Griechenland-Pleite: Deutsche Bad Banks wären die größten Verlierer

Es ist der klassiche Schwarze Peter, den die Banken mit Hilfe der Regierung dem Steuerzahler zugeschoben haben: Während die deutschen Geschäftsbanken ihre griechischen Schrottpapiere weitgehend losgeworden sind, wären die staatlichen Bad Banks mit 10 Milliarden Euro massiv betroffen.

Nach der Krise von 2008 gegründet, um die Hypo Real Estate und die WestLB zu retten, wären die deutschen Bad Banks – die FMS Wertmanagement und die Erste Abwicklungsanstalt – die am heftigsten betroffenen Banken. Gemeinsam hatten sie Ende Juni knapp 10 Milliarden griechischer Schrottpapiere in den Büchern. Wenn Griechenland pleitegeht, dann muss der Steuerzahler ein zweites Mal die Zeche bezahlen.

Die FMS Wertmanagement (HRE) hält nach Angaben von Bloomberg 8,76 Milliarden Euro, die aus der WestLB hervorgegangene Erste Abwicklungsanstalt kommt auf 1.21 Milliarden Euro mit griechischen Staatsanleihen oder Krediten. Dies ist die Hälfte der gesamten deutschen Last. Im Vergleich dazu: Deutsche Bank und Commerzbank kommen zusammen gerade mal auf 3,35 Milliarden Euro.

Dies erklärt die panische Reaktion von Angela Merkel, als Philipp Rösler das Wort Pleite in den Mund nahm. Der Ökonom Klaus Fleischer von der Universität München: „Ein griechischer Schuldenschnitt oder eine Pleite wird die beiden staatlichen Banken besonders hart treffen. Die Rechnung werden am Ende die deutschen Steuerzahler bezahlen. Die Geschäftsbanken sind zu einem viel geringeren Teil involviert.“

Die beiden Bad Banks waren seinerzeit gegründet worden, um die HRE und die WestLB zu retten, nachdem sich beide Institute bei faulen amerikanischen Immobilienkrediten verspekuliert hatten.

Die Deutsche Bank und die Commerzbank haben, ebenso wie die Allianz, ihre griechischen Schrottpapiere im Juli im Rahmen der Gläubigerbeteiligung zu 21% abgeschrieben
Investoren gehen mit einer Wahrscheinlichkeit von 94% davon aus, dass Griechenland innerhalb der nächsten fünf Jahre in die Pleite rutscht.

Die HRE hatte nach ihrer Rettung durch den Steuerzahler Schrottpapiere von 176 Milliarden Euro in die FMS transferiert. Diese muss den Schrott nun in den kommenden zehn Jahren loswerden, mit der Vorgabe, möglichst wenig zu verlieren. Angesichts der Griechenland-Krise kann man diesen Job getrost als Herkules-Aufgabe bezeichnen.

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