Griechenland-Pleite: EU bereitet Bankenrettung vor

Offenbar glaubt nun auch die EU nicht mehr an die Rettung Griechenlands. Hinter den Kulissen laufen hektische Vorbereitungen zur Rettung der Banken. Finanzminister Schäuble spricht schon von „Eskalation“.

Das Treffen der Finanzminister am Dienstag in Luxemburg hat offenbar ein konkretes Ergebnis gebracht: Die europäischen Regierungen bereiten sich auf eine massive Bankenrettung vor. Finanzminister Wolfgang Schäuble sagte nach dem Treffen, dass die Sorge einer „Eskalation in Richtungen Bankenkrise“ bestehe. Die Finanzminister standen offenbar unter dem Eindruck des ersten Bailouts einer europäischen Bank, nämlich der französischen Dexia SA.

Währungskommissar Olli Rehn sagte der Financial Times, dass nun auch jene Finanzminister, die bisher die Existenz einer Krise geleugnet hätten, überzeugt seien, dass gehandelt werden müsse – und zwar „koordiniert und konzertiert“. Die Eigenkapitalbasis der europäischen Banken müsse gestärkt werden, damit sie auf zukünftige Risiken vorbereitet seien.

Auch der britische Finanzminister George Osborne bestätigte der Nachrichtenagentur Reuters, dass große Nervosität herrsche – wenngleich er das natürlich andersrum formulierte: Alle seien sich bewusst, dass nun die Banken gerettet werden müssen, indem man ihnen mehr Kapital zuführe. Immerhin: Er sagte auch, dass man sich nun einig sei, dass die diversen Schrottpapiere wirklich ein Risiko für die Banken darstellten.

Damit scheint klar: Europa wird Griechenland nicht retten, sondern bereitet sich auf die nächsten Schritte vor. Diese bestehen vorrangig darin, dass der Steuerzahler die Banken rettet. Vermutlich werden wir diesen Vorgang in den kommenden Monaten noch öfter beobachten.

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