David Cameron warnt: Wir haben nur noch ein paar Wochen!

Der britische Premier David Cameron glaubt, dass nur die „Bazooka“ noch helfen kann: Ein Rettungsfonds in der Höhe von 2 Billionen Euro. Und wenn dieser nicht bald kommt, gäbe es eine „wirtschaftliche Katastrophe“.

„Die Zeit ist kurz, die Lage kritisch“, sagte Großbritanniens Premier David Cameron der Financial Times. Die Eurozone trage „zu dieser Unsicherheit und diesem fehlenden Vertrauen mehr bei, als irgendetwas sonst“. Besonders auf Frankreich und Deutschland bezogen sich David Camerons Ausführungen. Beide Länder sollten bis Ende des Jahres ihre Differenzen begraben und insbesondere Nicolas Sarkozy solle dem Plan zur Rekapitalisierung der europäischen Banken zustimmen, um die Unsicherheit, die einen abschreckenden Effekt auf die Weltwirtschaft habe, zu beenden. Zudem müssten Deutschland und andere Länder sich der kollektiven Verantwortung ihrer Euro-Mitgliedschaft bewusst werden und die Schlagkraft des 440Mrd Euro Rettungsschirms erhöhen, um die Ansteckungsgefahr an Griechenland zu stoppen.

Mit Blick auf Angela Merkel riet David Cameron den Euroländern, mit ihrer Gewohnheit „ein bisschen zu wenig, ein bisschen zu spät zu tun“ zu brechen. „Sie müssen da mit einer Panzerfaust ran.“ Insbesondere Angela Merkel dürfe sich nicht allzu sehr von ihren Wählern, die kein weiteres Geld an Länder wie Griechenland zahlen wollen, beeinflussen lassen. „In Zeiten der Krise müssen Sie das Richtige tun, um zu dem Ergebnis zu kommen, das Deutsche und deutsche Politiker wirklich wollen, und das ist eine funktionierende Euro-Zone“, sagte David Cameron. Hinsichtlich der Rolle Großbritanniens sagt David Cameron nur: „Ich glaube, wir müssen anschieben. Aber am Ende ist es ihr Thema. Sie müssen die entscheidenden Schritte tun“.

Der britische Premier sprach im Interview mit der Financial Times zudem von drei notwendigen Schritten, um die drohende Krise zu verhindern. Erstens müssten die Regierungschefs das Griechenlandproblem in die Hand nehmen. Es müsse für die Hilfe jedoch strenge Bedingungen geben und ein Schuldenschnitt sollte Privatinvestoren stärker als vorher mit einbinden. Ohne eine Kürzung des Schuldenüberhangs gäbe es nur wenig Hoffnung, dass das frische Geld des Finanzmarktes Athen überhaupt erreiche. Zweitens müsse die Ansteckung anderer Länder unbedingt verhindert werden. Vor allem Italien sei in Gefahr, so dass die EZB, so David Cameron, weiter italienische Staatsanleihen kaufen sollte. Und letztlich gehe es auch darum, einen Bankenkrise zu verhindern, was jedoch nur möglich ist, wenn die Staatsschuldenkrise unter Kontrolle gebracht wird. Die Bankenrettung dürfe nicht über eine Umleitung der Ressourcen, die für den Schutz der Staatenliquidität vorgesehen sind, geschehen. Das Beste wäre ein „glaubwürdiger Stresstest“ für das Bankensystem. „Sie müssen hart sein, sie müssen den Glaubwürdigkeitstest bestehen“, führte David Cameron weiter aus.

David Cameron sprach zudem davon, den Rettungsschirm mit 1,5 oder 2 Billionen Euro zu füllen, die dann in marode Banken und Staatshaushalte fließen könnten. So könnte der Fonds effektiv Staatsanleihen ankaufen oder die Finanzmärkte davon wegbringen, auf Zinsen für Staatsanleihen zu wetten. Großbritannien selbst will allerdings nichts einzahlen. Es sei Sacher der Euro-Zone, das Problem zu lösen, sagte Cameron – immerhin sei es ja deren Währung.

Aber Cameron will nicht als der blanke Zyniker dastehen, der alles nur von der Seitenlinie aus kommentiert: 40% der UK-Exporte gehen in die Eurozone, daher sei ein Auseinanderbrechen der Eurozone selbstverständlich nicht im nationalen Interesse des Vereinigten Königreichs.

Kommentare

Dieser Artikel hat 32 Kommentare. Wie lautet Ihrer?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

  1. Bürger67 sagt:

    Zitat von Herrn Prof. Dr. Voßkuhle in der FAZ vom 25.09.2011:

    „…Aber unser Urteil stellt klar, dass der Bundestag seine Budgetverantwortung nicht durch unbestimmte haushaltspolitische Ermächtigungen auf andere Akteure übertragen darf. Und es dürfen keine dauerhaften Mechanismen begründet werden, die auf eine Haftungsübernahme für Willensentscheidungen anderer Staaten hinauslaufen.
    ….
    Sollte sich der Haushaltsgesetzgeber durch die Höhe der Haftungszusagen aber offensichtlich dauerhaft seiner Handlungsfähigkeit begeben, dann wäre das mit den Vorgaben im Urteil zum Euro-Rettungschirm tatsächlich nicht mehr vereinbar…“

    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/europas-schuldenkrise/im-gespraech-andreas-vosskuhle-mehr-europa-laesst-das-grundgesetz-kaum-zu-11369184.html

    Ganz abgesehen von Demos und Protesten der Bürger in einigen EU-Ländern!

  2. Bürger67 sagt:

    Zitat von Herrn Prof. Dr. Voßkuhle in der FAZ vom 25.09.2011:

    „…Aber unser Urteil stellt klar, dass der Bundestag seine Budgetverantwortung nicht durch unbestimmte haushaltspolitische Ermächtigungen auf andere Akteure übertragen darf. Und es dürfen keine dauerhaften Mechanismen begründet werden, die auf eine Haftungsübernahme für Willensentscheidungen anderer Staaten hinauslaufen.
    ….
    Sollte sich der Haushaltsgesetzgeber durch die Höhe der Haftungszusagen aber offensichtlich dauerhaft seiner Handlungsfähigkeit begeben, dann wäre das mit den Vorgaben im Urteil zum Euro-Rettungschirm tatsächlich nicht mehr vereinbar…“

    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/europas-schuldenkrise/im-gespraech-andreas-vosskuhle-mehr-europa-laesst-das-grundgesetz-kaum-zu-11369184.html

    Ganz abgesehen von Demos und Protesten der Bürger in einigen EU-Ländern!

  3. Bürger67 sagt:

    Zitat von Herrn Prof. Dr. Voßkuhle in der FAZ vom 25.09.2011:

    „…Aber unser Urteil stellt klar, dass der Bundestag seine Budgetverantwortung nicht durch unbestimmte haushaltspolitische Ermächtigungen auf andere Akteure übertragen darf. Und es dürfen keine dauerhaften Mechanismen begründet werden, die auf eine Haftungsübernahme für Willensentscheidungen anderer Staaten hinauslaufen.
    ….
    Sollte sich der Haushaltsgesetzgeber durch die Höhe der Haftungszusagen aber offensichtlich dauerhaft seiner Handlungsfähigkeit begeben, dann wäre das mit den Vorgaben im Urteil zum Euro-Rettungschirm tatsächlich nicht mehr vereinbar…“

    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/europas-schuldenkrise/im-gespraech-andreas-vosskuhle-mehr-europa-laesst-das-grundgesetz-kaum-zu-11369184.html

    Ganz abgesehen von Demos und Protesten der Bürger in einigen EU-Ländern!

  4. Bürger67 sagt:

    Zitat von Herrn Prof. Dr. Voßkuhle in der FAZ vom 25.09.2011:

    „…Aber unser Urteil stellt klar, dass der Bundestag seine Budgetverantwortung nicht durch unbestimmte haushaltspolitische Ermächtigungen auf andere Akteure übertragen darf. Und es dürfen keine dauerhaften Mechanismen begründet werden, die auf eine Haftungsübernahme für Willensentscheidungen anderer Staaten hinauslaufen.
    ….
    Sollte sich der Haushaltsgesetzgeber durch die Höhe der Haftungszusagen aber offensichtlich dauerhaft seiner Handlungsfähigkeit begeben, dann wäre das mit den Vorgaben im Urteil zum Euro-Rettungschirm tatsächlich nicht mehr vereinbar…“

    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/europas-schuldenkrise/im-gespraech-andreas-vosskuhle-mehr-europa-laesst-das-grundgesetz-kaum-zu-11369184.html

    Ganz abgesehen von Demos und Protesten der Bürger in einigen EU-Ländern!

  5. Christian Pregler sagt:

    Der Gentleman hat gepflegt einen an der Waffel. Was vor 10,15 Jahren schon falsch war (Phillip Holzmann, Opel), ist heute nicht richtig. Vielmehr richten die Damen und Herren in Brüssel einen derart großen Flurschaden an, daß zuletzt die Klein- und Mittelständler nach Brüssel ziehen werden, um dort aufzuräumen. Sollte mir aber auch Recht sein.
    Das große Dinosaurersterben hatte sich unter der Schröderregierung angekündigt mit Phillip Holzmann; eigentlich schon unter Kohl, aber der wußte, daß seine Zeit abgelaufen war und wollte seinen Nimbus als Einheitskanzler nicht beschädigen. Deshalb tat er nichts.
    Schröders Rettungsaktion stand damals arg in der Kritik. Und heute sollte klar sein, daß damals sicher einige Stimmen darunter waren, die den schleichenden Verfall haben kommen sehen.
    Nun sind die Volkswirtschaften länderübergreifend untergraben. Und Merkel wird wohl das Licht ausmachen.
    besser wre es gewesen, das Sterben der Giganten zu begleiten mit Direktinvestitionen in die kleinen und mittlständischen Unternehmen mit gesunden Bilanzen und starken Wachstumschancen.

  6. Christian Pregler sagt:

    Der Gentleman hat gepflegt einen an der Waffel. Was vor 10,15 Jahren schon falsch war (Phillip Holzmann, Opel), ist heute nicht richtig. Vielmehr richten die Damen und Herren in Brüssel einen derart großen Flurschaden an, daß zuletzt die Klein- und Mittelständler nach Brüssel ziehen werden, um dort aufzuräumen. Sollte mir aber auch Recht sein.
    Das große Dinosaurersterben hatte sich unter der Schröderregierung angekündigt mit Phillip Holzmann; eigentlich schon unter Kohl, aber der wußte, daß seine Zeit abgelaufen war und wollte seinen Nimbus als Einheitskanzler nicht beschädigen. Deshalb tat er nichts.
    Schröders Rettungsaktion stand damals arg in der Kritik. Und heute sollte klar sein, daß damals sicher einige Stimmen darunter waren, die den schleichenden Verfall haben kommen sehen.
    Nun sind die Volkswirtschaften länderübergreifend untergraben. Und Merkel wird wohl das Licht ausmachen.
    besser wre es gewesen, das Sterben der Giganten zu begleiten mit Direktinvestitionen in die kleinen und mittlständischen Unternehmen mit gesunden Bilanzen und starken Wachstumschancen.

  7. Christian Pregler sagt:

    Der Gentleman hat gepflegt einen an der Waffel. Was vor 10,15 Jahren schon falsch war (Phillip Holzmann, Opel), ist heute nicht richtig. Vielmehr richten die Damen und Herren in Brüssel einen derart großen Flurschaden an, daß zuletzt die Klein- und Mittelständler nach Brüssel ziehen werden, um dort aufzuräumen. Sollte mir aber auch Recht sein.
    Das große Dinosaurersterben hatte sich unter der Schröderregierung angekündigt mit Phillip Holzmann; eigentlich schon unter Kohl, aber der wußte, daß seine Zeit abgelaufen war und wollte seinen Nimbus als Einheitskanzler nicht beschädigen. Deshalb tat er nichts.
    Schröders Rettungsaktion stand damals arg in der Kritik. Und heute sollte klar sein, daß damals sicher einige Stimmen darunter waren, die den schleichenden Verfall haben kommen sehen.
    Nun sind die Volkswirtschaften länderübergreifend untergraben. Und Merkel wird wohl das Licht ausmachen.
    besser wre es gewesen, das Sterben der Giganten zu begleiten mit Direktinvestitionen in die kleinen und mittlständischen Unternehmen mit gesunden Bilanzen und starken Wachstumschancen.

  8. Christian Pregler sagt:

    Der Gentleman hat gepflegt einen an der Waffel. Was vor 10,15 Jahren schon falsch war (Phillip Holzmann, Opel), ist heute nicht richtig. Vielmehr richten die Damen und Herren in Brüssel einen derart großen Flurschaden an, daß zuletzt die Klein- und Mittelständler nach Brüssel ziehen werden, um dort aufzuräumen. Sollte mir aber auch Recht sein.
    Das große Dinosaurersterben hatte sich unter der Schröderregierung angekündigt mit Phillip Holzmann; eigentlich schon unter Kohl, aber der wußte, daß seine Zeit abgelaufen war und wollte seinen Nimbus als Einheitskanzler nicht beschädigen. Deshalb tat er nichts.
    Schröders Rettungsaktion stand damals arg in der Kritik. Und heute sollte klar sein, daß damals sicher einige Stimmen darunter waren, die den schleichenden Verfall haben kommen sehen.
    Nun sind die Volkswirtschaften länderübergreifend untergraben. Und Merkel wird wohl das Licht ausmachen.
    besser wre es gewesen, das Sterben der Giganten zu begleiten mit Direktinvestitionen in die kleinen und mittlständischen Unternehmen mit gesunden Bilanzen und starken Wachstumschancen.