Schweiz bangt um 73 Milliarden Dollar in Griechenland, Italien und Spanien

Die Schweizer Bank UBS rechnet mit verheerenden Ergebnissen für die Menschen in Griechenland, sollte das Land aus dem Euro austreten. Daher meint die UBS, es gäbe keine Alternative zum Euro-Raum – eine auch aus der Sicht der Schweizer Finanzwirtschaft logische Empfehlung: Die Schweizer Banken sind in Griechenland, Spanien und Italien mit knapp 73 Milliarden Dollar involviert.

Den Euro zu verlassen würde Länder wie Griechenland teuer zu stehen kommen: 40 bis 50 Prozent der Gesamtwirtschaft stünden auf dem Spiel – und das nur im ersten Jahr, warnt ein Bericht der Schweizer UBS Bank.

Das Szenario, das die Ökonomen Stephane Deo, Paul Donovan and Larry Hatheway von der UBS entwickelt haben, zeichnet als Konsequenz ein Schreckensbild. Die Folgen wären demnach ein Kollaps des nationalen Bankensystems, der Zusammenbruch des Handels mit anderen EU-Ländern, Zahlungsunfähigkeit der Regierung, und Unternehmensinsolvenzen.

Die UBS wäre, gemeinsam mit allen anderen Schweizer Institutionen, ebenfalls massiv von einem Kollaps des Euro-Raumes betroffen. Die Zahlen der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich zeigen, dass Griechenland allein noch nicht das Problem für die Schweiz wäre: 4,4 Milliarden Dollar Forderungen gegenüber den Griechen ließen sich noch irgendwie verschmerzen.

Tritt jedoch der Domino-Effekt ein, kommt es knüppeldick für die Schweizer Banken: Sie haben Forderungen in Höhe von 31,9 Milliarden Dollar gegenüber Spanien und 36 Milliarden Dollar gegenüber Italien. Italiens Forderungen gegen Griechenland liegen zwar auch nur bei 6,2 Milliarden Euro. Theoretisch müsste dies für die fünftgrößte Volkswirtschaft Europas zu verschmerzen sein.

Allerdings kann beim gegenwärtigen desolaten politischen Zustand Italiens niemand vorhersagen, wo in Zeiten riesiger Sparpakete weitere 6 Milliarden aufzutreiben sein sollen. Dass Silvio Berlusconi den Gürtel seiner ohnehin schon renitenten Landsleute noch enger schnürt ist kaum vorstellbar. Und als einziger institutioneller Investor, der dann noch die ohnehin schon als Schrott gehandelten italienischen Staatsanleihen kaufen wird, bleibt Marktbeobachtern zufolge eigentlich die EZB übrig.

Für den durchschnittlichen Griechen hätte das Euro-Ende allerdings ebenso verheerende Folgen: Die Kosten für jeden Einzelnen würden sich auf 11.000 Euro pro Bürger belaufen, oder 40 bis 50 Prozent des BIP allein im ersten Jahr. Die Kosten in den folgenden Jahren würden immer noch bis zu 4.000 Euro pro Bürger betragen.

Die zu erwartenden Kosten entstünden sowohl durch den Wertverlust der neuen Währung, als auch dadurch, dass Märkte und Verbraucher versuchen würden, ihr Geld noch vor dem Wechsel zu einer neuen bzw. der alten Währung in Sicherheit zu bringen.

Die UBS-Studie geht außerdem davon aus, das der Wertverlust der neuen Währung rund 60 Prozent betragen, Kreditkosten um rund 7 Prozent steigen, die Spareinlagen der Banken zwecks Refinanzierung kollabierter Banken um 30 Prozent fallen, und der Handel um 50 Prozent einbrechen würde.

Ein Verlassen des Euros wird daher von der UBS als „in rechtlicher, politischer und finanzieller Hinsicht so kompliziert“ eingeschätzt, dass die „Wahrscheinlichkeit bei Null“ liege, dass tatsächlich ein Mitglied aus dem Euro austreten könne. Stattdessen werde es eine stärkere wirtschaftliche Integration in Europa geben müssen. Die verzweifelten Versuche der Griechen, sich selbst im Euroraum zu retten, sprechen dafür, dass den Griechen die Dramatik der Alternative bewusst ist.

Ein wenig erinnern jedoch sowohl die zahllosen Treueschwüre der Griechen wie auch diese theoretischen Einschätzungen der UBS-Experten allerdings an die Mechanismus: Es kann nicht sein, was nicht sein darf.

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Kommentare

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  1. Luchsinger Fritz sagt:

    Obwohl die Möglichkeit nahe null liegt, wird es trotzdem dazu kommen, dass die Eurozone aufgrund der Fliehkräfte auseinandergerissen wird. Normalerweise steigen die nETTO-Zahler zuerst aus. Der Euro wird bald Geschichte sein, man sagte es uns im geheimen an einem Bankertreffen. Nur Gold wird den Sparer retten. Ihr werdet sehen.

  2. Luchsinger Fritz sagt:

    Obwohl die Möglichkeit nahe null liegt, wird es trotzdem dazu kommen, dass die Eurozone aufgrund der Fliehkräfte auseinandergerissen wird. Normalerweise steigen die nETTO-Zahler zuerst aus. Der Euro wird bald Geschichte sein, man sagte es uns im geheimen an einem Bankertreffen. Nur Gold wird den Sparer retten. Ihr werdet sehen.

  3. Luchsinger Fritz sagt:

    Obwohl die Möglichkeit nahe null liegt, wird es trotzdem dazu kommen, dass die Eurozone aufgrund der Fliehkräfte auseinandergerissen wird. Normalerweise steigen die nETTO-Zahler zuerst aus. Der Euro wird bald Geschichte sein, man sagte es uns im geheimen an einem Bankertreffen. Nur Gold wird den Sparer retten. Ihr werdet sehen.

  4. Luchsinger Fritz sagt:

    Obwohl die Möglichkeit nahe null liegt, wird es trotzdem dazu kommen, dass die Eurozone aufgrund der Fliehkräfte auseinandergerissen wird. Normalerweise steigen die nETTO-Zahler zuerst aus. Der Euro wird bald Geschichte sein, man sagte es uns im geheimen an einem Bankertreffen. Nur Gold wird den Sparer retten. Ihr werdet sehen.