Einkaufsmanager Index der Eurozone schrumpft erneut

Während Italien im September ein leichtes Plus verbuchen können, fiel der Einkaufsmanagerindex in den anderen Ländern der Eurozone erneut. Nur noch Deutschland bleibt trotz Verlust knapp über der Wachstumsgrenze von 50 Punkten.

Zum zweiten Mal hintereinander schrumpfte der Einkaufsmanager Index in der gesamten Eurozone und verlor somit gegenüber August 0,5 Punkte. Der Wert aktuelle Wert von 48,5 ist der tiefste seit August 2009. Den schlechtesten Wert verbucht Griechenland (43,2), gefolgt von Spanien (43,7), Irland (47,3), Frankreich (48,2) und Italien (48,3). Österreich (48,7), die Niederlande (48,9) und Deutschland (50,3) weisen in der Eurozone noch die besten Werte auf, wobei auch in diesen Ländern der Einkaufsmanager Index im Vergleich zum Vormonat erneut sank.

Im Vergleich zu allen anderen Ländern der Eurozone gelang es Deutschland zwar, über der magischen 50 Punkte Grenze zu bleiben, aber der Septemberwert „ist ein weiteres Warnsignal dafür, dass sich die deutsche Industrie der Stagnation annähert“, sagt der Markit Ökonom Tim Moore. Anlass zur Sorge sei außerdem der gleichzeitige Rückgang beim Neugeschäft und bei den Auftragsbeständen. Damit steige definitiv das Risiko von Produktionskürzungen im vierten Quartal.“ In Österreich sank der Einkaufsmanager Index zudem zum ersten Mal seit zwei Jahren unter die Wachstumsgrenze von 50 Punkten. Der leichte Anstieg des Index in Italien ist größtenteils auf abgearbeitete Arbeitsrückstände zurückzuführen und somit nicht als Zeichen für einen positiven Aufwärtstrend zu werten.

Aufgrund der schwachen Binnen- und Exportnachfrage kam es in der Eurozone zum höchsten Minus der Auftragseingänge seit Juni 2009. Darüber hinaus verzeichneten alle Länder der Eurozone Auftragseinbußen und sinkende Auslandsbestellungen sowie Exportneuaufträge. Hinsichtlich der Produktionsrückgänge konnten Deutschland, Italien und die Niederlande leichte Zuwächse verbuchen, wohingegen Griechenland, Österreich und Spanien immense Einschnitte hinnehmen mussten.

Die schlechte Situation der Eurozone war dementsprechend auch im Jobaufbau zu spüren: der schwächste seit 15 Monaten. Während Deutschland ein starkes Plus im Jobindex aufwies, das jedoch über ein 11-Monatstief nicht hinauskam, und die Niederlande auch einen kleinen Zuwachs verbuchen konnten, nahm in den übrigen Ländern der Eurozone die Beschäftigung ab. Der nächste Einkaufsmanager Index verspricht, so Chris Williamson, Chefökonom bei Markit, nichts Gutes: „Angesichts schwacher Binnen- und rückläufiger Exportnachfrage steckt die Eurozone-Industrie in der tiefsten Krise seit zwei Jahren. Die Produktion wurde zwar nur moderat zurückgefahren, doch deutet der beschleunigte Rückgang beim Neugeschäft darauf hin, dass sich im vierten Quartal weitere Unternehmen zu Produktionseinschränkungen veranlasst sehen dürften.“

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