Siemens parkt 4 bis 6 Milliarden Euro bei der EZB

Nachdem das Unternehmen am Nachmittag dementierte, dass es 500 Millionen aus der französischen Société Générale abgezogen hat, kommt nun raus: Siemens vertraut der Europäischen Zentralbank weit mehr Geld an. Das ist kein Vertrauensbeweise für die europäischen Banken.

Im Juni hatte Siemens etwa 13 Milliarden Cash in der Bilanz (Zahlen hier) – und einen erheblichen Teil davon setzt das Unternehmen nicht mehr auf dem Kapitalmarkt ein, sondern sucht den sicheren Hafen EZB. Zwar ist es nicht ungewöhnlich, dass Unternehmen ihr Geld bei der EZB anlegen. Das Geld wird kurzfristig angelegt, weil die Konditionen dafür gut – und die Anlage sicher ist. In dem turbulenten Umfeld, in dem sich Märkte und Banken befinden, wird dieser Schritt doch mit besonderer Aufmerksamkeit beobachtet.

Siemens hilft damit der EZB unter anderem beim Ankauf von italienischen und spanischen Staatsanleihen. Damit deckt Siemens etwa 4% des Cash Bedarfs für Staatsanleihen ab. Auch das ist keine hohe Nummer. Sie zeigt jedoch, dass die tausenden Finanzinstitutionen der EZB nicht mehr bei der sogenannten „steriliciation“ von Schrottpapieren helfen wollen oder können. Dass die EZB daneben ein safe haven ist, mag Zufall sein – oder auch nicht.

In dem Zusammenhang wundert sich die „Financial Times“ über das Siemens Dementi im Hinblick auf das Thema Société Générale: Die 500 Millionen seien eigentlich kein so großer Betrag, dass man dafür öffentlich zurückrudern müsse. Das Blatt führt die Reaktion auf die große Nervosität in den Märkten zurück. (Der ganze Artikel aus Alphaville hier)

Schon am Morgen hatte China angekündigt, sich aus verschiedenen Swap-Geschäften zurückziehen zu wollen. Obwohl diese Geschäfte keine große Rolle für die europäischen Banken spielen, reagierte der Markt auch in diesem Fall äußerst nervös.

Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar zum Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *