Frankreich, Italien und Spanien schulden deutschen Banken 389 Milliarden Euro

Für diese Größenordnungen gibt es keinen Bailout: Deutschlands Banken haben unvorstellbar hohe Forderungen gegen die drei großen Wackelkandidaten der Euro-Zone.

Die Auslandsforderungen deutscher Banken gegenüber Frankreich, Italien und Spanien belaufen sich auf rund 389 Milliarden Euro, wie aus den aktuellen Zahlen der Deutschen Bundesbank von Juni 2011 hervorgeht. Angsteinflößend, wenn man bedenkt, dass Italien und Spanien mit ihrem Haushaltsdefizit bereits massiv überfordert sind und nun auch zwei der größten französischen Banken in ihrer Kreditwürdigkeit herabgestuft wurden.

Heute war es so weit, die Ratingagentur Moodey’s hat die zwei französischen Banken Crédit Agricole und Société Générale unter anderem aufgrund ihres Engagements in Griechenland herabgestuft. Das Rating der BNP Paribas wird noch geprüft. Damit sind die drei größten Banken Frankreichs nun ins Visier gerückt. Im Vergleich zu den französischen Banken stehen die deutschen Banken noch relativ gut und können sich entsprechend besser refinanzieren. Allerdings betrachtet man den am schwersten wiegenden Grund für die Herabstufung der französischen Banken, nämlich das Engagement in Griechenland, könnte es auch zu einer Kettenreaktion am Markt führen. Die Überlegung, die Beurteilung von der Ratingagentur Moodey’s sei möglicher Weise ein Zeichen dafür, dass es generell den europäischen Banken schlecht geht und auch andere Banken herabgestuft werden könnten, ist nicht von der Hand zu weisen und kann den Markt weiter verunsichern.

Darüber hinaus kann Moodey’s Rating auch direkte Auswirkungen auf deutsche Banken haben. Wenn die Forderungen im Handelsbuch gehalten werden, müssen sie zum aktuellen Marktwert bewertet werden. „Bei einer Rating-Herabstufung sinkt der Börsenkurs, so dass entsprechende Verluste anfallen und in der GuV ausgewiesen werden müssen“, sagt Thomas Hartmann-Wendels, Geschäftsführender Direktor des Instituts für Bankwirtschaft und Bankrecht an der Universität zu Köln. Betrachtet man nun die Auslandsforderungen deutscher Banken einschließlich ihrer Auslandsfilialen und –töchter gegenüber Frankreich, zeigt sich die Tragweite. Von den rund 154 Milliarden Euro Auslandsforderungen entfallen allein 80 Milliarden Euro auf französische Banken. Frankreich ist außerdem nach den USA (ca. 386 Mrd. Euro) und dem Vereinigten Königreich, also Großbritannien und Nordirland, mit fast 354 Milliarden Euro Auslandsforderungen der größte Schuldner Deutschlands.

Die schlechte Lage Italiens und Spaniens, die auf Käufer für ihre Staatsanleihen hoffen, ist indes auch nicht förderlich für die Situation deutscher Banken. Während sich die Auslandsforderungen deutscher Banken und ihre Auslandsfilialen und-töchter gegenüber Italien insgesamt, verteilt auf italienische Banken, Unternehmen und öffentliche Haushalte, auf rund 112 Milliarden Euro im Juni 2011 beliefen, sind es in Spanien insgesamt ca. 123 Milliarden Euro. So machen die Auslandsforderungen deutscher Banken in diesen drei europäischen Ländern allein 389 Milliarden Euro aus. Nimmt man das hochverschuldete Griechenland dazu, sind es sogar 412 Milliarden Euro.

Bezüglich des Zustandekommens dieser enorm hohen Summen verweist Thomas Hartmann-Wendels auf die Situation, dass in Deutschland mehr gespart, als in inländische Unternehmen, öffentliche Haushalte und Privatpersonen ausgeliehen werde. Daher werde ein Teil der Spareinlagen sozusagen zwangsweise im Ausland angelegt, also an Krediten vergeben. Hinzu kommt, dass Kredite an Euro-Staaten wie Frankreich, Italien und Spanien den Vorteil haben, „dass damit keine Währungsrisiken verbunden sind, so dass auch keine Eigenkapitalunterlegung für Fremdwährungsrisiken erforderlich ist“, so Thomas Hartmann-Wendels.

Hinsichtlich der hohen Auslandsforderungen deutscher Banken werden die Schwierigkeiten in Italien und Spanien sowie die Herabstufung der zwei großen französischen Banken nicht ohne Schrammen an den Banken in Deutschland vorbeigehen. Diese neuen Entwicklungen zeigen, dass es durchaus „Anzeichen dafür gibt, dass wir uns wieder in einer Situation annähern, wie wir sie nach der Lehmann-Pleite erlebt haben“, sagt Thomas Hartmann-Wendels. Die Banken misstrauen einander wieder, weil niemand wisse, wie stark der Vertragspartner bei den großen Problemschuldnern engagiert ist.

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Kommentare

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  1. klaus maier sagt:

    google stümper plutokraten eu stürzen griechenland in armut öfters bringt es bei googele was ,verschiedene formulierungen,einfache treffende worte etc. sich auszudenken auch mittelstands – firmen sollen da vom staat mit zu hohen abgaben platt gemacht werden, oder bei gut bis sehr gut verdienenenden wollten sie so hohe abgaben, das es sich nicht mehr lohnt

  2. Stefanie sagt:

    ‚Mutter Merkel‘
    sollte sich richtiger Weise Stiefmutter Merkel nennen – denn der gewoehnliche deutsche Staatsbuerger ist fuer sie offensichtlich kein Mensch, sondern lediglich ein Mittel zum Zweck um Steuern fuer ihren Staat zu bekommen.

    Stiefmutter Merkels Sozialmassnahmen wie Erhoehung des Rentenalters, keine Anpassung der Loehne, Einschraenkung der medizinische Versorgung durch Zuzahlungen, die sich ihre verarmenden Buerger nicht leisten koennen, etc, erreichen genau das, was sie vielleicht anstrebt:
    Eine Verkuerzung der Lebeserwartung derart, dass ihr Staat keine Renten mehr zahlen muss, weil die Buerger freundlicherweise vor Erreichung des Rentenalters sterben.

    Sie hat bestimmt, wie viele andere Politiker auch, ihr Nummernkonto in der Schweiz, und plant eine lange und vor allem fruehe Rente fuer sich – nach ihr die Sintflut.

    Es kann ihr also egal sein, wenn sie Deutschland in den Bankrott regiert – denn sie wird sich sicher denken koennen, dass keines der Darlehen zurueckgezahlt wird.

    Aber was kann man denn auch von einer Stiefmutter erwarten?

  3. Hans-Joachim Martens sagt:

    Wenn Deutsche Banken anFrankreich, Italien und Spanien schon 389 Mrd.Euros
    verliehen haben, dann fehlen je noch hundert andere Länder weltweit. Was ist
    mit Deutschland (!!) Portugal, Irland, England, USA usw. Eigentlich kann das ganze Kartenhaus nur noch zusammenfallen. Selbst die EZB schuldet der Bundesbanüber 350Mrd. Euro. Das Geld ist doch weg !

    Die Banken hatte man ja geradezu ermuntet, Staatsanleihen zu kaufen, denn da brauchte ja kein Eigenkapital hinterlegt werden. Von der EZB haben die sich dann
    das Geld geholt und prächtig daran verdient. Ohne Risiko, denn wenn es schief
    läuft zahlt der Steuerzahler.

    Mit freundlichen Gruß !
    Hans-Joachim Martens

  4. Durchblicker sagt:

    Was wäre auf der Welt, gäbe es nicht die dummen Deutschen die alles schlucken.
    Mir scheint , dass ein gutgläubiger Deutscher gar nicht soviel fressen kann, wie er bei dieser Wirtschaftslage kotzen sollte.

  5. kurz überlegt sagt:

    Ich würde da vorschlagen: einen Krieg gegen Deutschland anzetteln. Un dwenn alles platt gemacht ist, dem deutschen Volk Reparationszahlungen ans Knie nageln… und schon hat sich alles wieder umgekehrt…
    Mist, woran erinnert mich das nur…?

  6. Kettenhund sagt:

    Die Ratingagentur heisst Moodys…