Bank of England: Kein Währungskrieg, aber wir müssen an England denken

Der Gouverneur der englischen Zentralbank begründete das erneute Gelddrucken mit der Notwendigkeit, die Krise über die eigene Währung zu lösen. Indirekt lieferte er damit ein Plädoyer gegen den Euro. Einen aufkommenden Währungskrieg sieht er jedoch nicht.

In zwei TV-Interviews – für SkyNews und ITV – sagte Mervyn King, Gouverneur der Bank of England (BoE), dass wir uns in „der schlimmsten Finanzkrise seit 1930, vielleicht der schlimmsten Krise, die wir je hatten, befinden“. Es werde noch Jahre dauern, bis der Lebensstandard in Großbritannien wieder zu steigen beginnen werde. Daher habe sich die BoE enschlossen, über die Geldpolitik gegenzusteuern. Die BoE hatte in dieser Woche bekanntgegeben, zusätzliche 75 Milliarden Pfund in den Markt zu pumpen, um die britische Wirtschaft vor einer tiefgreifenden Rezession zu bewahren.

Die Geldpolitik könne schneller reagieren als die Finanzpolitik. Indirekt sagte King, dass es eben der Vorteil einer eigenen Währung sei, dass man über eine Abwertung und die Erhöhung der Geldmenge die Binnennachfrage ankurbeln und die Exporte zurückdrängen könne. Er verneinte ausdrücklich, dass es sich um einen neuen Währungskrieg handle. Aber die Probleme der Eurozone zeigte, wie schwer es sei, verschiedene Volkswirtschaften in einer einheitlichen Währung zusammenzuhalten. Einzelne Staaten könnten nicht, wie jetzt Großbritannien, ihre Situation mit einer Abwertung verbessern: „Es ist eine schwierige Lage, weil jedes Land andere Dinge tun muss, um seine jeweilige Lage zu verbessern.“ So müssten die Schuldenstaaten ihre Haushalte konsolidieren und exportorientierte Staaten wie Deutschland oder China müssten ihre Binnennachfrage steigern.

Großbritannien werde jedenfalls alles tun, um seine Handelsdefizite abzubauen. Großbritannien könne nicht die Exportüberschüsse anderer finanzieren und sich gleichzeitig laufend weiter verschulden. Man wolle nicht dem Beispiel einiger europäischer Staaten folgen und die Wettbewerbsfähigkeit verlieren. Daher habe man einen „glaubhaften Plan, die Schulden zurückzuzahlen“. Die Abwertung des Pfund – in den vergangenen Jahren um 25% – sei Teil dieser Strategie.

Mehrere Analysten deuten die neue Welle des Quantitative Easing (QE) als Zeichen, dass die Bank of England ihr Vertrauen in die kontinentaleuropäische Politik verloren habe. Die Europäer könnten ihre Probleme nicht lösen, daher wolle man für Großbritannien den eigenen Weg der Geldpolitik gehen. Dies sei auch ein Zeichen, dass man in London immer noch davon überzeugt sei, dass das Ausmaß der Krise nicht so groß sei, als dass man sie nicht durch entschlossene Maßnahmen überwinden könne.

Die Gefahr einer Inflation sieht King übrigens als nicht groß an. Jetzt liegt Großbritannien zwar schon bei stolzen 5%, und dies sei noch nicht die Spitze, aber King erwartet einen „signifikanten Rückgang der Inflation im kommenden Jahr“. Diese Aussicht lasse das Gelddrucken zum jetzigen Zeitpunkt als gerechtfertigt erscheinen.

Mehr zum Thema:
Europäer völlig planlos im Krisenmanagement
„Der Rettungsschirm ist Teil des Problems, nicht der Lösung“
David Cameron warnt vor Auseinanderbrechen der Eurozone

Kommentare

Dieser Artikel hat 12 Kommentare. Wie lautet Ihrer?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

  1. FDominicus sagt:

    Zentralbanken sind Teil des Problems und hier kann man sehen warum. Ein Monopol auf’s Geld und das zeigt eben, Monopole können nicht funktionieren. Und damit gibt es nur ein’s weg mit den Zentralbanken.

  2. FDominicus sagt:

    Zentralbanken sind Teil des Problems und hier kann man sehen warum. Ein Monopol auf’s Geld und das zeigt eben, Monopole können nicht funktionieren. Und damit gibt es nur ein’s weg mit den Zentralbanken.

  3. FDominicus sagt:

    Zentralbanken sind Teil des Problems und hier kann man sehen warum. Ein Monopol auf’s Geld und das zeigt eben, Monopole können nicht funktionieren. Und damit gibt es nur ein’s weg mit den Zentralbanken.

  4. FDominicus sagt:

    Zentralbanken sind Teil des Problems und hier kann man sehen warum. Ein Monopol auf’s Geld und das zeigt eben, Monopole können nicht funktionieren. Und damit gibt es nur ein’s weg mit den Zentralbanken.

  5. S. Davidsohn sagt:

    Das Superschiff Europa fährt demnächst frontal in den Eisberg, da es nicht mehr navigierbar ist. In guten Zeiten, also auf offener See, kann ein solches schiff sicherlich gute Gewinne abwerfen, aber niemals in Meerengen, also in schlechten Zeiten. Darüberhinaus ist die Kollision solch großer Einheiten auf für alle anderen Systeme gefährlich, da der Schaden auch die anderen mitreißt, nennen wir es hohen Ölverlust. Wir sollten deshalb den Unsinn EURO schnellstens abwracken und wieder kleinere, wendigere Schiffe einsetzen; Unfälle sind dann seltender und insbesondere weniger folgenreich.

    • Walter Schneider sagt:

      Hr. Davidsohn, es spielt überhaupt keine Rolle, ob sich eine Währung Euro oder DM oder wie auch immer nennt, ob sie national oder eine Blockwährung ist. Die Frage ist: Was ist der Euro? Er ist farbig bedrucktes Papier. DAS ist das Problem. Egal wo das Papier benutzt oder wie es genannt wird.

  6. S. Davidsohn sagt:

    Das Superschiff Europa fährt demnächst frontal in den Eisberg, da es nicht mehr navigierbar ist. In guten Zeiten, also auf offener See, kann ein solches schiff sicherlich gute Gewinne abwerfen, aber niemals in Meerengen, also in schlechten Zeiten. Darüberhinaus ist die Kollision solch großer Einheiten auf für alle anderen Systeme gefährlich, da der Schaden auch die anderen mitreißt, nennen wir es hohen Ölverlust. Wir sollten deshalb den Unsinn EURO schnellstens abwracken und wieder kleinere, wendigere Schiffe einsetzen; Unfälle sind dann seltender und insbesondere weniger folgenreich.

    • Walter Schneider sagt:

      Hr. Davidsohn, es spielt überhaupt keine Rolle, ob sich eine Währung Euro oder DM oder wie auch immer nennt, ob sie national oder eine Blockwährung ist. Die Frage ist: Was ist der Euro? Er ist farbig bedrucktes Papier. DAS ist das Problem. Egal wo das Papier benutzt oder wie es genannt wird.

  7. S. Davidsohn sagt:

    Das Superschiff Europa fährt demnächst frontal in den Eisberg, da es nicht mehr navigierbar ist. In guten Zeiten, also auf offener See, kann ein solches schiff sicherlich gute Gewinne abwerfen, aber niemals in Meerengen, also in schlechten Zeiten. Darüberhinaus ist die Kollision solch großer Einheiten auf für alle anderen Systeme gefährlich, da der Schaden auch die anderen mitreißt, nennen wir es hohen Ölverlust. Wir sollten deshalb den Unsinn EURO schnellstens abwracken und wieder kleinere, wendigere Schiffe einsetzen; Unfälle sind dann seltender und insbesondere weniger folgenreich.

    • Walter Schneider sagt:

      Hr. Davidsohn, es spielt überhaupt keine Rolle, ob sich eine Währung Euro oder DM oder wie auch immer nennt, ob sie national oder eine Blockwährung ist. Die Frage ist: Was ist der Euro? Er ist farbig bedrucktes Papier. DAS ist das Problem. Egal wo das Papier benutzt oder wie es genannt wird.

  8. S. Davidsohn sagt:

    Das Superschiff Europa fährt demnächst frontal in den Eisberg, da es nicht mehr navigierbar ist. In guten Zeiten, also auf offener See, kann ein solches schiff sicherlich gute Gewinne abwerfen, aber niemals in Meerengen, also in schlechten Zeiten. Darüberhinaus ist die Kollision solch großer Einheiten auf für alle anderen Systeme gefährlich, da der Schaden auch die anderen mitreißt, nennen wir es hohen Ölverlust. Wir sollten deshalb den Unsinn EURO schnellstens abwracken und wieder kleinere, wendigere Schiffe einsetzen; Unfälle sind dann seltender und insbesondere weniger folgenreich.

    • Walter Schneider sagt:

      Hr. Davidsohn, es spielt überhaupt keine Rolle, ob sich eine Währung Euro oder DM oder wie auch immer nennt, ob sie national oder eine Blockwährung ist. Die Frage ist: Was ist der Euro? Er ist farbig bedrucktes Papier. DAS ist das Problem. Egal wo das Papier benutzt oder wie es genannt wird.