Wegen Finanzloch: US-Banken bitte die Kunden zur Kasse

Die Finanzierungsprobleme der Banken erreichen die Kunden: Die Bank of America für eine Gebühr von 5$ für Debit Cards (vergleichbar den EC-Karten) ein. Dies ist eine Reaktion der Bank auf die Tatsache, dass die Kunden immer weniger mit Plastikgeld bezahlen.

Weil ab dem 1. Oktober aufgrund einer neuen Regelung (Dodd-Frank Act’s Durbin Amendment) die Banken für die Debit Cards den Händlern nur noch eine gedeckelte Gebühr von maximal 21 Cent pro Transaktion abnehmen dürfen, wenden sich die Banken prompt an die Kunden. Reuters berichtet von Plänen der größten amerikanischen Bank, der Bank of America (BoA), künftig den Inhabern dieser Karten eine monatliche Gebühr von 5$ verrechnen wollen. Zuvor war dies schon von einigen anderen Instituten angekündigt worden. Bei einigen laufen bereits die ersten „Testläufe“. Dazu zählen Wells Fargo, JPMorgan Chase und SunTrust Banks.

Nachdem die Regulierungsbehörde den Banken nach der Krise von 2008 die übermäßigen Gebühren von den Händlern aus dem Repertoire genommen haben, wollen sich die Banken nun an den Endkunden schadlos halten. Denn durch die Begrenzung der Gebühren für die Händler müssen die Banken Milliardenverluste befürchten. Die Begründung für die Entscheidung lieferte Anne Pace von der BoA: Das wirtschaftliche Umfeld habe sich geändert, die Kunden erhielten schließlich Sicherheit vor Betrug und das Recht auf Überziehung.

Wie viel an neuen Erlösen die BoA auf diesem Weg zu generieren gedenkt sagte die Sprecherin nicht. Klar ist jedoch, dass vor allem die kleinen Leute zur Kasse gebeten werden. Kunden, die auch ein Depot bei Merill Lynch haben und daher im für die Banken stets lukrativen Aktienhandel mitmischen, bleiben von der Gebühr verschont. Eine gesonderte Gebühr für die Benutzung des Bankomat sei (noch, Anm. d. Red.) nicht geplant.

Die Banken reagieren damit auf das geänderte Verhalten der Konsumenten. Diese verwenden immer weniger Plastikgeld beim Einkauf. Die Gebühren für Kredit- und Debit-Karten sind um 23% eingebrochen. Auch scheinen die Amerikaner in großer Zahl ihre Konten aufzulösen: Hier beträgt der Rückgang der Erlöse 34% – immerhin eine halbe Milliarde Dollar pro Jahr.

Die Citigroup zögert noch mit dem Schritt: Ein Banker sagte, die Einführung dieser Gebühr würde bei den Kunden eine „starke Quelle für Irritation“ sein. Weniger geschliffen würde man vermutlich von „ohnmächtiger Wut“ sprechen.

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