährdet“ wäre. Alternativlos!

  8. Gargelkark sagt:

    „Beobachter sind daher erstaunt, dass es in Paris bisher keinerlei Anzeichen zu einer Rettungsaktion der Banken gibt. Noch am Wochenende beteuerten französische Offizielle, dass die französischen Banken in Ordnung seien. In Deutschland arbeitet das Finanzministerium dagegen angeblich bereits an einem Rettungsplan für die Banken.“

    – Die Antwort steht doch im letzten Satz, in Deutschland arbeitet man ja (angeblich) an einem Rettungsplan für die Banken. Daher ist davon auszugehen, das Deutschland (deutsche Steuerzahler) auch französiche Banken retten wird, da sonst der französiche Staat „gefährdet“ wäre. Alternativlos!