Amerikas Banken haben zu viele Schrottpapiere in ihren Büchern

Amerikas Banken brauchen nicht mit dem Finger auf Europa zu zeigen. Bank of Amerika, Morgan Stanley und Citigroup halten mehr als das 30-fache ihres Börsenwertes in Wertpapieren. Viele von denen sind durch die europäische Bankenkrise hochriskant geworden – vor allem jene von französischen Banken.

Die Herabstufung der Bank of America, der Citigroup und der Wells Fargo am 21. September durch die Ratingagentur Moodey’s verhieß bereits nichts Gutes. Betrachtet man jedoch das Portfolio der Bank of America, der Citigroup und Morgan Stanley, stellt sich die Situation noch problematischer adr – zumal Morgan Stanley im Jahr 2010 überdurchschnittlich stark in französischen Bankenwerten investiert war. Schwappt die europäische Schuldenkrise also in den USA über?

Abgesehen von dem Downgrade durch Moody gibt es deutliche Anzeichen, dass die Probleme die USA schwappen. Die Bank of America und Morgan Stanley beispielsweise werden derzeit mit einem Abschlag von 43 Prozent auf ihren Buchwert gehandelt, die Citigroup sogar mit 46 Prozent. Ein Zeichen dafür, wie skeptisch der Markt hinsichtlich der Gesundheit und des Gewinnpotenzials dieser Banken ist.

Was zudem sehr beunruhigend ist, ist der immens hohe Anteil an Wertpapieren, den diese Banken halten. Die Bank of America etwa hält derzeit Papiere im Wert von rund 2,3 Billionen US-Dollar, das ist fast das 40-fache ihres Börsenwertes von 62 Mrd. US-Dollar. Ähnlich verhält es sich bei der Citigroup mit einem Börsenwert von 68,7 Mrd. Us-Dollar und Papieren im Wert von 2 Billionen US-Dollar. Morgan Stanley steht diesen beiden Banken in nichts nach, ihren Papieren im Wert von 831 Mrd. US-Dollar steht ein Börsenwert von 25,06 Mrd. US-Dollar gegenüber.

Interessant sind in diesem Zusammenhang auch die Verwicklungen der Morgan Stanley mit französischen Banken, die ja bekanntlich auch unter der Schuldenkrise leiden. Wie zerohegde.com schreibt, hielt die amerikanische Bank Morgan Stanley 2010 rund 39 Mrd. US-Dollar allein auf französische Banken. Das ist 60% mehr als der Börsenwert der Bank selbst und bezogen auf Papiere Morgan Stanley’s, die sich auf europäischen Banken beziehen, geht es um Werte, die drei Mal so hoch liegen wie der eigene Börsenwert.

Webb die französischen und auch europäischen Banken weiter ins Straucheln geraten, hätte das unmittelbare Auswirkungen auf die US-Banken. Zwar haben, wie Stephen Gallo von SchneiderFX bestätigt, amerikanische Banken in den vergangenen Wochen und Monaten viele ihrer Schrottpapiere abgestoßen, aber noch immer findet sich jede Menge „toxic stuff“ in ihren Büchern. Gallo: „Zwar hat die Reduzierung der Papiere das amerikanische Bankensystem in eine bessere Position gebracht als das europäische, kurzfristig zumindest. Ich würde jedoch nicht so weit gehen zu sagen, dass die amerikanischen Banken gesund sind.“

Es könnte also ein transatlantischer Sturm sein, der sich da zusammenbraut.

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