Diskretes Datenfunknetz für Salzburg

Die Salzburg-AG will ein neues Datenfunknetz zur Steuerung seines Stromnetzes aufbauen. Informationen darüber gibt es allerdings auch nach dem Zuschlag für einen Anbieter nicht. Möchte man einer möglichen Diskussion aus dem Weg gehen?

Der regionale Energie- und Datennetzbetreiber Salzburgs, die Salzburg-AG, will offenbar ein hochleistungsfähiges Datenfunknetz aufbauen. Das sogenannte 4G Datenfunknetz soll einerseits bei der Steuerung des Stromnetzes behilflich sein, auf der anderen Seite könnte man damit auch abgelegeneren Kunden direkten Zugang zu Breitbandinternet verschaffen, ohne aufwändige Glasfaserkabel verlegen zu müssen.

Vergangene Diskussionen vermeiden?

Die 4G Technologie basiert auf Funktechnik, wie sie in Form von UMTS und 3G bereits bei Mobiltelefonen zum Einsatz kommt. Vielleicht liegt es gerade daran, dass das Unternehmen zum geplanten Ausbau eines 4G Netzes keinerlei Informationen geben will. In der Vergangenheit hatte die Errichtung von Handymasten für den Ausbau des Mobilfunknetzes wegen gesundheitlicher Bedenken der Anrainer immer wieder für Diskussionen in der Öffentlichkeit gesorgt.

Den Österreichischen Mittelstands Nachrichten konnte die Salzburg-AG auch nach mehrmaliger Nachfrage weder Informationen darüber geben, für welchen Zweck sie das neue Datenfunknetz genau nützen will, noch wie flächendeckend die Technologie eingesetzt werden soll, wann der Ausbau abgeschlossen sein wird oder wieviel diese Investition kosten wird. Viel mehr wollte man seitens der Salzburg-AG wissen, woher die Information über die 4G-Pläne stammen.

„Wir sind sehr zufrieden“

In einer Pressemitteilung des Hardware-Anbieters für das 4G-Netz, Airspan aus Florida USA, wird allerdings ein Projektleiter der Salzburg AG, Christian Kössler wie folgt zitiert: „Die Salzburg-AG ist ständig dabei, seine Technologie zu verbessern, um unseren Kunden den besten Service bieten zu können. Die Smart-Grid Lösungen von Airspan ermöglichen es uns, die Fernsteuerung von Transformatoren und intelligenten Messsystemen zu integrieren und gleichzeitig unser Geschäftsangebot zu erweitern. Wir sind sehr zufrieden mit Airspans standardisierter Infrastruktur, die uns weitreichende Verbindungen mit einer Kapazität von mehreren Megabit ermöglicht. Dies erlaubt uns eine bessere Kontrolle, Planung und Abrechnung sowie Energiemessungen in Echtzeit.“

Dafür, dass es der Salzburg-AG nicht möglich war, auch nur eine der neun gestellten Fragen zu beantworten, klingt dieses Statement schon sehr konkret. Die einzige Stellungnahme, die für die Österreichischen Mittelstands Nachrichten zu bekommen war, lautete: „Nach interner Rücksprache können wir Ihnen zum geplanten Ausbau des 4G-Datenfunknetzes zur Zeit leider noch keine Details nennen.“

Smart Grid: Intelligente Netze für die Zukunft

Bei den erwähnten „Smart-Grid Lösungen“, also intelligenten Stromnetzen, handelt es sich um die Verwendung von Datenfunknetzen zur Steuerung des Stromnetzes. Das neue System erlaubt es unter anderem, in Echtzeit Daten von ferngesteuerten Transformatoren einzuholen. Dies verbessert die Überwachung und Voraussage des Strombedarfs und erleichtert es, auf Schwankungen in der Nachfragen zu reagieren. Solche Steuerungssysteme werden zur besseren Bewältigung des steigenden Energiebedarfs benötigt.

Dem Vertreter der Firma Airspan in Österreich zufolge, wäre die Salzburg-AG nach der EVN erst der zweite Stromnetzbetreiber in Österreich, der diese Technologie verwendet.

Rainer Brunnauer

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