Risiko-Experte: „Investieren Sie in Grundnahrungsmittel!“

Einer der führenden internationalen Risiko-Experten erwartet eine sehr harte Landung nach der Krise. Eine „geordnete Insolvenz“ der Eurozone würde nur gelingen, wenn sich der Kontinent darauf konzentriert, die Wettbewerbsfähigkeit von Deutschland und Frankreich zu stärken. Nicht bloß Griechenland – alle schwachen Länder müssten einen dramatischen Schuldenschnitt vornehmen.

Für den australischen Risiko-Analysten Satyayit Das gibt es drei aktuelle Wahrheiten, auf die sie Investoren einstellen müssen: Erstens sei für die Märkte klar, dass Europa sich hinter den Kulissen auf die geordnete Insolvenz von Griechenland vorbereite und dass Irland und Portugal folgen würden. Zweitens würde das zu massiven Verlusten bei den Banken führen. Drittens sei es jetzt an der Zeit, sich auf geringere Höhenflüge als vor den von Schulden geschürten Krisen seit 2006 einzustellen. „Die Party ist vorbei“, erklärt Das in seinem Blog und verschiedenen Interviews, unter anderem auf MarketWatch. „Aber die Regierungen und Märkte haben einen derartigen Kater, dass sie nicht in der Lage sind, klar über die nötigen Aufräumarbeiten zu reden, geschweige denn, einen Besen in die Hand zu nehmen.“

Für den Analysten ist daher klar: Viele werden Geld an den Börsen verlieren. Aber wer sich darauf einstellt, kann gewinnen. Er rät deswegen, in die Dinge zu investieren, die Menschen immer brauchen – auch während einer Rezession. Dazu gehörten an erster Stelle Grundnahrungsmittel und Basiskonsumgüter. „Die Menschen müssen immer essen und bestimmte Grundbedürfnisse befriedigen“, erklärt der Experte seine Top-Fünf Empfehlungen. Weiterhin würde er Anteile in Energieunternehmen kaufen – und insbesondere im Ölgeschäft, dem aktuell wichtigsten weiteren „Antriebsstoff“ für das Leben. Außerdem rät er zu Aktien in starken und gesunden produzierenden Unternehmen.

Anlegern rät, durch schnelles Kaufen und Verkaufen von der hohen Volatilität der Märkte zu profitieren. Und dann gäbe es da noch die Sache mit dem Geld unter der Matratze: Mit schnellem Zugang zu Bargeld könne man auf sich plötzlich ergebende Gelegenheiten auch an einem zähen Aktienmarkt reagieren, für denen anderen die erforderliche Liquidität fehle. Für Das ist klar, dass Europa die Grundprobleme seit 2006 nicht gelöst hat. Dazu gehöre vor allem die Verstrickung der Banken mit den risikobehafteten Schuldenbergen einzelner Staaten.

Deswegen misstrauten sich die Banken auch inzwischen selber und würden einander kein Geld mehr leihen. „Die Finanzmengen, die zur Rettung des Euro gebraucht würden, sind derartig hoch, dass sogar eine Umschuldung der Europäische Zentralbank nötig werden könnte“, warnt Das. Das könne mit Hilfe anderer Zentralbanken oder einfach durch Gelddrucken geschehen. „Man muss die Länder pleite gehen lassen, sich auf Verluste zwischen 35% und 75% bei Staatsanleihen einstellen und die Banken refinanzieren“, konstatiert Das. „Wesentlich ist aber auch, dass Deutschland und Frankreich von ihren Handelsüberschüssen wegkommen und die EU insgesamt wettbewerbsfähiger wird“, sagt er. „Dann hat man zumindest eine Chance.“

So oder so: die Höhenflüge an der Börsen sein vorbei und risikoärmere Geschäfte das Gebot der Stunde. „In Anbetracht der Tatsache, dass der Hauptantrieb für die Höhenflüge vor und zwischen den Krisen Schulden waren, frage ich mich, warum das irgendjemanden wundert, “ konstatiert Das.

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Kommentare

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  1. Erni sagt:

    Keine Schiffsladungen Sojabohnen, aber eine gesunde Menge an Konserven, meist mehrere Jahre haltbar, und dazu selbst produziertes aus Garten und Natur im Keller sind sinnvolle Investitionen für das Überbrücken zu erwartender schlechter Zeiten. Das wenige, zur Verfügung stehend Bare des Normalbürgers, in unsichere Anlagen zu stecken, da kann man seine Reserven gleich verbrennen.
    Nur Essen und Trinken hält Laib und Seele zusammen. Hier ist Vorsorge zu treffen.
    Meint Erni.

  2. primal sagt:

    Selbstversorgung…bin schon dabei 🙂
    Kaufe Saatgut,lese Buch von Sepp Holzer´s Permakultur.Vertical Farming usw.
    Esse Keimlinge gemischt mit Salat und öl.Billig, Gesund und schmeckt gut 🙂
    Mein Balkon ist zwar nicht ausreichend für Selbstversorgung,aber der Anfang ist gemacht und nächstes Jahr wird im Wald angebaut 🙂
    Werde mir ein Stück Land Okkupieren,is ja meins bin hier geboren,basta 🙂
    Niemand sollte sich Freiwillig als „kleiner Leut“ bezeichnen.

    Autarie für alle
    Esst Keimlinge 🙂

  3. hans sagt:

    solche experten braucht das land?????solange mit geld mehr geld verdient wird,als mit produktiver arbeit,wird sich nichts zum guten wenden,und seit jahren merkt man an der inflationierung der sogenannten experten,wohin man auch schaut,dass sich nichts verändert,eher noch verschlechtert hat,experten ?????bangster betrüger versklaver und nur ihrem wohle verpflichtet,ihr slogan zieht dem volk das geld aus der tasche macht sie euch untertan

  4. Habnix sagt:

    Selbstversorgung ist mein Rat.

    Selbstversorgung entzieht den Mächtigen da Geld!

    http://www.ginsterburg.de/t72f4-Die-wahre-Revolution-ist-die-Selbstversorgung.html

  5. Karl-Heinz sagt:

    Zitat: „Dazu gehörten an erster Stelle Grundnahrungsmittel und Basiskonsumgüter. „Die Menschen müssen immer essen ….“

    Der „Experte“ meint Aktien. Ein Luxusproblem von wenigen Bundesbürgern.

    Ich empfehle: Kühlschrank voll machen und haltbare Lebensmittel, für mindestens 4 Wochen, einlagern. Aktien kann man nicht essen.

  6. Angelika sagt:

    das hier geratene wuerde das Ganze System der kleinen Leute noch mehr in die Enge treiben und ist deswegen nicht zu raten,den die meisten zaehlen zu diesen 🙂