Roubini: „Die Dinge geraten außer Kontrolle“

Nouriel Roubini glaubt, dass Europa zwei Billionen Euro auftreiben muss, um den Crash zu vermeiden. Dies müsse in den nächsten Wochen geschehen – sonst sei es zu spät.

Nouriel Roubini nennt die Dinge gern beim Namen – und hat schon manche Krise punktgenau vorhergesagt. Nun äußerte er sich in einem Bloomberg Interview erneut sehr pessimistisch über die Entwicklung in Europa: „Ich bin sehr besorgt, dass die Dinge außer Kontrolle geraten.“

Roubini, der die Immobilienblase in den USA vor ihrem Höchststand von 2006 vorhersagte, hält schnelle und erhebliche Anstrengungen für unausweichlich. „Man braucht eine riesen Geldmenge von mindestens 2 Billionen Euro, aber man kann damit keine drei Monate warten, man muss in den nächsten Wochen handeln.“ Das Problem sei nicht das insolvente Griechenland, sondern die zwei großen Elefanten Italien und Spanien, „sie sind zu groß, um pleite zu gehen, und zu groß, um gerettet zu werden“, denn obwohl „sie nicht liquide, aber dank des Rettungspaketes solvent sind, haben sie schon die Glaubwürdigkeit am Markt verloren“.

Nouriel Roubini, der auch Professor an der Stern School of Business in New York ist, bezeichnete die notwendigen Schritte, um eine nicht mehr lösbare Situation zu vermeiden, als massiv. Zu den Maßnahmen, die zu einer Lösung der Eurokrise beitragen, gehören eine Lockerung der Geldpolitik und des Zinssatzes der EZB, eine Senkung des Eurowertes, eine Rekapitalisierung der europäischen Banken und ein „geordneter Prozess, der es Griechenland erlaubt, aus der Eurozone auszuscheiden“, sagte Nouriel Roubini.

Und darüber hinaus bestehe auch die Notwendigkeit, im Herzen der Eurozone einen steuerlichen Anreiz zu schaffen, um eine Rezession aller europäischen Banken zu verhindern. Seine eigene Frage, wie wahrscheinlich es wäre, dass all diese Dinge auf einem einheitlichen, beständigen und realistischen Weg ein Fiasko verhindern könnten, beantwortete Nouriel Roubini mit den Worten: „Ich denke, die Wahrscheinlichkeit ist aufgrund der politischen Zwänge gering.“
Wie schlecht es um die Eurozone bestellte ist, zeigte Griechenlands Versagen, das erhoffte Sparziel für 2011 und 2012 zu erreichen, und der zum zweiten Mal hintereinander sinkende Einkaufsmanager Index von 48,5 der Eurozone.

Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar zum Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.