Banker in Washington: Champagner, Trüffel und Ratlosigkeit

Am liebsten sagen sie den Regierungen, was sie tun müssen. Tatsächlich haben auch die Banker keinen blassen Schimmer, wie die Krise abgewendet werden soll. Wie in den 30er-Jahren gab es daher beim IWF-Meeting in Washington Beef Tenderloin, Tanz und Champagner - jedoch keine Antworten.

Lawrence Summers, enger Vertrauter von Barack Obama und ehemaliger US-Finanzminister, sagte, er nehme nun seit zwanzig Jahren an dem IWF-Meeting in Washington teil, habe aber noch nie eine derart bedrückende Stimmung erlebt. Ein anderer Banker sagte, die Stimmung war, wie man sie sich für 1930 vorstellen muss: Ratslosigkeit und viel Streit prägte die Atmosphäre.

Es gibt auch keine klaren Fronten. Während die Banken gerne die Allwissenden geben und den Regierungen mit markigen Sprüchen vorgeben, wo es lang gehe solle, zeigte sich die Finanzwirtschaft tief gespalten. So trafen sich die Chefs von JPMorgan Chase, Goldman Sachs, Deutsche Bank und Société Générale im Nationalarchiv von Washington zu einem dreistündigen Meeting – um festzustellen, dass jeder einen anderen Weg zur Lösung der Krise vorschlägt. Es sei eine große Gruppe, die sehr unterschiedliche Auffassungen habe. Es herrschten große Spannungen wird Morgan Stanley CEO James Gorman bei Bloomberg zitiert: „Es gibt nicht nur die eine große Lösung, sondern 25 verschiedene.“

Im Grund hat niemand einen Plan, wie die Schulden abgebaut und das Vertrauen der Märkte wiederhergestellt werden kann. Daher wandten sich auch die Banker am Ende dann doch den von ihren Banken gesponserten Partys zu: JPMorgen und Citigroup veranstalteten die beliebtesten Feten. Und selbst die Schweizer UBS ließ sich nicht lumpen: Am Tag, als CEO Oswald Grübel wegen eines 2,3 Milliarden Dollar Desasters gefeuert wurde, gab es in Washington Champagner und Tanzmusik.

Und auch die Zentralbanker ließen sich nicht lumpen: Etwa tausend geladene Gäste kamen am Samstag zu einem Dinner des International Institute for Finance (IIF), dem größten Banken-Lobbyverein. Hauptzweck dieser Veranstaltung: Es sollte dem scheidenden EZB-Präsidenten Jean Claude Trichet gehuldigt werden, der am 31. Oktober abtritt und vom Italiener Mario Draghi ersetzt wird. Es gab Beef Tenderloin, gefüllt mit rotem Mangold, Datteln und Pinienkernen, sowie Kartoffelcrepes mit Trüffel. Wären man es sich schmecken ließ, wurde die glänzende Karriere von Trichet noch einmal reflektiert. Und es gab auch viel Lob für Deutsche Bank Chef Josef Ackermann, dessen Lebensleistung gepriesen wurde. Immerhin hatte er als IIF-Chef ja auch für das Essen bezahlt.

Unterdessen bereitet sich die EZB auf die einfachste Lösung des Problems vor: Das Gelddrucken. Die Notenbankchefs von Österreich und Estland sagten, dass die EZB auch kurzfristig ihre Zinspolitik ändern könne, wenn das notwendig sei. Der Chef des EFSF sagte, man solle noch einige Tage warten, dann werde auch der Rettungsschirm seine Maßnahmen bekanntgeben. Diese dürften vermutlich im Aufblähen der Geldmenge bestehen. US-Milliardär George Soros hatte in Washington gesagt, dass die Rettungsfonds um ein Vielfaches vergrößert werden müsse. Derzeit sei er nur ein „Embryo“.

Womit belegt ist, dass auch die großen Investoren mit ihrem Latein am Ende sind, wenn es um die Frage geht, wie diese Krise wirklich nachhaltig zu lösen ist.

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Kommentare

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  1. Karl-Heinz sagt:

    Anstatt sofort das Trennbankensystem wieder einzuführen und damit die riesigen Spekulationsblasen von der Realwirtschaft zu lösen, wird man es machen wie immer.

    Man wird die Lebensleistung der Fleißigen in den Rachen der Zocker werfen und sie dann, im kommenden Winter, hungern und frieren lassen – alternativlos natürlich.

    Um von den wahren Schuldigen abzulenken, wird man dann die unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen gegeneinander aufhetzen. Kollateralschäden werden hingenommen.

    Ich hoffe, dass zunehmend mehr Menschen erkennen wie sie verarscht werden und in der Lage sind vernünftig und überlegt zu handeln.

    Gruß Karl-Heinz

  2. Karl-Heinz sagt:

    Anstatt sofort das Trennbankensystem wieder einzuführen und damit die riesigen Spekulationsblasen von der Realwirtschaft zu lösen, wird man es machen wie immer.

    Man wird die Lebensleistung der Fleißigen in den Rachen der Zocker werfen und sie dann, im kommenden Winter, hungern und frieren lassen – alternativlos natürlich.

    Um von den wahren Schuldigen abzulenken, wird man dann die unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen gegeneinander aufhetzen. Kollateralschäden werden hingenommen.

    Ich hoffe, dass zunehmend mehr Menschen erkennen wie sie verarscht werden und in der Lage sind vernünftig und überlegt zu handeln.

    Gruß Karl-Heinz

  3. Karl-Heinz sagt:

    Anstatt sofort das Trennbankensystem wieder einzuführen und damit die riesigen Spekulationsblasen von der Realwirtschaft zu lösen, wird man es machen wie immer.

    Man wird die Lebensleistung der Fleißigen in den Rachen der Zocker werfen und sie dann, im kommenden Winter, hungern und frieren lassen – alternativlos natürlich.

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    Ich hoffe, dass zunehmend mehr Menschen erkennen wie sie verarscht werden und in der Lage sind vernünftig und überlegt zu handeln.

    Gruß Karl-Heinz

  4. Karl-Heinz sagt:

    Anstatt sofort das Trennbankensystem wieder einzuführen und damit die riesigen Spekulationsblasen von der Realwirtschaft zu lösen, wird man es machen wie immer.

    Man wird die Lebensleistung der Fleißigen in den Rachen der Zocker werfen und sie dann, im kommenden Winter, hungern und frieren lassen – alternativlos natürlich.

    Um von den wahren Schuldigen abzulenken, wird man dann die unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen gegeneinander aufhetzen. Kollateralschäden werden hingenommen.

    Ich hoffe, dass zunehmend mehr Menschen erkennen wie sie verarscht werden und in der Lage sind vernünftig und überlegt zu handeln.

    Gruß Karl-Heinz