Kanadas Notenbankchef: „Euro-Zone braucht Fonds von einer Billion Euro“

Die Eurozone kann die Krise ohne einen „großen Topf Geldes“ nicht überwinden, sagt der kanadische Zentralbankchef. Dies werde jedoch „enormen politischen Willen“ erfordern.

Beim G20 Treffen in Washington werden immer höhere Preise für die Euro-Rettung aufgerufen. Um das Problem der Staatsschulden wirklich zu lösen, sei eine Summe von mindestens einer Billion Euro in Euro-Rettungsfonds EFSF notwendig, sagte der kanadische Notenbankgouverneur Mark Carney dem Radiosender CBC.

Um die Märkte wirklich zu überzeugen, sei dies die adäquate Größe. Derzeit umfasst der EFSF 440 Milliarden Euro.

Um dies jedoch zu erreichen, müssten die Staaten in Europa einen enormen politischen Willen aufbringen. Dies gelte sowohl für die Länder, die das Geld aufbringen müssen, als auch für jene, die „schwierige Entscheidungen treffen müssen, um ihre Wirtschaft zu reformieren und ihre fiskalische Position zu verbessern“.

Der Notenbankchef, der derzeit mit seinem Finanzminister in Washington weilt, sprach den Geburtsfehler der Eurozone an. Bei der Einführung der gemeinsamen Währung habe man ein Grundproblem übersehen: Schwächere Länder oder Länder, die hinter die Entwicklung der Starken zurückfallen, hätten nicht mehr die Möglichkeit, ihre Lage durch die Abwertung der eigenen Währung zu verbessern. Sie könnten dies nur durch radikale Sparprogramme und den dafür notwendigen schweren politischen Entscheidungen tun, sagte Carney.

Es müsse die Möglichkeit geben, den Betrag von einer Billion Euro unter den Ländern zu verteilen. Aufgrund der bestehenden Schulden brauche man jetzt „einen großen Topf Geld“. Das Dilemma: Um den Punkt in zwei oder drei Jahren zu erreichen, brauche man das Geld jetzt.

Auch in britischen Medien wird bereits über eine gigantische Aufstockung des ESFS spekuliert. So schreibt der Telegraph, dass deutsche und französische Beamte bereits an einem konkreten Plan arbeiten, den Fund auf mehrere Billionen aufzustocken. Dies solle in einer gemeinsamen Aktion bekanntgegeben werden. Die Lage sei so kritisch, dass eine Verteilung der Finanzspritzen über mehrere Jahre nicht mehr ausreichen würde.
In einem Geheimpapier haben Experten der EU bereist umrissen, wie das Vorziehen der Einführung des Europäischen Stabilitäts Mechanismus (ESM) funktionieren könne. (Mehr zum Geheimpapier hier)

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Kommentare

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  1. buerger sagt:

    Wer zu diesen Rettungsmaßnahmen steht, steht nicht zu Europa, sondern gefährdet es. Unsachliche Moralkeulen der Regierung sind nichts als hilfloser Aktionismus mit sich wiederholenden Durchhalteparolen. Jeder sieht, dass die Schirme und Rettungen jetzt schon gescheitert sind. Und zum Zeitpunkt der nächsten Abstimmung wird alles schon überholt sein, weil man sich in den Ministerien bereits auf die vierfache Summe geeinigt hat.

  2. buerger sagt:

    Wer zu diesen Rettungsmaßnahmen steht, steht nicht zu Europa, sondern gefährdet es. Unsachliche Moralkeulen der Regierung sind nichts als hilfloser Aktionismus mit sich wiederholenden Durchhalteparolen. Jeder sieht, dass die Schirme und Rettungen jetzt schon gescheitert sind. Und zum Zeitpunkt der nächsten Abstimmung wird alles schon überholt sein, weil man sich in den Ministerien bereits auf die vierfache Summe geeinigt hat.

  3. buerger sagt:

    Wer zu diesen Rettungsmaßnahmen steht, steht nicht zu Europa, sondern gefährdet es. Unsachliche Moralkeulen der Regierung sind nichts als hilfloser Aktionismus mit sich wiederholenden Durchhalteparolen. Jeder sieht, dass die Schirme und Rettungen jetzt schon gescheitert sind. Und zum Zeitpunkt der nächsten Abstimmung wird alles schon überholt sein, weil man sich in den Ministerien bereits auf die vierfache Summe geeinigt hat.

  4. buerger sagt:

    Wer zu diesen Rettungsmaßnahmen steht, steht nicht zu Europa, sondern gefährdet es. Unsachliche Moralkeulen der Regierung sind nichts als hilfloser Aktionismus mit sich wiederholenden Durchhalteparolen. Jeder sieht, dass die Schirme und Rettungen jetzt schon gescheitert sind. Und zum Zeitpunkt der nächsten Abstimmung wird alles schon überholt sein, weil man sich in den Ministerien bereits auf die vierfache Summe geeinigt hat.