EU-Technokraten suchen Rettung für Euro im rechtsfreien Raum

Die neueste Idee: Eine „Hebelung“ des Rettungsschirmes auf das bis zu dreifache Volumen. Doch dieses Finanzinstrument hatte schon maßgeblich zur Kreditkrise vor wenigen Jahren beigetragen und kann die EZB dramatisch gefährden.

Das aktuelle Hirngespinst in Brüssel und Berlin ist eine sogenannte „Hebelung“ (Leveraging), die aus den garantierten €440 Milliarden an Sicherheiten im erweiterten Euro-Rettungsschirm (EFSF) dank trickreicher Finanzinstrumente eine doppelt oder dreifach so hohe Summe machen soll.

„Die aktuell verrückteste Idee ist es, den Rettungsschirm in eine Art forderungsbesicherte Schuldverschreibung zu verwandeln“, klagt der Finanzexperte Wolfgang Münchau in seiner Financial Times Kolumne. Er verweist darauf, dass eben diese CDOs (Collateralized Debt Obligations) auch schon während der US-Kreditblase eingesetzt wurden, dann aber maßgeblich zur letzten Krise beigetragen haben. „Das ist, als ob man Benzin ins Feuer gießt, um es zu löschen“, schreibt der Experte.

CDOs sind besicherte Schuldverschreibungen, also Wertpapiere mit Rückzahlungsgarantie und Zinsen. Münchau argumentiert, dass diese während der amerikanischen Kreditblase Investoren dazu veranlasst hatten, in Immobilienhypotheken zu investieren. Die CDOs selbst hatten AAA-Kredit-Ratings, obwohl sie in schlechte Anlagen investiert hatten. „Was also völlig unlogisch aussah, hat eine ganz simple Erklärung“, schreibt Münchau. „Das Risiko für die CDOs insgesamt war geringer als das Risiko für die einzelnen Bausteine.“

Die sogenannte Hebelung funktioniert nach einem ähnlichen Prinzip. Garantiert von den Staaten sind €440 Milliarden als EFSF-Eigenkapital. Durch geschickte Argumentation gegenüber möglichen externen privaten Investoren, wie hoch das Ausfall-Risiko wirklich ist, und den Verkauf entsprechender Papiere mit Zinsen, die diese Risikoeinschätzung widerspiegeln, kann man das doppelte bis dreifache an Krediten ausgeben – und sie am Ende auch Euro-Bonds nennen, argumentiert Münchau.

Die Europäische Zentralbank (EZB) als Emittenten von europäischen Anleihen zu nutzen, verbieten ihre Statuten. Genauso verbieten es die Europäischen Verträge, die Schulden anderer zu übernehmen – und zum Beispiel den EFSF zur Bank zu machen. Um diese Regeln zu umgehen, kam nicht zuletzt auch die Idee der Eurobonds auf, so Münchau. Im politischen Raum sind Eurobonds allerdings weiterhin heftig umstritten und werden insbesondere von Bundeskanzlerin Angela Merkel konsequent abgelehnt.

Die Idee der Hebelung entstand nach Münchaus Ansicht ebenfalls aus dem Gedanken heraus, unangenehme Regeln und Realitäten zu umschiffen. Allerdings: Wenn die Blase platzt, gibt es im Gegensatz zu der Hypothekenkrise in den USA dann keine Regierungen, die die Banken retten: Denn im jetzigen Fall sind die Regierungen selbst die Eigenkapitalhalter. Nur die Europäische Zentralbank (EZB) stünde dem Untergang als letztes Bollwerk entgegen, argumentiert Münchau. De facto wäre man damit wieder am Anfang der Diskussion – der EZB und verbindlichen Regeln und Gesetzen zur Wahrung der gemeinsamen Währung.

Münchau sieht derzeit zwei verschiedene Lösungswege – fiskalpolitisch oder geldpolitisch. Die Politik blockiert die erste Lösung, die europäischen Gesetze die zweite. CDOs sind eine theoretische Idee europäischer Technokraten, eine Lösung im rechtsfreien Raum zu finden. Derartige Ansätze sind schon in der Vergangenheit gescheitert und könnten bei einem Versagen die gesamte Eurozone zerstören.

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Kommentare

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  1. luther sagt:

    na ja, immerhin hat sich Münchhausen auch am eigenen Schopf aus dem Sumpf gezogen. Diese Erfahrung kann hier genutzt werden.
    Nach meinem Eindruck hat man es bei den Politwurstlern mit Volldeppen zu tun. Da grübeln die, wie man weiter Luft in die Schweinsblase bringt und verschwenden keinen Gedanken daran wies aussieht, wenn die platzt. Wenn alle PIIGSF Schulden sozialisiert sind, haben die doch immer noch nicht die Wirtschaftskraft um die zu begleichen.
    Der Euro ist an seinen Konstruktionsfehlern gescheitert, die Brüsseler EUSSR scheitert an ihrer Bürokratie. Schade um den guten Gedanken eines Europa, das seine Gemeinsamkeiten nutzt und seine nationalen Besonderheitén pflegt.

  2. luther sagt:

    na ja, immerhin hat sich Münchhausen auch am eigenen Schopf aus dem Sumpf gezogen. Diese Erfahrung kann hier genutzt werden.
    Nach meinem Eindruck hat man es bei den Politwurstlern mit Volldeppen zu tun. Da grübeln die, wie man weiter Luft in die Schweinsblase bringt und verschwenden keinen Gedanken daran wies aussieht, wenn die platzt. Wenn alle PIIGSF Schulden sozialisiert sind, haben die doch immer noch nicht die Wirtschaftskraft um die zu begleichen.
    Der Euro ist an seinen Konstruktionsfehlern gescheitert, die Brüsseler EUSSR scheitert an ihrer Bürokratie. Schade um den guten Gedanken eines Europa, das seine Gemeinsamkeiten nutzt und seine nationalen Besonderheitén pflegt.

  3. luther sagt:

    na ja, immerhin hat sich Münchhausen auch am eigenen Schopf aus dem Sumpf gezogen. Diese Erfahrung kann hier genutzt werden.
    Nach meinem Eindruck hat man es bei den Politwurstlern mit Volldeppen zu tun. Da grübeln die, wie man weiter Luft in die Schweinsblase bringt und verschwenden keinen Gedanken daran wies aussieht, wenn die platzt. Wenn alle PIIGSF Schulden sozialisiert sind, haben die doch immer noch nicht die Wirtschaftskraft um die zu begleichen.
    Der Euro ist an seinen Konstruktionsfehlern gescheitert, die Brüsseler EUSSR scheitert an ihrer Bürokratie. Schade um den guten Gedanken eines Europa, das seine Gemeinsamkeiten nutzt und seine nationalen Besonderheitén pflegt.

  4. luther sagt:

    na ja, immerhin hat sich Münchhausen auch am eigenen Schopf aus dem Sumpf gezogen. Diese Erfahrung kann hier genutzt werden.
    Nach meinem Eindruck hat man es bei den Politwurstlern mit Volldeppen zu tun. Da grübeln die, wie man weiter Luft in die Schweinsblase bringt und verschwenden keinen Gedanken daran wies aussieht, wenn die platzt. Wenn alle PIIGSF Schulden sozialisiert sind, haben die doch immer noch nicht die Wirtschaftskraft um die zu begleichen.
    Der Euro ist an seinen Konstruktionsfehlern gescheitert, die Brüsseler EUSSR scheitert an ihrer Bürokratie. Schade um den guten Gedanken eines Europa, das seine Gemeinsamkeiten nutzt und seine nationalen Besonderheitén pflegt.

  5. Christian Pregler sagt:

    Den rechtsfreien Raum haben wir seit Maastricht, genauer, seit dem Schengener Abkommen 1986.
    Meine Mutter sagte immer: wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, und wenn er auch die Wahrheit spricht.
    Die Zeiten ändern sich.
    Wir haben uns längst an die Lügerei so sehr gewöhnt, daß die Wahrheit, sofern sie uns doch mal über den Weg läuft, wie ein Fremdkörper erscheint.

    Weiß jemand die Unterscheidung Rechts – Links?
    Ich möchte meine Hand ins Feuer legen, daß nicht.
    Sie ist verloren gegangen im Übermaß der Propaganda und Parolen.
    Rechts ist der Kapitalismus – links der Antikapitalismus.
    Und das seit Karl Marx monumentalem Werk „Das Kapital“.
    Das Verhältnis zum Geld ist die Basis neuzeitlicher Gesellschaftstheorien und nicht irgend eines obskuren Wertesystems.
    Heute glauben doch alle, Europa wäre nach links gerutscht, wohl wegen fett gedruckter Meldungen in der „Zeit“ oder „FAZ“.
    Oder weil Merkel aus dem Osten kommt.

    Gerade die antikapitalistischen Systeme, die ja auf konsumistischer Enthaltsamkeit kochen wie China, sind anfällig für den Konsumrausch.
    Ist China links oder rechts?

    Und die NPD?
    Wo sind die Großkapitalisten, die sie fördern?
    Oder ist sie ein virtuelles Feindbild, welches Rassismus als Rechts postuliert, um Spuren zu verwischen und Multikulti als Links und nachahmenswert?
    Die NPD könne nicht verboten werden nach Aussagen diverser Innenminister, weil dort Verfassungsschützer drinnen säßen.
    Und wie sähe das aus, wenn der Vorstand, mit Agenten besetzt, enttarnt würde?
    Steht die NPD links oder rechts?
    Wir glauben heute jeden Blödsinn.
    Darum glauben wir auch den mit der NPD.

    Mussolini war kein Rassist. Der wollte was anderes.
    Er ist israelitenfeindlich geworden nur Hitler zum Gefallen oder aus Angst.

    Aber die Sowjetunion war rassistisch bis ins Mark.
    Vielvölkerstaaten oktroyieren das Völkergemisch gegen geltendes Völkerrecht.
    Sie rauben den Völkern die Identität bei Strafe mit dem Tod.

    Rassismus hat mit dem Nationalstaat nichts zu tun.
    Er ist systemimmanent dem Terror, wenn die Despoten herrschen wollen, weil sie sonst verschmachten, oder herrschen müssen, weil sie sonst untergehen.
    Dann bekommen die Systeme den Rassismus eingeimpft – trotz gegenteiliger Propaganda.

    „Der in KP-Parteikreisen ob seiner kühlen Sachlichkeit geschätzte Volkskommissar für die Landwirtschaft Jakowlew konnte sich ob des Wirtschafschaos in der frühen Sowjetunion nicht mehr beherrschen und rief aus: „Wir sitzen hier alle zusammen, und, statt uns mit den wirklich traurigen, realen Verhältnisse in unserer Wirtschaft zu befassen und für deren Besserung Vorsorge zu treffen, beschäftigen wir uns damit, uns gegenseitig anzulügen. Das Beschämende dabei ist, daß wir alle wissen, daß jeder lügt, und daß wir alle uns somit gegenseitig bewußt belügen!“ “

    Ich denke, so ist die ganze Gesellschaft von der Lügen soweit infiltriert, daß Besserung nicht mehr zu erwarten ist.
    Hätte man den Deutschen vor 25 Jahren einen Blick in die Zukunft gestattet, sie hätten alles getan, Helmut Kohl und die CDU aus dem Land zu jagen. Und heute sind sie teilnahmslos oder glauben die Lügen.

    Die Rechten aus den 20er und 30er Jahren, das war das gutsituierte Bürgertum, welches die Not bei den Lohnabhängigen, den Fabrikarbeitern nicht sehen wollte, nichts abgeben wollte von seinem Profit.
    Die Kommunisten, das waren die Lohnabhängigen, die einen Anschluß Deutschlands an die Sowjetunion forderten.
    Die schließlich das Ruhgebiet besetzten, Separation anstrebten und sich von Frankreich benutzen ließen.
    Verstehen kann ich heute die Linken von damals, vor deren Propaganda die Rechten sich zunehmend fürchteten, wenn auch nicht gutheißen ihre Zielsetzung.
    Denn in der Ukraine fand unter Stalin gerade ein Völkermord statt unter den Augen der Weltöffentlichkeit. 8 Mill. Ukrainer starben.
    Obwohl ich das Bürgertum sehr schätze.

  6. Christian Pregler sagt:

    Den rechtsfreien Raum haben wir seit Maastricht, genauer, seit dem Schengener Abkommen 1986.
    Meine Mutter sagte immer: wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, und wenn er auch die Wahrheit spricht.
    Die Zeiten ändern sich.
    Wir haben uns längst an die Lügerei so sehr gewöhnt, daß die Wahrheit, sofern sie uns doch mal über den Weg läuft, wie ein Fremdkörper erscheint.

    Weiß jemand die Unterscheidung Rechts – Links?
    Ich möchte meine Hand ins Feuer legen, daß nicht.
    Sie ist verloren gegangen im Übermaß der Propaganda und Parolen.
    Rechts ist der Kapitalismus – links der Antikapitalismus.
    Und das seit Karl Marx monumentalem Werk „Das Kapital“.
    Das Verhältnis zum Geld ist die Basis neuzeitlicher Gesellschaftstheorien und nicht irgend eines obskuren Wertesystems.
    Heute glauben doch alle, Europa wäre nach links gerutscht, wohl wegen fett gedruckter Meldungen in der „Zeit“ oder „FAZ“.
    Oder weil Merkel aus dem Osten kommt.

    Gerade die antikapitalistischen Systeme, die ja auf konsumistischer Enthaltsamkeit kochen wie China, sind anfällig für den Konsumrausch.
    Ist China links oder rechts?

    Und die NPD?
    Wo sind die Großkapitalisten, die sie fördern?
    Oder ist sie ein virtuelles Feindbild, welches Rassismus als Rechts postuliert, um Spuren zu verwischen und Multikulti als Links und nachahmenswert?
    Die NPD könne nicht verboten werden nach Aussagen diverser Innenminister, weil dort Verfassungsschützer drinnen säßen.
    Und wie sähe das aus, wenn der Vorstand, mit Agenten besetzt, enttarnt würde?
    Steht die NPD links oder rechts?
    Wir glauben heute jeden Blödsinn.
    Darum glauben wir auch den mit der NPD.

    Mussolini war kein Rassist. Der wollte was anderes.
    Er ist israelitenfeindlich geworden nur Hitler zum Gefallen oder aus Angst.

    Aber die Sowjetunion war rassistisch bis ins Mark.
    Vielvölkerstaaten oktroyieren das Völkergemisch gegen geltendes Völkerrecht.
    Sie rauben den Völkern die Identität bei Strafe mit dem Tod.

    Rassismus hat mit dem Nationalstaat nichts zu tun.
    Er ist systemimmanent dem Terror, wenn die Despoten herrschen wollen, weil sie sonst verschmachten, oder herrschen müssen, weil sie sonst untergehen.
    Dann bekommen die Systeme den Rassismus eingeimpft – trotz gegenteiliger Propaganda.

    „Der in KP-Parteikreisen ob seiner kühlen Sachlichkeit geschätzte Volkskommissar für die Landwirtschaft Jakowlew konnte sich ob des Wirtschafschaos in der frühen Sowjetunion nicht mehr beherrschen und rief aus: „Wir sitzen hier alle zusammen, und, statt uns mit den wirklich traurigen, realen Verhältnisse in unserer Wirtschaft zu befassen und für deren Besserung Vorsorge zu treffen, beschäftigen wir uns damit, uns gegenseitig anzulügen. Das Beschämende dabei ist, daß wir alle wissen, daß jeder lügt, und daß wir alle uns somit gegenseitig bewußt belügen!“ “

    Ich denke, so ist die ganze Gesellschaft von der Lügen soweit infiltriert, daß Besserung nicht mehr zu erwarten ist.
    Hätte man den Deutschen vor 25 Jahren einen Blick in die Zukunft gestattet, sie hätten alles getan, Helmut Kohl und die CDU aus dem Land zu jagen. Und heute sind sie teilnahmslos oder glauben die Lügen.

    Die Rechten aus den 20er und 30er Jahren, das war das gutsituierte Bürgertum, welches die Not bei den Lohnabhängigen, den Fabrikarbeitern nicht sehen wollte, nichts abgeben wollte von seinem Profit.
    Die Kommunisten, das waren die Lohnabhängigen, die einen Anschluß Deutschlands an die Sowjetunion forderten.
    Die schließlich das Ruhgebiet besetzten, Separation anstrebten und sich von Frankreich benutzen ließen.
    Verstehen kann ich heute die Linken von damals, vor deren Propaganda die Rechten sich zunehmend fürchteten, wenn auch nicht gutheißen ihre Zielsetzung.
    Denn in der Ukraine fand unter Stalin gerade ein Völkermord statt unter den Augen der Weltöffentlichkeit. 8 Mill. Ukrainer starben.
    Obwohl ich das Bürgertum sehr schätze.