Vermögensverwaltungen kehren Banken den Rücken

Neben immer mehr Unternehmen beginnen auch private Vermögensverwaltungen, ihr Kapital von den Banken abzuziehen. Sie verbinden diesen Schritt mit einer harten Kritik an der Politik der Banken.

„Früher waren die Banken die Wächter für unser Vermögen, heute wollen sie uns nur noch ihre Produkte verkaufen“. Stephen Diggle war erfolgreicher Hedge-Fund-Manager und kümmert sich um seine Millionengewinne lieber selbst als sie den Banken anzuvertrauen. Dem Nachrichtendienst Bloomberg sagte er, es sei zu erkennen gewesen, dass die Interessen der Kunden nicht mehr von den Banken wahrgenommen wurden. Und so wie Diggle haben viele reiche Asiaten seit der Lehman-Pleite im Jahr 2008 die Verwaltung ihrer Vermögen lieber selbst übernommen, um die Risiken zu minimieren.

„Geschäftsbanken wollen dir alles Mögliche verkaufen und nicht notwendigerweise Produkte, die für dein Family-Office oder dich selbst die besten sind“, sagte Clinton Ang. Er rät allen anderen Investoren dasselbe zu tun. Wenn intelligente Vermögensverwalter nicht schon während der vergangene Krise ihre Konsequenzen gezogen hätten, wären sie angesichts der sich abzeichnenden Verwerfung gut beraten, das jetzt zu tun.

Für die unter Druck geratenen europäischen Banken könnte diese Entwicklung neue Probleme bringen. In der vergangenen Woche haben große Unternehmen begonnen, ihr Kapital aus französischen Banken abzuziehen. Nach einer Studie wird dies zu einschneidenden Veränderungen im französischen Bankensystem führen. Die Banken werden kleiner und sicherer, aber auch weniger profitabel werden, schreiben Experten von Barclays in einer aktuellen Analyse.

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