Sorge in UK: Wackelt die Royal Bank of Scotland?

Die Nervosität der britischen Regierung wächst: Die RBS hatte schon in der Krise 2008 die weltweit größte Staatshilfe gebraucht. Nun wird spekuliert, dass die Bank schon wieder mit Steuermilliarden gerettet werden muss.

Während der Krise 2008 erhielt die Royal Bank of Scotland (RBS) den weltweit größten Rettungsanteil, der den britischen Steuerzahler 45 Mrd. Pfund kostete. Nun riskiert sie durch ihr Engagement in der Peripherie der Eurozone – also Ländern wie Griechenland oder Portugal – die Anforderungen der britischen Regierungsbehörde an die Kernkapitalquote zu unterschreiten. Ein Regierungsangestellter warnt, dass die RBS Staatsanleihen zwar nicht sehr beunruhigend seien, aber aufgrund der Überlegung bezüglich einer EU-weiten Rekapitalisierung der Banken, „ist es vorstellbar, dass auch die RBS mehr Geld von der Regierung brauchen wird“.

Die RBS war eine der 90 Banken, die den Stresstest im Sommer bestanden haben. Mit einem Kernkapital von damals 6,3 Prozent lag sie aber nur knapp über den geforderten 5 Prozent. Die Kernkapitalquote ist eine Zahl, die sich ergibt, wenn man das Kernkapital durch die Summe der Risikoaktiva des jeweiligen Kreditinstitutes dividiert.

Nun jedoch baten die EU-Finanzminister, so die Financial Times, die Bankenaufsicht um einen neuen Stresstest, der die Widerstandsfähigkeit der Banken im Falle einer Wertberichtigung auf griechische Schuldtitel prüfen soll. Sollte es nämlich tatsächlich zu einem Schuldenschnitt von 20 Prozent in Spanien und 65 Prozent in Griechenland kommen, könnten die Folgen verheerend sein, insbesondere für die RBS. Der letzte Stresstest beinhaltete nämlich nicht die Abschreibungen von Staatsanleihen in der Peripherie der Eurozone.

Die RBS behauptete, dass sie nach den Stresstests ihre italienischen Staatsanleihen von 4,7 Mrd. Euro auf 4 Mrd. gesenkt, die Hälfte ihrer 1,2 Mrd. Euro griechischer Staatsanleihen abgeschrieben und risikobewertete Schrottpapiere um 40 Mrd. Pfund gekürzt hätte. Nun läge die Stress-Kernkapitalquote bei 11,1 Prozent.

Am Freitag stufte die Ratingagentur Moody’s zwölf britische Banken, unter ihnen auch die RBS, herab. Interessant nur, dass ausgerechnet George Osborne, der Schatzkanzler der britischen Regierung, weiterhin zuversichtlich ist, dass die britischen Banken gut kapitalisiert seien. „Sie sind liquide und sie werden nicht diese Art von Problemen erwarten, die den Banken in der Eurozone derzeit wiederfahren“.

Neil Prothero, Ökonom der Economist Intelligence Unit, geht davon aus, dass die britischen Banken eine ersten großen Abschreibung von griechischen Staatsanleihen verkraften könnten, aber bezüglich Irland, Italien und Spanien wäre das anders. Hier halten die britischen Banken beträchtliche Anleihen. Die Rekapitalisierung der europäischen Banken und ein neuer Stresstest, „würde die Aufmerksamkeit auf große Banken wie die RBS und Lloyds lenken“, selbst wenn ihr Rücklagenkapital vielleicht ausreichend wäre.

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Kommentare

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  1. Engelbert Wefers sagt:

    Heute nahm die spanische Börsenaufsicht die Notierung der „Banco Pastor“ und „Banco Popular“ aus dem IBEX 35. Möglichwerweise wird die spanische Bankenlandschaft noch für andere Überraschungen gut sein, vor allem, wenn portugiesische Banken in Schwierigkeit geraten. Die meisten Schuldverschreibungen außerhalb Portugals befinden sich in Spanien. Damit wird sich vor allem auch das Problem der französischen Banken verschärfen, die ein umfangreiches Paket spanischer Schuldverschreibungen halten.

    Unter dem Strich werden die kommenden zwei Wochen dem Banken- Euro-Problem dadurch ein Ende bereiten, dass Entscheidungen aus einem Sachzwang getroffen werden müssen.

    Wie man am Verhalten Sarkozys erkennen kann, interessiert ihn Europa und die Euro-Gruppe wenig. Er will französische Banken und sich selbst retten.

  2. Engelbert Wefers sagt:

    Heute nahm die spanische Börsenaufsicht die Notierung der „Banco Pastor“ und „Banco Popular“ aus dem IBEX 35. Möglichwerweise wird die spanische Bankenlandschaft noch für andere Überraschungen gut sein, vor allem, wenn portugiesische Banken in Schwierigkeit geraten. Die meisten Schuldverschreibungen außerhalb Portugals befinden sich in Spanien. Damit wird sich vor allem auch das Problem der französischen Banken verschärfen, die ein umfangreiches Paket spanischer Schuldverschreibungen halten.

    Unter dem Strich werden die kommenden zwei Wochen dem Banken- Euro-Problem dadurch ein Ende bereiten, dass Entscheidungen aus einem Sachzwang getroffen werden müssen.

    Wie man am Verhalten Sarkozys erkennen kann, interessiert ihn Europa und die Euro-Gruppe wenig. Er will französische Banken und sich selbst retten.

  3. Engelbert Wefers sagt:

    Heute nahm die spanische Börsenaufsicht die Notierung der „Banco Pastor“ und „Banco Popular“ aus dem IBEX 35. Möglichwerweise wird die spanische Bankenlandschaft noch für andere Überraschungen gut sein, vor allem, wenn portugiesische Banken in Schwierigkeit geraten. Die meisten Schuldverschreibungen außerhalb Portugals befinden sich in Spanien. Damit wird sich vor allem auch das Problem der französischen Banken verschärfen, die ein umfangreiches Paket spanischer Schuldverschreibungen halten.

    Unter dem Strich werden die kommenden zwei Wochen dem Banken- Euro-Problem dadurch ein Ende bereiten, dass Entscheidungen aus einem Sachzwang getroffen werden müssen.

    Wie man am Verhalten Sarkozys erkennen kann, interessiert ihn Europa und die Euro-Gruppe wenig. Er will französische Banken und sich selbst retten.

  4. Engelbert Wefers sagt:

    Heute nahm die spanische Börsenaufsicht die Notierung der „Banco Pastor“ und „Banco Popular“ aus dem IBEX 35. Möglichwerweise wird die spanische Bankenlandschaft noch für andere Überraschungen gut sein, vor allem, wenn portugiesische Banken in Schwierigkeit geraten. Die meisten Schuldverschreibungen außerhalb Portugals befinden sich in Spanien. Damit wird sich vor allem auch das Problem der französischen Banken verschärfen, die ein umfangreiches Paket spanischer Schuldverschreibungen halten.

    Unter dem Strich werden die kommenden zwei Wochen dem Banken- Euro-Problem dadurch ein Ende bereiten, dass Entscheidungen aus einem Sachzwang getroffen werden müssen.

    Wie man am Verhalten Sarkozys erkennen kann, interessiert ihn Europa und die Euro-Gruppe wenig. Er will französische Banken und sich selbst retten.

  5. Christian Pregler sagt:

    Merkel hatte bei Ausbruch der Finanzkrise das zweitgrößte Rettungspaket der Welt nach den USA auf den Weg gebracht.
    Daß Merkel nicht zu trauen ist, hätte jedem klar sein müssen spätestens bei der Einführung der der EU-Verfassung. Eigentlich schon viel früher.

    Umbruchstimmung ist der beste Ausgangspunkt für Gewaltherrschaft. Tyrannei kann nur entstehen, wenn besondere gesellschaftliche Bedingungen herrschen: bei Bedrohung von außen oder wenn sich etwas Neues entwickelt, egal, ob auf politischem oder wirtschaftlichem Gebiet. Dann gibt es besonders viel Spielraum für Hungrige, die nach Macht streben und auch fähig sind, sie an sich zu reißen.

    Mit dem Untergang der Sowjetunion überollten uns die Krisen wie Kavensmänner (Monsterwellen) und die folgenden waren immer gewaltiger als die vorhergenden. Und immer entstanden Zweifel, ob es sich tatsächlich so abgespielt hatte wie kolportiert.

    Was ich vermisse, sind Lösungsansätze, die tragen. Also nicht solche, die Finanzjuden sind Schuld oder Merkel war bei der Stasi oder Ulfkottes nervige Parallelstaatdebattiererei.
    Mit aller Bescheidenheit will ich mal drauf hinweisen, daß ich oft und offen dafür plädiert habe, eine Gegenbewegung zu bilden: EU-Austritt als einzigen Programmpunkt! Reklame muß immer und immer wieder dieselbe Parole wiederholen, dann prägt sie sich ein. Abermillionen megalange Texte bringen rein gar nichts.

    Und Millionen eigene Willen bringen noch weniger. Kaum hofft man, der Euro geht in die Brüche, träumen andere schon wieder von einem Nordeuro. Oder einem Kerneuropa, manche sogar von einem Nazistaat. Wobei das der allergrößte Schwachsinn ist, da wir den z.Z. nämlich haben. Nur weil Merkel und Konsorten keine Hakenkreuze auf den Ärmeln tragen, ist der Habitus haargleich!

    Was ist bis heute getan worden, außer nichts? Gar nichts! Wie sind immer dümmer geworden und die Macht der Brüsselianer immer größer.