Bankenverband will Einlagensicherung senken

Das nennt man eine vertrauensbildende Maßnahme: Mitten in der Krise gibt der Bundesverband deutscher Banken bekannt, dass die Sicherungshöhe für Einlagen dramatisch gesenkt wird. Damit könnte der Schwarze Peter im Fall einer Krise an den Steuerzahler weitergereicht werden.

Der Bundesverband deutscher Banken (BdB) will seine freiwillige Einlagensicherung reformieren und die Sicherungshöhe dabei deutlich reduzieren. Wie Hans-Joachim Massenberg, Mitglied der Hauptgeschäftsführung des Bankenverbandes, am Donnerstag in Berlin mitteilte, soll der Fonds damit für künftige Aufgaben gerüstet werden, um den Bankkunden „auch weiterhin glaubhaft den besten Schutz für ihre Spareinlagen zu bieten“.

Dabei soll in drei Schritten bis zum 1. Januar 2025 die Sicherung der Sparbeträge von aktuell 30% auf 8,75% drastisch reduziert werden. Das heißt jeder Gläubiger einer Privatbank ist maximal mit 8,75% des maßgeblichen haftenden Eigenkapitals der jeweiligen Bank abgesichert. (komplette Pressemeldung hier)

Zur Ankündigung des Bundesverbands deutscher BdB, sein Einlagensicherungssystem zu reformieren, erklärt Gerhard Schick, finanzpolitischer Sprecher der Grünen, sarkastisch: „Hier sieht man die große Schnelligkeit und Zielstrebigkeit der privaten Kreditwirtschaft bei Reformen! Im Winter 2007 / 2008 bereits kam der Einlagensicherungsfonds des BdB mit der Rettung des Düsseldorfer Hypothekenbank an seine Grenzen, im Herbst 2008 musste er die Hilfe des Staates in Anspruch nehmen, weil die Zahlungen für den deutschen Ableger von Lehman Brothers das Sicherungssytsem überforderten. Drei Jahre später hat sich nun der Bankenverband auf ein Reförmchen geeinigt, das die Grundstruktur unangetastet lässt und dazu Übergangszeiträume bis 2025 vorsieht. Mich überzeugt das noch nicht. Denn immer noch werden Summen garantiert, die der Fonds im Krisenfall nicht aufbringen kann.“

Schick befürchtet, dass bei einer nächsten Pleite wieder der Steuerzahler helfend einspringen muss. Mit dieser Befürchtung dürfte er nicht allein dastehen.

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Kommentare

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  1. egon sagt:

    schon vor ca. 5 Jahren hat der Verbund von LBS und Sparkasse damit geworben:
    Zitat: „rund um´s eigene Nest nehmen wir Ihnen alles ab“

  2. egon sagt:

    schon vor ca. 5 Jahren hat der Verbund von LBS und Sparkasse damit geworben:
    Zitat: „rund um´s eigene Nest nehmen wir Ihnen alles ab“

  3. egon sagt:

    schon vor ca. 5 Jahren hat der Verbund von LBS und Sparkasse damit geworben:
    Zitat: „rund um´s eigene Nest nehmen wir Ihnen alles ab“

  4. egon sagt:

    schon vor ca. 5 Jahren hat der Verbund von LBS und Sparkasse damit geworben:
    Zitat: „rund um´s eigene Nest nehmen wir Ihnen alles ab“

  5. Mephistopheles sagt:

    Wunderbar! Genau DAS war zu erwarten und läßt tief blicken.

    Fazit: die einzig sichere Geldanlage heißt Matratze! Meine Frau und ich holen seit Monaten bereits ALLES aus der Bank, was nicht zu den laufenden Abwicklungen gehört – ein schleichender Bankrun quasi. Nach dieser Meldung kann man nur jedem dazu raten!

    • Andreas sagt:

      Kluge Entscheidung, besser waere allerdings in andere Waehrungen auf einem Auslandskonto ausserhalb Europas zu wechseln. Der Euro wird fallen wie ein Stein.

  6. Mephistopheles sagt:

    Wunderbar! Genau DAS war zu erwarten und läßt tief blicken.

    Fazit: die einzig sichere Geldanlage heißt Matratze! Meine Frau und ich holen seit Monaten bereits ALLES aus der Bank, was nicht zu den laufenden Abwicklungen gehört – ein schleichender Bankrun quasi. Nach dieser Meldung kann man nur jedem dazu raten!

    • Andreas sagt:

      Kluge Entscheidung, besser waere allerdings in andere Waehrungen auf einem Auslandskonto ausserhalb Europas zu wechseln. Der Euro wird fallen wie ein Stein.

  7. Mephistopheles sagt:

    Wunderbar! Genau DAS war zu erwarten und läßt tief blicken.

    Fazit: die einzig sichere Geldanlage heißt Matratze! Meine Frau und ich holen seit Monaten bereits ALLES aus der Bank, was nicht zu den laufenden Abwicklungen gehört – ein schleichender Bankrun quasi. Nach dieser Meldung kann man nur jedem dazu raten!

    • Andreas sagt:

      Kluge Entscheidung, besser waere allerdings in andere Waehrungen auf einem Auslandskonto ausserhalb Europas zu wechseln. Der Euro wird fallen wie ein Stein.

  8. Mephistopheles sagt:

    Wunderbar! Genau DAS war zu erwarten und läßt tief blicken.

    Fazit: die einzig sichere Geldanlage heißt Matratze! Meine Frau und ich holen seit Monaten bereits ALLES aus der Bank, was nicht zu den laufenden Abwicklungen gehört – ein schleichender Bankrun quasi. Nach dieser Meldung kann man nur jedem dazu raten!

    • Andreas sagt:

      Kluge Entscheidung, besser waere allerdings in andere Waehrungen auf einem Auslandskonto ausserhalb Europas zu wechseln. Der Euro wird fallen wie ein Stein.

  9. kneipier sagt:

    Der Bankenverband ist genauso verlogen wie die Regierung!

    Die Einlagensicherung ist seit Jahren „kassiert“. Es gibt sie nicht mehr, auch wenn unser Merkel davon beruhigend schwafelt, das Sparvermögen bis 100.000,- sei sicher…

    @albidus Grus

    Sie haben es auf den Punkt gebracht. Danke dafür!

    Ansonsten sollten alle anderen Mitleser einmal einen Artikel aus dem Jahre 2006 lesen:

    http://www.heise.de/tp/artikel/24/24111/1.html

    Werbespot einer „Sparkasse“, die gar keine mehr ist: „Meine BANK heisst Haspa“….

  10. kneipier sagt:

    Der Bankenverband ist genauso verlogen wie die Regierung!

    Die Einlagensicherung ist seit Jahren „kassiert“. Es gibt sie nicht mehr, auch wenn unser Merkel davon beruhigend schwafelt, das Sparvermögen bis 100.000,- sei sicher…

    @albidus Grus

    Sie haben es auf den Punkt gebracht. Danke dafür!

    Ansonsten sollten alle anderen Mitleser einmal einen Artikel aus dem Jahre 2006 lesen:

    http://www.heise.de/tp/artikel/24/24111/1.html

    Werbespot einer „Sparkasse“, die gar keine mehr ist: „Meine BANK heisst Haspa“….