Bernanke: USA sind „unschuldiger Zuschauer“ in der Krise

Der Chef der Federal Reserve sieht die Wirtschaft seines Landes „wanken“. Schuld sei allein die europäische Schuldenkrise. Immerhin zeigt Ben Bernanke Verständnis für die wachsenden Proteste gegen die Gehalts-Exzesse bei den US-Banken.

Man erinnert sich: Gab es nicht vor einiger Zeit die US-Immobilienblase, die die gesamte Weltwirtschaft in eine Krise gestürzt hat – und deren Folgen jetzt allen über den Kopf zu wachsen drohen? Ben Bernanke, der Chef der US Notenbank (Fed) scheint dieses Kapital in seiner Analyse der aktuellen Probleme der US-Wirtschaft ausgeblendet zu haben. Bei einem Hearing vor dem Kongress sagte Bernanke, die amerikanische Wirtschaft sei am „Wanken“. Die Schuld sieht der Chef der Fed vor allem in Europa: Die USA seien „unschuldige Zuschauer“, die durch die europäischen Probleme in Schwierigkeiten geraten könnten. Solange die Probleme in Europa nicht gelöst seien, stellten sie eine ernsthafte Bedrohung für die amerikanische Wirtschaft dar. Zwar seien die US-Banken nicht besonders involviert, aber eine ungeordnete Staatspleite Griechenlands würde Auswirkungen auch auf die Amerikaner haben.

Wenigstens zeigte der Notenbanker Verständnis für die wachsenden Proteste gegen die Exzesse der Banker-Gehälter auf Amerikas Straßen. Ja, die Leute hätten Grund für ihre Empörung, und ja, die exorbitanten Gehälter, die in den Banken trotz der Krise immer noch gezahlt würden, wären sicher auch ein Grund für die Proteste. „Exzessive Risikobereitschaft haben viel damit zu tun“, sagte Bernanke.

Neun Prozent Arbeitslosigkeit und schwaches Wachstum seien die Ursache der wachsenden Unzufriedenheit. Die Fed werde weiter Geld drucken – auch gegen politischen Widerstand. Allerdings: Nicht alle Probleme könnten durch die Geldpolitik gelöst werden.

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