Nicht die Griechen – die Sparer werden für die Krise bezahlen

Die Gefahr einer Verschlechterung des Kreditratings von Frankreich setzt dem EFSF als Rettungsvehikel zu. Experten glauben: Am Ende wird es die EZB richten, die Folge ist Inflation und die Zahlmeister sind die deutschen Sparer.

Auch der erweiterte Rettungsschirm EFSF wird die Griechenland-Pleite nicht verhindern. In einer Analyse kommt das Wall Street Journal zu einem einfachen, wenngleich für Deutschland schmerzhaften Schluss: Die deutschen Sparer sind im Grunde einzigen, die das Geld haben, mit der am Ende die Krise bezahlt werden muss.

Denn der EFSF wird durch die Gefahr der Herabstufung Frankreichs enorm belastet. Zwar könnte er auch mit einem schlechteren Rating arbeiten – dann aber würden auch die deutschen Staatsanleihen teurer. Oder aber Deutschland und die übrigen Triple A-Staaten müssten mehr in den EFSF einzahlen.

Die griechische Tragödie besteht darin, dass Griechenland niemals in der Lage sein wird, seine Schulden zu bezahlen. Griechenland ist keine Liquiditäts-Krise, sondern ein grundlegendes Strukturproblem: Das Land kann seine Schulden nicht bezahlen.

Die Logik des WSJ: “Wenn Griechenland nicht zahlen kann, muss es jemand anders tun; zumindest muss jemand anders die Schulden tragen. Und diese Schulden können gut und gerne so hoch sein, dass sie auf die Kreditwürdigkeit aller Staaten und damit auch auf den Rettungsfonds durchschlagen. Es gibt nur einen Ausweg: Die EZB muss sich dazu entschließen, die griechischen Schulden mit frischem Geld zubezahlen. Das Resultat würde sich vermutlich inflationär auswirken. Diese Belastung würde schwer auf die Schultern der Sparer fallen. Aber irgendjemand muss eben für die Krise bezahlen – und es werden nicht die Griechen sein.”

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