Schlechteres Rating für Italien: Das war erst der Anfang

Silvio Berlusconi wirft den Ratingagenturen Realitätsverlust vor. Experten erwarten dagegen weitere Herabstufungen und sind erstaunt, wie schnell die Herabstufung jetzt kam. Die EZB kaufte indes heute weiter italienische Papiere, um den Zins für Italien niedrig zu halten.

Im Gegensatz zur Ratingagentur Moody’s, die am Freitag vergangener Woche mitteilte, die Bewertung Italiens um einen Monat zu verschieben, wertete S&P am Montag das Land von A+/A+1 auf A/ A-1 herab. „Wichtig ist, dass S&P bereits vor dieser Herabstufung von den ‚Großen 3‘ Ratingagenturen Italien am schlechtesten beurteilte“, sagt David Schnautz von der Commerzbank in London. Allerdings sei die Zeitspanne von dem negativen Ausblick im Mai 2011 bis zu dem tatsächlichen schlechten Ratings gestern eher kurz. Normaler Weise dauert es zwischen 6 und 24 Monate, „es sei denn, die Faktenlage ändert sich rascher als von einer Agentur erwartet“, so David Schnautz.

Der weitere Ausblick für Italien bleibt laut S&P negativ, „hier könnte also durchaus weiteres Ungemach drohen“, gibt David Schnautz zu bedenken. „In diesem Licht wäre eine Herabstufung durch Moody’s von nur einer Stufe wohl sogar eine ‚gute Nachricht‘ für Italien. Aber jetzt riecht es nach zwei Stufen, was immer noch eine bessere Beurteilung bedeuten würde als S&P.“ Entsprechend normal war die Marktreaktion, die Bunds seien weiterhin fest und die Renditeabstände anderer Anleihen über Bunds hoch. Die Aussichten für Italien, das noch mehr als 50 Milliarden Euro am Staatsanleihen in diesem Jahr verkaufen muss, werden durch das harte Rating nicht besser, zumal die nächsten Auktionen bereits am 27. September stattfinden sollen.

Die EZB, die in den vergangenen Monaten Anleihen von schwächelnden Ländern im Wert von 157 Milliarden aufgekauft hat, setzt ihre Aktivitäten indes fort. „Für die EZB bedeutete das direkt nichts, außer, dass sie heute scheinbar recht früh im Zweitmarkt mit Ankäufen aktiv war“, erklärt David Schnautz und fügt hinzu, dass sich Dank der EZB-Intervention der Renditeanstieg bei italienischen Staatsanleihen in Grenzen hält.

Begründet hat die Ratingagentur S&P das Downgrade mit den schwachen Wirtschaftsaussichten Italiens, der nicht durchsetzungsfähigen Regierungskoalition und dem nicht zur Wirtschaftssteigerung beitragenden Reformprogramm. Die drittgrößte Volkswirtschaft der Eurozone will mit ihrem fast 60 Milliarden Euro starken Sparpaket bis 2013 einen Haushaltsausgleich erreichen. Doch die ständigen Änderungen an eben diesem lassen große Zweifel zu, ob es Italien wirklich gelingen wird, den Schuldenberg von 1,9 Billionen Euro abzutragen. Die Schuldenkrise greift also weiter um sich, nur dass es deutlich mehr Schuldnerländer gegenüber Italien gibt als im Falle Griechenlands.

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Kommentare

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  1. Karl-Heinz sagt:

    Was in Italien passiert wundert uns doch nicht wirklich.

    Italien ist da ein offenes Buch und handelt erwartungsgemäß.
    Das Land wird von der Mafia regiert. Damit gehen die Italiener offen um. Deshalb haben sie auch gleich Berlusconi zum Presidenten gewählt. Das ist einfach pragmatischer und ehrlicher.

    Sorgen machen mir ganz andere Mysterien. Vor allem das Geschwafel im deutschen Bundestag über die Haushaltssouveränität. Die gibt es doch defakto gar nicht mehr.
    Wie sonst könnte die EZB entgegen aller Verträge und Gesetze einfach unbegrenzt Staatsanleihen kaufen.

    Ich stelle fest – die wirklich gefährlichen Mafiosi sitzen in der EZB und im Bundestag.

    Wir sollten dem Vorbild Italiens folgen und Ackermann zum Bundeskanzler wählen.
    Dadurch würde alles transparenter.

    Gruß Karl-Heinz

  2. Karl-Heinz sagt:

    Was in Italien passiert wundert uns doch nicht wirklich.

    Italien ist da ein offenes Buch und handelt erwartungsgemäß.
    Das Land wird von der Mafia regiert. Damit gehen die Italiener offen um. Deshalb haben sie auch gleich Berlusconi zum Presidenten gewählt. Das ist einfach pragmatischer und ehrlicher.

    Sorgen machen mir ganz andere Mysterien. Vor allem das Geschwafel im deutschen Bundestag über die Haushaltssouveränität. Die gibt es doch defakto gar nicht mehr.
    Wie sonst könnte die EZB entgegen aller Verträge und Gesetze einfach unbegrenzt Staatsanleihen kaufen.

    Ich stelle fest – die wirklich gefährlichen Mafiosi sitzen in der EZB und im Bundestag.

    Wir sollten dem Vorbild Italiens folgen und Ackermann zum Bundeskanzler wählen.
    Dadurch würde alles transparenter.

    Gruß Karl-Heinz

  3. Karl-Heinz sagt:

    Was in Italien passiert wundert uns doch nicht wirklich.

    Italien ist da ein offenes Buch und handelt erwartungsgemäß.
    Das Land wird von der Mafia regiert. Damit gehen die Italiener offen um. Deshalb haben sie auch gleich Berlusconi zum Presidenten gewählt. Das ist einfach pragmatischer und ehrlicher.

    Sorgen machen mir ganz andere Mysterien. Vor allem das Geschwafel im deutschen Bundestag über die Haushaltssouveränität. Die gibt es doch defakto gar nicht mehr.
    Wie sonst könnte die EZB entgegen aller Verträge und Gesetze einfach unbegrenzt Staatsanleihen kaufen.

    Ich stelle fest – die wirklich gefährlichen Mafiosi sitzen in der EZB und im Bundestag.

    Wir sollten dem Vorbild Italiens folgen und Ackermann zum Bundeskanzler wählen.
    Dadurch würde alles transparenter.

    Gruß Karl-Heinz

  4. Karl-Heinz sagt:

    Was in Italien passiert wundert uns doch nicht wirklich.

    Italien ist da ein offenes Buch und handelt erwartungsgemäß.
    Das Land wird von der Mafia regiert. Damit gehen die Italiener offen um. Deshalb haben sie auch gleich Berlusconi zum Presidenten gewählt. Das ist einfach pragmatischer und ehrlicher.

    Sorgen machen mir ganz andere Mysterien. Vor allem das Geschwafel im deutschen Bundestag über die Haushaltssouveränität. Die gibt es doch defakto gar nicht mehr.
    Wie sonst könnte die EZB entgegen aller Verträge und Gesetze einfach unbegrenzt Staatsanleihen kaufen.

    Ich stelle fest – die wirklich gefährlichen Mafiosi sitzen in der EZB und im Bundestag.

    Wir sollten dem Vorbild Italiens folgen und Ackermann zum Bundeskanzler wählen.
    Dadurch würde alles transparenter.

    Gruß Karl-Heinz