Portugal: Fällt Griechenland, löst sich der Euro auf

Der portugiesische Ministerpräsident kündigt eine Verschärfung der Rezession für sein Land an und sagt: Eine Pleite Griechenlands würde Portugal zum jetzigen Zeitpunkt nicht verkraften.

Der portugiesische Premierminister Pedro Passos Coelho sagte am Sonntag, dass die Rezession in Portugal schlimmer sein werde als vorhergesagt. Wegen der sich abzeichnenden globalen Rezession werde die Wirtschaft nicht um 1,8% schrumpfen wie vorhergesagt, sondern um 2,3%. Im Jahr 2011 dagegen werde der Rückgang des Wachstums weniger schlimm sein als befürchtet und bei 1,8% liegen.

Nun könne sich jedoch alles ändern: Er sagte, wenn Griechenlands Pleite eine Option wäre, dann hätte er sie lieber erst im kommenden Jahr und nicht in der nahen Zukunft. Derzeit seien die Sparmaßnahmen noch nicht weit genug und das Wirtschaftswachstum noch nicht stark genug, damit Portugal eine Insolvenz Griechenlands abfedern könne.

Wenn die Griechen jedoch nicht gerettet werden, wären Portugal und Irland als nächste gefährdet, gefolgt von einer weiteren Welle mit Spanien und Italien. Portugal versucht derzeit, ein von der Troika aus EU, EZB und IWF vorgegebenes Sparprogramm umzusetzen. Die Portugiesen hatten dafür einen Kredit in der Höhe von 78 Milliarden Euro erhalten.

Für Coelho wäre die Griechenland-Pleite das Ende des Euro, wie wir ihn heute kennen. Er sagte: „Eine Pleite Griechenland wäre der erste Schritt zur Desintegration des Euro.“ Daher sollten die Griechen sofort radikale Sparmaßnahmen ergreifen und den öffentlichen Sektor privatisieren.

Für eine Fiskalunion gab Coelho eine realistische Einschätzung: Es würde Jahre dauern, eine solche zu schaffen, auch wenn sie wünschenswert sei. Daher hält er Eurobonds für keine Lösung in der aktuellen Krise.

Erst vor kurzem war Portugal in die Schlagzeilen geraten, weil die Insel Madeira Steuereinnahmen in der Höhe von einer Milliarde Euro unterschlagen und damit das Haushaltsloch des Landes erneut weit vergrößert hatte.

Mehr zum Thema:
Dramatischer Appell des IWF: Rettet den Euro!
Notenbanker: EU braucht eine Billion Euro um zu überleben
Jürgen Stark sieht hohes Risiko
Banker in Washington: Champagner, Trüffel und keine Antworten

Kommentare

Dieser Artikel hat 12 Kommentare. Wie lautet Ihrer?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

  1. Zeitzeuge sagt:

    Kehrt Portugal nicht schnellstens zur eigenen Währung zurück und beginnt mit der Umschuldung, blüht ihm der ganze Terror, dem das griechische Volk ausgesetzt ist: Dort droht der Bürgerkrieg, wenn Merkel & Co. so weitermachen. Portugal wollte nie freiwillig unter den „Rettungsschirm“ und hatte damit in kluger Weise die von diesen Instrumenten ausgehenden Gefährdungen erkannt. Der ersten Vergewaltigung werden weitere folgen, wenn es dem portugisischen Volk nicht gelingt, sich rasch von der EU- und EURO-Diktatar zu befreien. Dazu gehört als allererstes, sich vom „Vertrag von LIssabon“ völkerrechtlich zu lösen: Makaber und symbolträchtig in einer ganz negativen Weise!

  2. Zeitzeuge sagt:

    Kehrt Portugal nicht schnellstens zur eigenen Währung zurück und beginnt mit der Umschuldung, blüht ihm der ganze Terror, dem das griechische Volk ausgesetzt ist: Dort droht der Bürgerkrieg, wenn Merkel & Co. so weitermachen. Portugal wollte nie freiwillig unter den „Rettungsschirm“ und hatte damit in kluger Weise die von diesen Instrumenten ausgehenden Gefährdungen erkannt. Der ersten Vergewaltigung werden weitere folgen, wenn es dem portugisischen Volk nicht gelingt, sich rasch von der EU- und EURO-Diktatar zu befreien. Dazu gehört als allererstes, sich vom „Vertrag von LIssabon“ völkerrechtlich zu lösen: Makaber und symbolträchtig in einer ganz negativen Weise!