Finnlands Bürgschaften offenbar vor dem Durchbruch

Mit einer komplizierten finanziellen Struktur haben Finnland und die EU angeblich eine Einigung für die griechische Pfand-Diskussion gefunden. Ob sie in der Praxis funktioniert ist unklar.

Bereits Mitte August empörten sich Länder wie Österreich und die Niederlande über einen Sonderdeal zwischen Finnland und Griechenland, der eine Art Pfand für die weiteren Hilfen der Finnen bezüglich des zweiten Hilfspaketes für Griechenland absichern sollte. Eine Bedingung, die im neuen finnischen Regierungsprogramm aufgenommen worden war und somit für die finnische Regierung verpflichtend sei. Nach mehreren Wochen auf der Suche nach einer Lösung, scheint es nun so weit zu sein. Der Chef des EFSF, Klaus Regling, sagte, die Lösung sei eine „komplizierte finanzielle Struktur“. Währungskommissare Olli Rehn schlug Regling wegen seiner Verdienste um das Finnland-Pfand für die Nobelpreise für Wirtschaft und Frieden vor (mehr hier).

Der nun vorgelegte Vorschlag sieht ein Pfand für alle Euro-Staaten, die Griechenland im zweiten Hilfspaket unterstützen und Sicherheiten fordern, vor. Diese Staaten sollen beispielsweise ihr Kapital für das Hilfspaket früher zahlen als andere, werden weniger an den Profiten beteiligt und müssen akzeptieren, dass im Falle einer Staatspleite ihr Pfand 15 bis 30 Jahre eingefroren sein wird.

Finnlands Premier Jyrki Katainen bezeichnete das Modell als gut und sagte, „Ich denke, es könnte auch in Zukunft angewandt werden.“ Der Chefökonom der OP-Pohjala Bank, Reijo Heiskanen, merkt hingegen an, dass der Vorschlag zwar in erster Linie eine politische Angelegenheit und nicht notwendiger Weise eine ökonomisch sinnvolle sei, aber, „die finnische Regierung wird wahrscheinlich diese Lösung akzeptieren.“ Der neue Weg sei, so Reijo Heiskanen, für alle Länder offen und gehe konform mit den Entscheidungen vom 21. Juli, „ein bilateraler Deal zwischen Griechenland und Finnland wäre aber etwas anderes gewesen“.

Evangelos Venizelos sagte zu den neuen Vorschlägen für einen Pfand, Griechenland werde Finnland Staatsanleihen im Wert von 880 Millionen Euro als Sicherheit geben, er glaube jedoch nicht, dass andere europäische Länder ein ähnliches Abkommen anstreben würden.

Kommentare

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  1. RK sagt:

    Guten Tag! Lieber Mittelstand, schauen Sie sich doch einmal die Kopp online Nachrichten zum Thema Klaus Rehling vom 6.10.2011 an. Dann sollte der aktuelle Wunsch, Herrn Rehling einen Nobel-Preis zu verleihen, nochmal überdacht werden, wie ich meine. MfG.

  2. RK sagt:

    Guten Tag! Lieber Mittelstand, schauen Sie sich doch einmal die Kopp online Nachrichten zum Thema Klaus Rehling vom 6.10.2011 an. Dann sollte der aktuelle Wunsch, Herrn Rehling einen Nobel-Preis zu verleihen, nochmal überdacht werden, wie ich meine. MfG.